publiziert: 26.08.2010 10:24 Uhr
aktualisiert: 10.09.2010 15:32 Uhr
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Büffel mit Klimaanlage

„Meine Maschine und Ich“: Junger Forstunternehmer Markus Schleyer und sein Rückezug
  • Das Nonplusultra auf dem Markt: Energiezentrale des finnischen Ponsse Rückezugs ist ein 278 PS-Starker Motor. Dank der Bänder um die Breitreifen wird der Waldboden geschont. Die Ladefläche fasst 20 Festmeter Holz.
    Fotos: Hannes Helferich
  • Markus Schleyer: Obwohl erst 25 Jahre jung ist der Üchtelhäuser schon seit sieben Jahren selbstständiger Forstunternehmer.
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Markus Schleyer sieht man den Stolz richtig an. Der Üchtelhäuser ist zwar erst 25 Jahre alt, aber schon seit sieben Jahren selbstständiger Forstunternehmer. Und jetzt hat er sich mit dem Kauf des derzeit mordernsten Rückezugs einen Traum erfüllt und in seine Zukunft investiert: Der Buffalo der renommierten finnischen Firma Ponsse ist das derzeitige Nonplusultra auf dem Markt. Im Wald der Gemeinde Schonungen war viel beachtete Premiere. Markus Schleyer informierte über seine Maschine und sich.

Auftraggeber für den mutigen Jungunternehmer sind von den Bayerischen Staatsforsten über die Kommunen bis hin zu Privatleuten alle, die Wald besitzen. Im vorliegenden Fall die Gemeinde Schonungen. Die Bäume im Abschnitt zwischen Hausen und Ottenhausen sind letztes Jahr gefällt worden, jetzt müssen sie raus aus dem Waldstück. Den Auftrag erhält Schleyer.

Nach Wunsch gebaut

Es ist das erste Einsatzgebiet für den nagelneuen Rückezug, für den Markus Schleyer extra ins finnische Vieremä gereist ist. Gebaut wird eine Maschine am Ponsse-Standort nur, wenn sie bestellt ist, und zwar genau nach den Vorstellungen des Kunden. Natürlich haben die Finnen auch die Wunschliste von Markus Schleyer berücksichtigt, beispielsweise lichtstärkere Xenon-Scheinwerfer oder eine Freisprechanlage mit separater Antenne. „Ich habe kein Büro, neue Aufträge nehme ich direkt am Arbeitsplatz an“.

Die Energiezentrale des 300 000 Euro teuren Rückezugs ist ein kräftiger, 278 PS-Dieselmotor von Mercedes Benz. Wegen der hohen PS-Zahl hat der Motor niedrige Drehzahlschwankungen und verbraucht deshalb nur 9 Liter – pro Stunde, ein beachtlich niedriger Wert. Nachtanken ist dank des 200 Liter-Tanks nicht dauernd nötig. Eingefüllt werden kann auch Bio-Diesel. Ebenso 200 Liter groß ist der Tank für das Bio-Hydraulik-Öl, das Schleyer aus Umweltgründen ausschließlich benutzt. „Wenn einmal ein Schlauch platzt, dann ist das wie Salatöl und schadet dem Wald nicht“, sagt er. Das entsprechende Bio-Zertifikat dafür hält er bereits in Händen.

Der Ponsse-Rückezug ist mit einer neu konstruierten Kabine ausgestattet, die vor allem reichlich Rundumsicht bietet und dank der Polycarbonatscheiben unvermeidbare Schläge aushält. Die erwähnte Freisprechanlage, eine Klimaanlage für heiße Sommer und Standheizung für kalte Winter sind installiert. Wenn Schleyer hinten Holz auflädt informiert ihn ein Bildschirm, was vorne los ist, beispielsweise, wenn gerade ein Radfahrer näher kommt.

Das finnische Monsterfahrzeug ist mit Ballonreifen bestückt. Das Gewicht, mit Ladung und Maschine (20 Tonnen), verteilt sich auf acht Reifen. Dadurch reduziert sich der Bodendruck und hinterlässt auch keine Verdrückungen (Spurrillen) im Boden. Schleyer hat wegen der Regenfälle der letzten Tage Bänder (wie Ketten) aufgezogen, eines für je zwei Räder. Der Effekt, den Waldboden zu schonen, erhöht sich dadurch noch.

Und das sehr zu Freude von Thomas Helmschrott vom Forstbetrieb der Gemeinde Schonungen. Er lobte außerdem die hohe Ladekapazität von immerhin 20 Festmetern. Der Rückezug müsse so weniger oft seinen Standplatz in den Rückegassen im Wald verlassen, um die Ablageplätze zur Abholung des Holzes ansteuern.

Noch einmal zur Verdeutlichung: auf der Ladefläche mit einem Kran mit einer Reichweite von 9,5 Metern finden umgerechnet 30 Ster mit einem Gesamtgewicht von zirka 15 Tonnen Platz. Ideal auch: Das so genannte Stirngatter, das verhindert, dass ein Stamm ans Fahrerhaus knallt, ist hydraulisch verstellbar, so dass die Ladefläche dem jeweiligen „Sortiment“ angepasst werden kann. Sortimente gibt es eine Vielzahl. Gemeint sind damit Baumart, Umfang und/oder Länge der Stämme. „Das ist alles überragend“, schwärmt der Jungunternehmern über seine Errungenschaft.

Markus Schleyer ist zuversichtlich, dass er das nagelneue Großgerät absehbar abzahlen kann. Derzeit sei die Auftragslage jedenfalls sehr gut. In den nächsten Wochen wird sein Ponsse Bufallo nicht in einem der Wälder in unserem Raum zu bewundern sein. Ein Großauftrag aus Leipzig ist zu erfüllen: ein Waldgebiet ist von Reisig und störenden Jungbäumen zu befreien, das in einem Kraftwerk zur Energiegewinnung landet, daher auch der Name Energieholz.

Übrigens: Neben dem Holzrücken betreibt Markus Schleyer einen Holzhandel in Üchtelhausen, er bietet Holzreinschlag an und wird für Problemfällung gerufen, oft von der Stadt und Wohnbau, einer Tochter der Stadt Schweinfurt. Kontakt: 0151/18350749.

Von unserem Redaktionsmitglied Hannes Helferich
    
    

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