aktualisiert: 06.07.2009 18:00 Uhr
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SCHWEINFURT
Duell der Blitze
Benefiz-Schwimmstaffel von AOK und Stadtwerken mit Thomas Lurz fiel regelrecht ins Wasser
(ue) Ganz so wörtlich dürften Stadtwerke und AOK das Motto ihres Benefiz-Schwimmwettbewerbs, „Schweinfurt schwimmt!“, nicht verstanden haben: Der fiel am Freitag im Silvana einem heftigen Gewitter zum Opfer. Bei Hagelschauer und sinnflutartigem Wolkenbruch waren Badehosen die passende Bekleidung. Während die Stadt in den Fluten versank, ging auch die Schwimm-Gala für den guten Zweck unter, die Pavillons am Freibad stürzten ein, die Besucher drängten sich in den Umkleiden, einige benutzten einen Werbe-Baldachin als „Traghimmel“, um sich Richtung Halle ins Trockene zu bringen.
Dabei hatte es trotz drückender Schwüle vielversprechend angefangen: Für den guten Zweck trat der Würzburger Thomas Lurz, mehrmaliger Langstrecken-Weltmeister, deutscher Meister und Olympia-Dritter in Peking auf einer eigenen Bahn an, während links und rechts Freiwilligen-Staffeln ins kühle Nass hechteten. Für zehn Euro Startgebühr, die der Kinderstation des Leopoldina-Krankenhauses zugute kommen. Insgesamt 262 Schwimmer, von der ZF-Sachs AG bis zu den Schulen, von den Stadtwerken, DLRG und Wasserwacht, von Main Post oder Radio Primaton, wollten sich in Sechser-Staffeln mit Sportskanone Lurz messen– das eigentliche Duell fand auf den Außenbahnen statt, etwa zwischen der CSU und den kleinen Fraktionen im Stadtrat: Insgesamt 300 Meter mussten zurückgelegt werden, geplant waren insgesamt drei Stunden Dauerschwimmen. Für Lurz eher ein besseres Anfeuchten – er hatte an diesem Tag schon 13 Kilometer auf der Trainingsstrecke hinter sich, schwimmt mitunter bis zu 17 Kilometer am Stück: „Jetzt bin ich warm!“, so der Olympionike bei seinem letzten Härtetest vor der nächsten WM.
Während Moderator Sven Schröter das Geschehen auf den Bahnen kommentierte („Frank Firsching hat einen sehr sauberen Stil“), herrschte am Beckenrand ein Hauch von Baywatch: So bekam man Grünen-Stadtrat Marc-Dominic Boberg im chicen Schwimmanzug zu sehen, der bewährte Turmspringer Kurt Vogel stürzte sich in orangefarbener Badehose in die Fluten. Am Ende schlugen die „Kleinen“, gleich ob im Brust- oder Kraulstil, souverän die CSU. Nur Gudrun Grieser blieb auf dem Trockenen: Sie sei zwar Sternzeichen Fische, so die Oberbürgermeisterin, habe es aber nicht so mit dem Wasser. Das Abschlussduell hätte dann als 21. Durchlauf zwischen ihren Rathaus-Referenten und einem Kader der „Linken“ stattfinden sollen – „Niemand darf untergehen“, verkündeten deren einheitlich rot gefärbten T-Shirts.
Sportlich gab es natürlich auch was zu sehen: Die Sennfelder Wasserwacht forderte Champion Lurz mit einer Zeit von 3:18 Minuten erstmals ernsthaft heraus, danach zeigten sich die Kerschensteiner Grundschüler schwimmstark. Doch dann bewölkte sich der Himmel zusehends, Donner grollte, die erste Blitze züngelten am Horizont: „Das zieht weiter in den Zeller Grund“, hieß es zunächst optimistisch. Beim sechsten Durchlauf, mit den Krankenhäusern, hieß es „Alle aus dem Wasser“ – die Gefahr durch den Blitzschlag war einfach zu groß.
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