publiziert: 10.07.2011 10:13 Uhr
aktualisiert: 11.07.2011 09:46 Uhr
aktualisiert: 11.07.2011 09:46 Uhr
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SCHWEINFURT
Da geht die Post ab: das 19. Honky Tonk
Tausende Menschen feierten bis tief in die Nacht zur Musik von 50 Bands auf 36 Bühnen.
Warme Temperaturen lockten am Samstagabend Tausende Menschen in die Schweinfurter Innenstadt. Erstaunlich früh waren Plätze, Bars und Straßen gefüllt. Während bei Volker Heißmann noch Frischluft im Rathausinnenhof zu ergattern war, gab es bei Frida Gold schnell keinerlei Plätze mehr. Vor den Treppen zum Rathaushof stauten sich die Fans der Newcomerin und vermischten sich mit den gut gelaunten Partygästen auf dem Schweinfurter Marktplatz.
Unmut machte sich zunächst breit, als sich die Band um Sängerin Alina für ihren Schweinfurter Premierenauftritt eine Dreiviertelstunde Zeit ließ. Das Schieben der Fans geht allmählich in beide Richtungen: Die Ausgänger haben genug von der Wartezeit, die Hoffnungsvollen strömen nach. So mancher verkneift sich das kleine Bierchen für zwischendurch, zu gefährdet wäre der Stehplatz mit freier Sicht. Doch spätestens bei der bekannten Frage „Wovon sollen wir träumen?“ war die Wartezeit vergessen, und der Freiplatz vor der Bühne war in sanftes Licht und die Klänge eines vielstimmigen Fanchors getaucht. Nicht einer, der sich von Alina und ihren vier Jungs nicht mitreißen ließ.
Außer vielleicht die Deutschen Fußball-Damen. Während ihre Hymne über Schweinfurt erklingt, kämpfen sie noch hoffnungsvoll gegen die Japanerinnen. Zwar gibt es nicht die von der Männer-WM gewohnte Großbildleinwand. Doch immer wieder entdecken Fußballfreunde einen Flachbildschirm, der sie über den aktuellen Stand informiert. Über den Marktplatz hinweg bis hin zur Cinema-Bar entsteht allmählich ein Meer von zufrieden feiernden Honky-Tonkern.
Endlich ist auch die Bauerngasse wieder mit von der Partie. Hier ist die Stimmung rund um die Open-air-Bühne und in den angrenzenden Lokalitäten genauso ausgelassen wie am anderen Ende der Stadt. Noch während der Gospel-Chor „Bridge to a prayer“ mit seiner Prepaid-Party in der Heilig-Geist-Kirche ein Vorglühen der etwas anderen Art präsentiert, geht nebenan auf dem Parkplatz schon die Post ab. Früher als geplant heizen die Gewinner des letztjährigen myhonkytonk (Mihaly's Theorie) den Partyfreunden schon zu früher Stunde ein. Pech, wer da nur pünktlich kommt. Pünktlichkeit gibt es hier nur beim Bühnenabgang.
Die Anhänger der lauten Musik ziehen fast gemeinschaftlich weiter Richtung Main, um sich im Stattbahnhof beim SWC-Rockfestival oder aber bei der Latenight-Show im W3 zu vergnügen. Die Lokalband G.org können Spätkommer wegen Überfüllung nur noch von draußen hören. Wer sich in Richtung Bauerngasse auf den Weg macht, bleibt entweder vor der Cinema-Bar hängen oder wird von den rockigen Klängen von AB/CD in der Oberen Straße angezogen.
Das etwas ältere Publikum genießt derweil im Altstadt-Innenhof die laue Sommernacht zu den altbewährten Klängen der Shades: „Father and son“ tönt von der Bühne. Im Publikum sitzen doch eher die Väter als die Söhne.
Zu einem weiteren Publikumsmagneten und Stimmungsgarant entwickelte sich der Platz vor der Kunsthalle. Nicht nur die Anhänger des Rock'n Roll waren zum Sax's gekommen, sondern auch die Freunde der Kultsendung „Dittsche“. Kein anderer als „Schildkröte“, der stumme Gast der wohl berühmtesten Hamburger Imbissbude, sitzt hier in stoischer Gelassenheit am Keyboard. Doch von der „Halt die Klappe, ich hab Feierabend“-Mentalität ist hier bald nichts mehr zu spüren.
Auf den ersten Blick genauso hyperaktiv wie die besagte Schildkröte wirbeln plötzlich die Finger von Mr. Piggi virtuos über die Tasten seines Keyboards. Gemeinsam mit Ralf „Franny“ Hartmann lehren die beiden Vollblut-Musiker die Schweinfurter wahren Rock'n'Roll. Das feurige Finale besteht aus einem Doppel-Duo. Genauso spontan und mit Improvisationstalent wie bei Dittsche spielen und singen das Schildkröte-Duo mit „The Hornets“.
Strahlende Augen auf und vor der Bühne. Jetzt hält es nur noch wenige Füße still. Der Caipirinha wird kurzerhand auf dem Boden abgestellt, ein Fingerstreich durch die Haare ersetzt die Elvis-Tolle, und schon übt sich so manch einer in gelernten oder improvisierten Rock'n'Roll-Schritten. Die Schildkröte zieht sich nach ein Uhr nachts wieder in ihren Panzer zurück, die Partygäste suchen die Late-Night-Shows in den Innenräumen des Honky Tonk auf.
Aposto, Brauhauskeller oder die Bars in der Bauerngasse und rund um den Kornmarkt machen noch lange nicht Schluss. Auch im Café Kölsch legt der DJ so lange auf, bis die Plattennadel glüht.
„Geil, einfach nur geil!“, sind sich Dominik und Kai nicht erst seit ihrem letzten Bier auf dem Marktplatz einig. Das 19. Schweinfurter Honky Tonk verlangt nach mehr. Die Wartezeit ist lang. Enttäuscht sind wohl nur die Anhänger des Frauenfußballs.
Von unserer Mitarbeiterin Susanne Marquardt
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bluesagent (13 Kommentare) am 11.07.2011 16:06
Bitte etwas Nachsicht für FRIDA GOLDEtwas ungerecht ist es schon, was in der Diskussion um FRIDA GOLD gerade passiert. Letztlich reduziert sich alles auf den Tontechniker, den die Band dabei hatte und der es offensichtlich nicht geschafft hat, innerhalb von angemessen kurzer Zeit den Soundcheck durchzuführen und einen vernünftigen Sound hinzubekommen. Das ist in der Tat ärgerlich für uns als Veranstalter, für unsere Tontechnikfirma und vor allem für die Gäste. Was das nun aber mit der Sparkasse zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht ganz. Sehen wir es doch mal so: alle hatten Wahnsinnserwartungen an eine junge Band, die im Moment sehr gehypt und von einem Auftritt zum nächsten gehetzt wird und diese Erwartungen konnten nur enttäuscht werden. Was schade ist, klar. Die Band hat sich uns als Veranstalter gegenüber aber topprofessionell verhalten und daher diese harsche Kritik einfach nicht verdient. |
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bercher (7 Kommentare) am 12.07.2011 00:18
Zum Thema Nachsicht......natürlich war die Erwartungshaltung hoch - somit ist auch die Gefahr hoch enttäuscht zu werden. Kann Sie natürlich als Veranstalter verstehen, dass Sie sich schützend vor die Band stellen. Sich aber auf den Standpunkt zu stellen, dass die Band mit der Situation überfordert war, weil aktuell der Hype um Frida Gold so gross ist kann nun ich nicht nachvollziehen - insbesondere weil Sie als Veranstalter die Erwartungshaltung selbst in allen Medien hochgehalten und gepushed haben.Zusätzlich finde ich es schade, dass Sie als Veranstalter nun die Schuld auf den Tontechniker schieben der überfordert war. Meiner Meinung nach ist die Stimmung nur deshalb gekippt, weil die Band unkoordiniert auf der Bühne wie aufgescheuchte Hühner rumgeeiert waren und ewig nicht fertig wurden. Zusätzlich sind 2 Typen über die Bühne gestolpert, die anstatt zu helfen, sich selbst dabei gefeiert haben die Zuschauer und die Roadies zu filmen und zu fotographieren (die einen beim arbeiten, die anderen beim warten), Vor allem dieses Verhalten hat m.M. die Zuschauer zusätzlich provoziert. Zum Thema Kreissparkasse, die Werbung im Rathausinnenhof war nicht zu übersehen und die haben sich mit Sicherheit auch vorgestellt ein bisschen Frida Gold Glamour abzubekommen - der war meines Erachtens aber nicht zu erkennen. Das es auch anders geht haben die Bühnen bei der Brauerei Roth, an der Cinema Bar oder auf dem Parkplatz der Sparkasse bestens bewiesen (um nur einige Beispiele zu nennen). Gebe auch ehrlich zu, dass ich mich sehr geärgert habe wegen Frida Gold von anderen Bands die mich interessiert haben nichts mitgekommen zu haben - der Zeitplan war dann irgendwie futsch - und das Stimmungsloch musste dann auch erst mühsam überwunden werden. Ansonsten denke ich war das Honky Tonk ein Erfolg. |
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micha.greier (3 Kommentare) am 11.07.2011 13:08
Frida GoldMan kann "bercher" nur beipflichten. Wir haben uns eine dreiviertel Stunde die Beine in den Bauch gestanden, um die Newcommerin zu bewundern - Fehlanzeige! Schade, denn wir hätten gerne in dieser Zeit einer anderen Band zugehört! Mit uns verließen nach dem ersten Song von Frida Gold unzählige Menschen den Platz, nach einem Pfeifkonzert! Zudem war der Text kaum zu verstehen. Dies war keine gute Werbung für die Band. Die nachfolgende Gruppe "Spinnich" musste Gott sei Dank nicht darunter leiden, schon bei deren ersten Klängen füllte sich der Rathausinnenhof - zu Recht! Die Band zog innerhalb weniger MInuten alle Gäste in ihren Bann und sorgte damit für ein gelungenes Ende der Konzertnacht! Danke Spinnich - nächstes Jahr auf alle Fälle wieder!!! |
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bercher (7 Kommentare) am 10.07.2011 22:07
Frida Gold......ist in der Darstellung dieser Zeitung noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Dagegen haben die Zuschauer sie zu Recht abgewatscht. Seine Fans ewig warten zu lassen um sich einen ausgedehnten Soundcheck für eine Stunde Auftritt zu gönnen um dann beim ersten Lied weder Band noch Sängerin richtig zu hören war echt ne Lachplatte. Bei der Vorbereitung der Band konnte man nicht wirklich von Zielstrebigkeit reden, eher von ner Truppe die Ihren Erfolg selber noch nicht fassen können und daher das ganze als Klassenfahrt mit Zoobesuch sehen (wobei die Zuschauer wie Tiere von der Band fotografiert und gefilmt wurde). Habe noch nie so viele Leute sich gleichzeitig auf dem Absatz drehen sehen um so schnell wie möglich das Weite zu suchen. Am Ende war der Rathausinnenhof nicht mal zur Hälfte gefüllt. Nur die ganz abgehärteten haben durchgehalten. Werbung sieht anders aus - auch für die Kreisparkasse und für Honky Tonk. Letztlich haben uns Frida Gold gestern unwiederbringlich eine Stunde Honky Tonk gestohlen, die die Rückzahlung einiger Euro echt gerechtfertigt hätte! Wäre nicht die guten anderen Bands gewesen, der abend wäre nicht mehr zu retten gewesen. |
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