publiziert: 18.08.2010 16:30 Uhr
aktualisiert: 18.08.2010 16:32 Uhr
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Bei Methadon-Substitution ziehen alle an einem Strang

Ärzte und Krankenhäuser werden einbezogen – Anlaufstelle für Drogenabhängige im Stadtgebiet

(hh) Wie berichtet, haben Drogenabhängige die Ersatzstoffe in den zurückliegenden 18 Jahren in der Praxis des Schweinfurter Allgemeinarztes Dr. Reinhard Zepf erhalten und unter Aufsicht eingenommen.

Als der Arzt, wie lange angekündigt, seine Praxis aus Altersgründen Ende Juni geschlossen hat, saßen rund 80, von ihm bisher betreute Abhängige, früher großteils Heroinkonsumenten, unversorgt auf der Straße.

Die zuständige Kassenärztliche Vereinigung rief daraufhin zu einem runden Tisch, an dem Vertreter der Stadt Schweinfurt, des Gesundheitsamtes, der Schweinfurter Krankenhäuser, Ärzte und ein Jurist der KV sowie Apotheker Dieter Schilcher saßen, der in seiner Kronenapotheke in Schweinfurt die ihm übertragene Kontrollfunktion ebenso wahrnimmt. Die da gefundene Zwischenlösung hieß: Zepf führt die Substitutionstherapie für Drogenabhängige vorläufig fort, ihn unterstützt eine Ärztin aus Würzburg. Als langfristige Lösung wurde die Einrichtung einer Suchtambulanz in angemieteten Räumen favorisiert, in der dazu qualifizierte Ärzte die Drogenabhängigen betreuen.

Wie angekündigt, fand nun eine zweite Gesprächsrunde statt, dieses Mal im Leopoldina in Schweinfurt. Mit dabei: die bisher an der Versorgung beteiligten niedergelassenen Ärzte und Apotheker, Vertreter des Bezirks, der Stadt, des Gesundheitsamtes, der Drogenberatungsstelle (Diakonie), der Krankenhäuser in Schweinfurt und Werneck sowie der Krankenkassen.

Es bestand Einigkeit, dass eine schnelle Lösung gefunden werden muss, um die Versorgung in der Region Schweinfurt zu stabilisieren. Als sinnvoll wurde erachtet, die somatischen und psychiatrischen Behandlungsmöglichkeiten sowie die Beratung Drogenabhängiger besser zu vernetzen.

Problem der Finanzierung

Breiten Raum in der Diskussion nahm laut einer Mitteilung die auch schon bei den ersten Treffen offene Frage der Finanzierung einer solchen spezialisierten Behandlungseinheit ein. Nach den bisherigen Erfahrungen der niedergelassenen Ärzte wäre eine solche, primär auf die Methadonsubstitution und Behandlung Drogenabhängiger spezialisierte Praxis ohne gesonderte Finanzierungsregelungen langfristig nicht aufrechtzuerhalten.

Ein Konzept könnte mittelfristig (ab 2012) darin bestehen, dass der Versorgungsauftrag der Institutsambulanz des Bezirkskrankenhauses Werneck auch auf die Methadon-Substitution in einer weiteren Betriebsstätte in Schweinfurt erweitert wird. Gemeinsam mit der Drogenberatung der Diakonie könnte dann eine auch räumlich zentrale Anlaufstelle realisiert werden. Niedergelassene Ärzte und die Krankenhäuser der Region würden bei Bedarf in die Versorgung einbezogen.

Für die Übergangszeit bleibt es bei der Lösung, dass die bisher in der Region eingebundenen Ärzte die Versorgung, möglichst auf mehrere Schultern verteilt, bis Ende 2011 fortführen. Stadt und Leopoldina sagten zu, die organisatorischen und räumlichen Voraussetzungen für diese Übergangszeit zu schaffen.

    
    

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