publiziert: 09.02.2012 16:37 Uhr
aktualisiert: 09.02.2012 16:43 Uhr
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Baurecht für den Gesundheitspark II

Gegen die Stimme des Grünen Boberg Baurecht für zweiten Abschnitt am Gesundheitspark

Den klagenden Nachbarn sei die Stadt bei den Verhandlungen über den zweiten Bauabschnitt am Gesundheitspark übermäßig entgegengekommen. Das meint die Mehrheit des Bau- und Umweltausschusses. Jetzt sei Schluss, hieß es am Donnerstag parteiübergreifend. Nur Marc-Dominic Boberg votierte gegen die Bauarbeiten. Das Vorgehen der Mehrheit würden die Nachbarn nicht ohne weitere Klage vor Gericht hinnehmen, kündigte der Stadtrat der Grünen an.

Baujurist Jürgen Mainka fasste die Sicht der Verwaltung und der Stadtratsmehrheit zusammen. Das Gebiet zwischen Henneberg-, Gustav-Adolf-, Söldner- und Mainberger Straße sei traditionell für die Gesundheitsversorgung genutzt worden. Daran werde sich nichts ändern. Neubauten würden lediglich bereits abgerissene Altbauten ersetzen. Deshalb, so Mainka, brauche die Stadt keinen neuen Bebauungsplan. In der Vergangenheit habe sie einen solchen nur deshalb gewollt, weil man sich mit den Nachbarn ein für alle Mal und nicht jedes Mal einigen wollte. Da der Plan vor Gericht keinen Bestand hatte, werde jetzt das Recht, einmal bebautes Gelände (Gebäude des alten Krankenhauses) wieder zu bebauen, in Anspruch genommen, wobei die Stadt die geforderte Einpassung in die Umgebung garantiere.

Oberbürgermeister Sebastian Remelé betonte, dass das Baurecht die Vergleichsverhandlungen mit den Nachbarn nicht unterlaufe, eine Verzögerung beim Baufortschritt nicht hinzunehmen sei. Als Beleg des städtischen Entgegenkommens an die Nachbarn wurde mehrmals die Schließung der Robert-Koch-Straße angeführt. Die alleinige Zufahrt zum Gesundheitspark über die Hennebergstraße erfolge ausschließlich zum Schutz der Anwohner, so Mainka, der OB und Verkehrsreferent Jürgen Montag.

Einzelheiten zum zweiten Bauabschnitt direkt unter dem Leopoldina-Krankenhaus auf dem Gelände des abgerissenen Hauptbaus des alten Krankenhauses hatte Rosemarie Czegley-Albert, Leiterin des Bauverwaltungsamtes, vorgestellt. Von der Talseite her (Mainberger Straße) sind sechs Geschosse, von der Bergseite (Robert-Koch-Straße) vier Geschosse vorgesehen. Entstehen wird eine nunmehr dritte Tiefgarage mit 35 Stellplätzen. Weitere 26 Parkplätze sind auf dem Gelände direkt an der Mainberger Straße (schon jetzt Parkplatz) zu schaffen. Einziehen werden Praxen (Logopädie, Ergotherapie, Urologisches und ein Arbeitsmedizinisches Zentrum) und eine Apotheke. Auf dem Baukörper entstehen vier Wohnungen der Luxusklasse.

Für die Feuerwehrzufahrt (zur Söldnerstraße) muss ein stattlicher Baum weichen. Zu den Ansichten des Baukörpers mit verschieden großen Fenstern in den ansonsten klar gegliederten Fassaden meinte die Amtsleiterin. „Es fügt sich ein.“ Die gebotene Rücksicht gegenüber den Nachbarn werde nicht verletzt, der Baukörper sei nicht erdrückend.

Boberg rügte eine oberflächliche Vorbereitung der Sitzungsunterlage, kündigte ein Rechtsstreit an, den die Stadt abwarten solle. Viel zu lange habe die Stadt schon auf einen Kompromiss gewartet, meinte dagegen Herbert Wiener von der SPD. Ob dies die Nachbarn honorieren würden, sei fraglich. Der Gesundheitspark sei für das „Leo“ wichtig. Weitere Verzögerungen seien nicht mehr zu akzeptieren. Wiener weiter: „Das Äußerste an Entgegenkommen, die Grenze dessen, was ein Einzelner der Gemeinschaft zumuten darf, ist erreicht.“ Ein ausreichendes Entgegenkommen attestierte der Stadt Sinan Öztürk, der zusicherte, dass die Linke weiterhin hinter dem Projekt stehe. Eine Verzögerungstaktik, die nicht nachzuvollziehen sei, warf im Namen der CSU Rüdiger Köhler den Klägern vor. Für die Freien signalisierte Kurt Vogel Zustimmung, denn die Art und Weise der Bebauung passe.

Von unserem Redaktionsmitglied Gerd Landgraf
    
    

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