publiziert: 08.02.2012 17:23 Uhr
aktualisiert: 08.02.2012 17:29 Uhr
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Ein Stück vom Himmel

Gesungene Sahnetorte: „Ladylike“ im Augustinum
  • Zurück in alte Zeiten: „Ladylike“ überzeugte mit reihenweise Klassikern.
    Foto: Uwe Eichler
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Es gibt sie noch, die echten Damen von Welt: Dank „Ladylike“ im Saal des Augustinums - drei Fräuleinwunder aus Schweinfurt beziehungsweise Oberwerrn. Das hochkarätige Trio Claudia Dettmar, Viktoria Holzmann und Birgit Raichle schickte, „Kann denn Liebe Sünde sein?“, den vollen Saal auf eine Zeitreise, die für manche Besucher wohl noch eine Erinnerung an die eigene Jugend war. Überaus erfreut zeigte sich Waltraud Haas als Kulturreferentin der Stadt: Bekannt sind die Sängerinnen etwa vom Radio oder dem Thalia Chor. Richtig zum Funkeln brachte die musikalischen Edelsteine Christopher Kuhn am Klavier. Über zwei Stunden lang ging es in die Roaring Twenties, die eleganten Dreißiger, die hitzigen und dennoch lebenshungrigen Vierziger Jahre: die Welt der süßen Liebe, sei es nun bei Kaffee und Torte in der „kleinen Konditorei“ oder gleich im Mondenschein.

Zusammen mit dem glamourösen Liebhaber der „guten alten Zeit“, dem Bel Ami: „Du hast Glück, bei den Frau'n, Bel Ami! Soviel Glück bei den Frau'n, Bel Ami! Bist nicht schön, doch charmant, bist nicht klug, doch sehr galant, bist kein Held, nur ein Mann, der gefällt.“ Aber schon damals war nicht alles Gold, was glänzt: „Die Männer sind alle Verbrecher“ stand im deutschsprachigen Teil ebenfalls auf dem Programm. Egal ob im Duett, a-Capella oder mit Klavierbegleitung, im Walzertakt oder poppig, mit Chapeau Claque, Stöckchen oder Federboa: Hier passte alles, von den zartschmelzenden Stimmen bis zur harmonischen Begleitung, den kessen Tanzschritten und dem unvergleichlichen Flair der Vorkriegszeit. In der zweiten Hälfte ging es mit „Bei mir bist du scheen“ internationaler zu, das Original des Swing-Evergreens war mal in Jiddisch. Ein Chattanooga Rag trifft auf Bertolt Brechts schauriger Moritat von Meckie Messer. „Ich tanze mit dir in den Himmel“, „Love can build a bridge“, „Hallelujah“: für große Gefühle ist gesorgt, spätestens bei den Musicals. Bei „Elisabeth“ fahren Boote in der Nacht, „Kann es wirklich Liebe sein?“ fragen sich verschmuste Großkatzen im „König der Löwen“. Viel zu früh heißt es zum Abschied: „Wir machten Musik“. Doch damit will sich das dankbare Publikum nicht zufrieden geben. Die Walzer-Variante „Das muss ein Stück vom Himmel sein“ bleibt dank herzlichem Applaus nicht die einzige Zugabe.

Von unserem Mitarbeiter Uwe Eichler
    
    

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