publiziert: 15.03.2010 17:35 Uhr
aktualisiert: 17.03.2010 11:20 Uhr
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Die Wahl ist noch nicht gelaufen

Ein Rückblick auf die Schweinfurter Oberbürgermeisterwahlen seit Mai 1946
  • Überraschungssiegerin: Im ersten Wahlgang hatte Werner Bonengel 1992 knapp vorne gelegen. Die Stichwahl allerdings entschied Gudrun Grieser klar für sich.
    ArchivFoto: Laszlo Ruppert
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Die große Unbekannte ist am Sonntag die Wahlbeteiligung. Gelingt es der CSU, ihre Anhängerschaft trotz vermeintlich schon gewonnener Wahl zu mobilisieren? Kann die SPD mit Kathi Petersen die Herrschaft der CSU im Rathaus beenden? Vor 18 Jahren hatte Gudrun Grieser in der Stichwahl Werner Bonengel deutlich überholt, der nach dem ersten Urnengang mit nur 241 Stimmen vorne gelegen hatte.

Fünf Oberbürgermeister standen nach 1945 auf Schweinfurts kommunaler Bühne. Nummer eins war der von den US-Militärbehörden eingesetzte Otto Stoffers. Mit dem Einmarsch der amerikanischen Regenbogendivision am 11. April 1945 war der seit 1933 wirkende Ludwig Pösl, der den SPD-OB Benno Merkle „abgelöst“ hatte, entmachtet worden.

Pösl beging gleich danach Selbstmord. Stoffers Befugnisse waren eng begrenzt. Ohne das Okay der US-Militärregierung ging fast nichts. Auch dann nicht, als Stoffers die Bildung eines Beirates aus der Bevölkerung durchgesetzt hatte. Dessen 18 Mitglieder, die nicht NS-belastet sein durften, hatte Major Grove von der örtlichen Militärregierung zuvor auf eine eventuelle „braune Vergangenheit“ durchleuchten lassen.

Petzolds „SPD-OB-Erbschaft“

Leichter als Stoffers, der ein Jahr später wieder als Prokurist arbeitete, hatte es nach der ersten offiziellen Stadtratswahl der mit 30 von 31 gültigen (Stadtrats-)Stimmen gewählte Ignaz Schön von der SPD, als er am 25. Mai 1946 Oberbürgermeister wurde. Schön gewann auch die Wahl am 30. Juni 1948 – diesmal mit 25 von 32 Stimmen. Sein Gegenkandidat Borger (parteilos) hatte mit drei Stimmen keine Chance. Auch die erste OB-Direktwahl entschied Schön klar für sich. Am 30. März 1952 wurde er mit 65,3 Prozent der gültigen Stimmen im Amt des Oberbürgermeisters bestätigt. Bürgermeister Ludwig Krug, Mitbewerber vom Volksblock, der CSU-Wählervereinigung, der FDP und der Bayernpartei, schaffte nur 34,7 Prozent.

Vor dem 18. März 1956 strahlte Georg Wichtermann als amtierender Bürgermeister von den Wahlplakaten der SPD. Die CSU hatte den späteren Landrat Georg Burghard aufgestellt. Wichtermann siegte mit 75,1 Prozent der Stimmen, Burghard musste sich mit 24,9 Prozent begnügen. Keinen Gegenkandidaten hatte Wichtermann in den Jahren 1962 und 1968. So war die Zustimmung von 99,4 beziehungsweise 99,3 Prozent nicht verwunderlich.

Im März 1974 trat der damals 37-Jährige und bis dahin als Bürgermeister amtierende Kurt Petzold die „SPD-OB-Erbschaft“ an und errang 55,7 Prozent der Stimmen. Sein Gegenkandidat, der 54-jährige Hans Appold (CSU), schaffte mit 44,3 Prozent einen Achtungserfolg. 1980 stockte Petzold bei seiner zweiten Kandidatur auf 65,9 Prozent auf, Hans Appold schaffte nur noch 34,1 Prozent. 1986 gab es drei Kandidaten. Roland Schwab von den Grünen kam nur auf 2,4 Prozent der Stimmen. Hans Gerhard Stockinger konnte für die CSU 38,5 Prozent einfahren. Klarer Sieger war indes erneut Kurt Petzold mit 59,1 Prozent.

1991 wollte die SPD Petzold nicht mehr, weil der sich eine neue Lebensgefährtin gesucht hatte. Haushoher Favorit war 1992 Werner Bonengel, der bisherige Kämmerer. Beim ersten Termin schaffte Bonengel jedoch die absolute Mehrheit nicht. Konkurrent Schwab schied aus. Es kam zur Stichwahl, die Gudrun Grieser mit 53,4 Prozent für sich entschied. Bonengel kam auf 46,6 Prozent.

Petersen trat 2004 erstmals an

1998 hatte die SPD Karl-Heinz Kauczok aufgestellt, der bei 38 Prozent der Stimmen landete. Der Vertreter der Grünen, Erich Ruppert, erhielt 5,5 Prozent. Eindeutige Siegerin war wiederum Gudrun Grieser mit 56,5 Prozent.

2004 trat Kathi Petersen von der SPD erstmals an. Doch Gudrun Grieser gewann haushoch mit 68,89 Prozent.  Petersen zeigte sich über ihre 31 Prozent keinesfalls enttäuscht, nannte sie „ausbaufähig“.

Der erste Wahlgang 2010 brachte folgendes Resultat: Sebastian Remelé (CSU): 8862 Stimmen (46,44 Prozent), Kathi Petersen (SPD): 3666 Stimmen (19,21), Marc-Dominic Boberg (Bündnis 90/Die Grünen): 1289 Stimmen (6,76), Stefan Labus (SWL-Freie Wähler): 1886 Stimmen (9,88), Frank Firsching (Die Linke): 1812 Stimmen (9,50) und Christiane Michal-Zaiser (proschweinfurt): 1566 Stimmen (8,21 Prozent).

Von unserem Redaktionsmitglied Gerd landgraf
    
    

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