publiziert: 26.01.2012 16:57 Uhr
aktualisiert: 26.01.2012 17:05 Uhr
» zur Übersicht stadtKultur schweinfurt
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text
Editorial: Das uralte Rätsel Schlaf

Kunst und Wissenschaft im Museum Georg Schäfer

Der Volksmund beziehungsweise die Bibel wissen es oft schon lange vor der Wissenschaft. Was diese erst in aufwendigen Berechnungen oder Studien nachweisen muss, hat auf der anderen Seite die Empirie längst festgestellt. Das wird besonders bei Themen deutlich, die die Wissenschaft noch nicht vollständig enträtselt hat. Beim Schlaf zum Beispiel.

„Den Seinen gibt es der Herr im Schlaf“, heißt es in Psalm 127,2. Das stimmt in mehrfacher Hinsicht. So ist laut dem Münchner Schlafforscher Michael H. Wiegand einerseits der Schlaf selbst ein wichtiger Prozess, in dem sich das Gehirn, abgeschnitten von allen Sinneswahrnehmungen, sozusagen neu sortiert und das tagsüber Erlebte und Erlernte verarbeitet. Andererseits können die Träume wichtige Anregungen in kreativen Prozessen oder für die Lösung von Problemen liefern.

Wiegand, Facharzt für Psychiatrie, Psychologe und Chef des Schlafmedizinischen Zentrums der TU München, und seine Kollegin, die Ärztin Helen Slawik, werden am Samstag, 11. Februar, 16 Uhr, im Rahmen der Spitzweg-Ausstellung „Nachtstücke“ im Museum Georg Schäfer über das Thema Schlaf sprechen – über Physiologie und Funktion des Schlafs, über Schlafstörungen und über Träume.

Im Interview gibt Michael H. Wiegand schon in dieser Ausgabe einen Einblick in die Komplexität seines Forschungsgebiets (Seite 6). Denn was der Schlaf genau ist und wozu er dient, das ist bis heute nicht ganz geklärt, und das, obwohl wir alle (nahezu) jede Nacht schlafen und träumen. Während Schlaf und Traum in Kunst und Literatur schon immer eine Rolle spielen, so haben Medizin und Psychologie sich erst verhältnismäßig spät für das Thema interessiert.

Bei Spitzweg hat die Nacht nichts Bedrohliches. Obwohl der Künstler selbst – wie fast jeder Mensch – hin und wieder an Schlaflosigkeit litt, sah er die Dunkelheit der Nacht als willkommene Phase der Ruhe, in der Wärme und Licht menschlicher Behausungen umso heimeliger wirkten. Johann Heinrich Füsslis Gemälde „Der Nachtmahr“ aus dem Jahr 1781 aber gibt ziemlich treffend wieder, wie sich jemand fühlt, auf dessen Brust ein böser Albdruck lastet. Woher dieser Nachtmahr kommt, das zeigt er nicht. Diese Frage wiederum kann vielleicht irgendwann die Wissenschaft beantworten.

Von MATHIAS WIEDEMANN mathias.wiedemann@mainpost.de
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
Anzeige
    

Direkt zur Redaktion 

E-Mail, Telefon und Brief
Auf diesem Weg finden Ihre Informationen den direkten Weg zu unserer Lokalredaktion. »mehr
    
    

Gelesen

 
    

Kommentiert

 
    
Anzeige
    

Stadtkultur Schweinfurt 

Theater, Kabarett,
Kunst und mehr
Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr
    
    
Anzeige
WG-Gesucht.de gibt Ihrer Region eine Stimme

Hier finden Sie Ihre WG in Schweinfurt.

WG-Gesucht.de, die kostenlose WG-Börse im Internet.

    
    

Fotografen und ihre Fotos 

Bilder und Eindrücke
Wir stellen ambitionierte Hobbyfotografen aus der Region Main-Rhön vor. »mehr
    
    

Grüsse aus der Region 

Kostenlose Grußkarten
Senden Sie Ihren Freunden und Bekannten eine elektronische Grußkarte aus der Region, auch Tiere! »mehr
    
    

Meine Maschine und ich 

Außergewöhnliches
Wir stellen Menschen vor, die eine besondere Beziehung zu einem technischen Gerät haben. »mehr
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr