publiziert: 07.02.2012 18:13 Uhr
aktualisiert: 07.02.2012 18:15 Uhr
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Der Funke sprang nicht über

Rhöner Kabarett „Edgar und Irmi“ hölzern und wenig mitreißend
  • Rhöner Humor: Als Edgar und Irmi brachten Silvia und Wolfgang Klösel aus Stockheim ihr Publikum zum Schmunzeln. Zu mehr aber nicht.
    Foto: Lux
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„A weng a Kultur verbreit'.“ Das haben sich „Edgar und Irmi“ aus Stockheim zur Aufgabe gemacht. Das Publikum im Schwebheimer Bürgerhaus zeigte sich von Anfang an aufgeschlossen für diese Art Rhöner Kabarett-Kultur. Schon bei den ersten Sätzen kamen Zwischenrufe aus dem Publikum, es wurde anfangs eifrig mitgesungen und -geklatscht. Doch das blieb nicht den ganzen Abend so.

Texte und Themen waren aktuell, die Worte oft gut gewählt. „Haben Sie heute schon gewullft? Einen Anrufbeantworter voll gequatscht oder nicht gelogen, aber auch nicht die Wahrheit gesagt?“ Auch beim Lied von Ikea, dem angeblich größten Psychotherapiezentrum Deutschlands, konnte sich wohl so mancher Mann in das gestöhnt gesungene Ikea einfühlen. Dennoch: Der Funke sprang nicht wirklich über.

Das Publikum musste schmunzeln, manchmal in sich hineinlächeln, es war nicht unzufrieden, aber auch nicht begeistert. Vielleicht passt ja die Rhöner Mentalität nicht wirklich an den Main? Lieder und Texte kamen eher etwas hölzern und trocken rüber.

Selbst wenn man durchaus glauben konnte, dass der Rhöner vom „homo frangensis, dem fränkischen Schlaumeier“ abstammt, spiegelte Edgar alias Wolfgang Klösel doch eher die Art fränkischer Mentalität wider, die zum Lachen in den Keller geht. Es wurde wenig laut gelacht, Begeisterungsstürme bleiben aus, man amüsierte sich eben still und leise, wenn überhaupt.

Schade auch, dass Irmi alias Ehefrau Silvia Klösel nur schmückendes Beiwerk sein durfte. Sie kam meist nur anspielmäßig zum Einsatz, verließ die Bühne schnell wieder, um ihrem Mann das Feld zu überlassen. Im Zusammenspiel hätte sich mehr vom wirklichen fränkischen Alltag wiedergeben lassen. So aber ist die Ankündigung von „Edgar und Irmi“ eigentlich eine Mogelpackung. „Edgar und ein Viertel Irmi“ wäre realistischer.

Auch den Liedern, bei denen sich Edgar selbst am Keyboard begleitete, fehlten die zündenden Melodien. Die Texte treffend, aber keine der Melodien lud zum Mitsingen oder Bewegen ein. Resümee des Abends: Man kann noch so treffende und ironische Texte haben, wenn man mit seinen Worten die Lachmuskeln des Publikums nicht erreicht, bleibt ein fader Nachgeschmack

ul
    
    

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