publiziert: 06.04.2012 11:18 Uhr
aktualisiert: 06.04.2012 16:55 Uhr
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Das Oster-Interview: Kaninchen Karl K. im Gespräch

Das Oster-Interview: Karl K., ein Vertreter der großen Kaninchen-Familie Schweinfurt
  • „Wir kümmern uns nicht um die Bräuche der Menschen“: Karl K., ein Vertreter der großen Schweinfurter Kaninchen-Familie, war kurz vor Ostern bereit, ein paar Fragen zu beantworten.
    Foto: Waltraud Fuchs-Mauder
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Einen niedrigen vierstelligen Betrag gibt das städtische Sachgebiet Stadtgrün jährlich aus, um die Schäden zu beseitigen, die Kaninchen an Beeten und Sträuchern vor allem im Châteaudun-Park und an der Gutermann-Promenade hinterlassen, sagt Sachgebietsleiter Markus Peter. Die Tiere mögen alles, was grün und frisch ist, sie buddeln frischgepflanzte Blumen aus oder knabbern die Rinde von Sträuchern an, die dann anfällig für Pilzbefall werden. Die Stadtgärtner setzen allerdings nicht auf Vergrämung oder gar Beseitigung der Kaninchen-Population, sondern auf eine friedliche Koexistenz, ein „ausbalanciertes Nebeneinander“, wie Peter sagt. Denn wenn man eine Population unter Druck setzt, dann vermehrt sie sich erst recht – „das ist in der Biologie des Kaninchens so angelegt“, sagt Peter. Deshalb macht die Stadt im Winter auch sogenannte Ablenkungsfütterungen mit Heu: Dadurch kommen die Tiere entspannter über den Winter und knabbern außerdem weniger wertvolle Pflanzen an. Hier soll nun einmal die andere Seite zu Wort kommen. Karl K. (Name der Redaktion bekannt), ein Vertreter der großen Kaninchen-Familie Schweinfurt, war bereit, einige Fragen zu beantworten.

Frage: Herr K., Ostern steht vor der Tür, da haben Sie bestimmt viel zu tun?

Karl K.: Wie meinen Sie das?

Nun ja, Sie sind ein Kaninchen, und Kaninchen gehören zur Familie der Hasen. Sagt Ihnen das Stichwort Osterhase nichts?

K.: Doch, doch, die alte Geschichte. Nein, mit dem Osterhasen haben wir nichts zu tun. Wir sind Kaninchen. Punkt. Wir kümmern uns nicht um die Bräuche der Menschen – auch wenn wir ursprünglich aus Spanien stammen, wo es ja auch den Conejo de Pascua gibt.

Aber das Futter im Winter, das nehmen Sie schon gerne von uns Menschen an?

K.: Warum denn nicht? Die Leute von der Stadt nennen das Ablenkungsfütterung. Sie meinen, dass wir uns nicht so stark vermehren, wenn Sie uns über den Winter gut füttern. Und dass wir dann auch nicht an ihre Sträucher gehen.

Und, stimmt das?

K.: Naja, irgendwie schon. Wir mögen Stress nicht so besonders. Wenn es im Winter mit dem Futter eng wird, oder wenn uns die Menschen mit irgendwelchen Gemeinheiten zu Leibe rücken würden, dann würden wir schauen, dass wir uns stärker vermehren, damit mehr von uns überleben. Das ist halt einer von unseren Bräuchen.

Aber so ganz sind Sie sich mit den Stadtgärtnern nicht grün, wenn Sie den Ausdruck Wortspiel verzeihen. . .

K.: Also, ich finde, wir kommen ganz gut miteinander aus. Es ist doch sehr nett, dass sie uns immer wieder diese bunte Auswahl an Fressen pflanzen. Und wenn wir was ausbuddeln, sorgen sie umgehend für Nachschub.

Sie meinen die Beete in den Parks?

K.: Ja, so nennen Menschen das wohl. Nun, wir sind nicht undankbar: Wir nehmen das frische Grün gerne an. Wir mögen überhaupt alles, was mit Gräsern zu tun hat.

Ist Ihnen denn nie in den Sinn gekommen, dass diese schönen Blumen noch eine andere Bestimmung haben könnten, als von Ihnen gefressen zu werden?

K.: Nein, wieso?

Die Blumenbeete dienen der Zierde. Sie sollen die Augen der Menschen erfreuen.

K.: Wer's mag. . . Wir schaffen ja längst nicht alles, was da angepflanzt wird. Außerdem schmeckt nicht alles gleich gut. Im Übrigen dienen wir selbst ja auch der Zierde: Die Menschen freuen sich immer, wenn sie welche von uns sehen, zum Beispiel abends nach dem Theater im Chateaudun-Park.

Zurück zum Fressen: Was mögen Sie denn nicht so?

K.: Pflanzen mit Dornen sind zum Beispiel blöd. Außerdem mag ich persönlich Salbei nicht besonders. Oder Storchschnabel, oder Digitalis. Grundsätzlich sind nicht nicht so scharf auf alles, was ätherische Öle enthält.

Sie sind ja ganz schön wählerisch.

K.: Manchmal habe ich sogar den Eindruck, die Stadtgärtner machen das mit Absicht. Aber wie gesagt: Die Geschmäcker sind verschieden, und wenn es nichts anderes gibt, dann beißen wir halt in den sauren Apfel, bildlich gesprochen.

Da gibt es ja auch diese hässliche Krankheit, die Myxomatose.

K.: Ja, die ist eine wahre Geißel für uns. Aber in den letzen paar Jahren hat sie uns in Ruhe gelassen. Die breitet sich vor allem aus, wenn es ganz viele von uns gibt. Unsere Familie ist in etwa gleich groß geblieben, soweit ich das überblicke.

A propos – wie groß ist Ihre Großfamilie in Schweinfurt überhaupt?

K.: Sie sind ja lustig. Kennen Sie etwa jeden in Ihrer Familie? Jeden Großcousin, jeden Onkel vierten Grades?

Äh, nein, ich fürchte nicht.

K.: Sehen Sie.

Das Gespräch führte Mathias Wiedemann
    
    

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Die neuesten Kommentare

Groschi (1162 Kommentare) am 07.04.2012 16:02

Wieso?

keinen Spaß an Erheiterung und Kurzweil? Ist doch mal was anders und regt zum Schmunzeln an.
(2)
mainufer (213 Kommentare) am 07.04.2012 10:55

OMG

Für so einen Journalimus zhalen manche Menschen Geld?
(1)
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