publiziert: 02.02.2012 13:42 Uhr
aktualisiert: 02.02.2012 13:51 Uhr
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Eine Unterschrift für das Geomaris

Brigitte Herbig und rund 25 Mitstreiter haben Aktion zum Erhalt des Bades gestartet
  • Eine Unterschrift fürs Geomaris: Christine Kuschke setzt in der Buchhandlung Teutsch am Turm ihren Namen auf die Liste derjenigen, die möchten, dass das Bad mit dem jetzigen Angebot weiter besteht.
    Foto: Norbert Finster
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Nun ist es doch noch da, das kleine, inoffizielle Bürgerbegehren, das sich für den Erhalt des Geomaris einsetzt: In etlichen Geschäften in der Stadt und in einigen Arztpraxen liegen Listen aus, auf denen Gerolzhöfer und Umlandbewohner mit ihrer Unterschrift dokumentieren können, dass sie auch weiterhin ein attraktives Bad in Gerolzhofen haben möchten und dass sich der Stadtrat deswegen für eine Sanierung und einen Teilneubau einsetzen soll. Das Geomaris soll ein Familienbad mit dem jetzigen Angebot bleiben, das weiter unter kommunaler Regie betrieben wird.

Initiatorin der Unterschriftenaktion ist die Gerolzhöferin Brigitte Herbig, unterstützt von Brunhild Bayer und Christine Friedmann (beide Gerolzhofen), sowie gut 20 weiteren Aktivisten. Sie sorgen dafür, dass die Listen möglichst weiträumig in Umlauf kommen, auch über Gerolzhofen hinaus. So kursieren die Unterschriftslisten auch schon in Oberschwarzach, Frankenwinheim oder Lülsfeld.

Obwohl Brigitte Herbig bekennt, dass sie selbst eifrige Nutzerin des Bades ist, geht es ihr nicht in erster Linie darum, für ihr Privatvergnügen zu kämpfen. Vielmehr sieht sie in dem Bad neben dem Schulangebot, der Geomed-Klinik, Stadtbibliothek, Volkshochschule oder den Kulturtagen eine der wenigen Einrichtungen, die Gerolzhofen über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen. „Wie viele Gründe gibt es sonst noch für eine junge Familie, nach Gerolzhofen zu kommen oder gar hierher zu ziehen?“, fragt Herbig.

Erstaunlich ist für sie, welch weite Wege die Menschen auf sich nehmen, um ins Bad zu kommen. Schon oft hat sie mit Badegästen aus den Landkreisen Würzburg, Main-Spessart, Bamberg oder Kitzingen gesprochen. In solchen Gesprächen hat sie erfahren, dass viele Besucher hinterher auch noch in die Stadt gehen, etwa um etwas zu essen oder einzukaufen, verweist Herbig auf den wirtschaftlichen Faktor.

Ein Beispiel für die Attraktivität des Bades sei die Wassergymnastik von Karin Werbinek. „Da kommen 100 Leute aus der ganzen Umgebung, die sich auf diesen Termin freuen. Denen macht das nicht nur Spaß, sondern sie wollen auch aktiv etwas für ihre Gesundheit tun.“

Brigitte Herbig glaubt nicht, dass sich in Gerolzhofen nur ein reines Sportbad halten kann, eine stark reduziertes Bad also, wie es eine der momentan diskutierten Zukunftsvarianten möchte. Kinder und Senioren würden kaum noch kommen, wenn es keine Rutsche oder keine Warm- und Erlebnisbecken mehr gäbe. Die Initiatorin hält es auch angesichts der geburtenstarken Jahrgänge, die so langsam aufs Rentenalter zusteuern, für wichtig, dass Gerolzhofen ein attraktives Bad mit erschwinglichen Eintrittspreisen hat. Auch bei jüngeren Familien können es sich nur wenige leisten, für 30 Euro Eintritt in ein privat betriebenes Bad zu gehen. Insofern hat das Geomaris für Brigitte Herbig auch eine starke soziale Funktion.

Wichtig an ihrer Aktion ist es ihr schließlich, dass sie selbst politisch völlig unabhängig ist und aus keiner Partei kommt. Ein Erfolgserlebnis stand für sie gleich am Anfang. Am vergangenen Samstag sammelte sie auf den Tribünen der Dreifachhalle Unterschriften beim Heimspiel der TV-Handballer gegen Rödelsee. 120 Handball-Fans haben unterschrieben. Nur zwei lehnten das ab und sagten, das Geomaris sei zu teuer für die Stadt.

Wenn sie von Bürgermeisterin Irmgard Krammer die Erlaubnis dazu bekommen, wollen die Unterschriftensammler ihre Listen in der nächsten Sitzung dem Stadtrat überreichen. Brigitte Herbig meint, dass es jetzt so langsam Zeit wird, dass der Rat eine Entscheidung trifft. Denn: „Ministerpräsident Horst Seehofer hat angekündigt, dass Bayern bis zum Jahr 2030 einen ausgeglichenen Staatshaushalt haben soll. Da wird dann wohl kräftig gespart werden müssen.“ Und wo könnte man besser sparen als bei solchen Einrichtungen wie dem Geomaris.

Deshalb befürchtet Brigitte Herbig, die Fördertöpfe könnten längst leer oder geschlossen sein, bis der Stadtrat mit seine Zuschussanträgen auf den Plan tritt.

    
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Von unserem Redaktionsmitglied Norbert Finster
    
    

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»Alle 6 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

aber.hallo (19 Kommentare) am 05.02.2012 13:27

genau meine Meinung

Hallo Herr Vizl,

Sie sprechen mir aus der Seele, in einigen Punkten,
- brauchen wir so einen aufgemotzten Bauhof mit Personalkosten, denke jeder handwerker wäre froh wenn er einen Auftrag machen könnten für die Stadt. Man sieht ja immer wie die schwerbeschäftigten Stadtarbeiter zu tun haben, und zu zweit im Auto Wintersdienst schieben. Auch in welcher Gemeinde bauen den die Stadt Angestellten Festlichkeiten auf ????? Mir sind nur Volkach und Prichsenstadt bekannt. und diese verlangen Eintrittl. Der Stadtrat oder einige müssten Sich mal viel mehr mit den Bürgern unterhalten und die Gespräche suchen, nicht nur wenn es wieder um die Wahlen geht. Sie sind der einzige,der sich den Bürgern ein bisschen stellt und zuhört. ber Kostenausgaben was die Stadt macht, könnte man ein Buch schreiben. Vielleicht sollte sich die Stadtführung mal gedanken machen an was das liegt. Wir haben so ein schönes Baugebiet in der weißen Marter, aber ein einziger Dschungel von Unkraut, das schreckt doch schon mal einige zurück. Dann haben wir viele leer stehende Geschäfte, hier wird auch nichts unternommen und und und.
(1)
mechthildthomas (66 Kommentare) am 05.02.2012 09:30

Der Letzte macht das Licht aus ...

Sparsamkeit ist eine Tugend.
Aber was machen wir dann als nächstes zu? Bibliothek, Volkshochschule, Jugendhaus?
Oder kein Weinfest, keine Alleefest (Kunst und Kullinarisches)?
Brauchen wir noch Grünanlagen? Wieso geben wir Geld für eine schöne Innenstadt aus?
Schließen wir auch die Stadthalle?
Ein Teufelskreis in den Abgrund!
Bald können wir dann auch unsere Kindergärten und Schulen schließen, da die jungen Leute aus Gerolzhofen wegbleiben werden.
Die umliegenden Gemeinden werden diese Probleme noch früher zu spüren bekommen.
Mein Ziel ist es deshalb, das Geomaris dauerhaft zu erhalten. Ob es gelingt, da bin ich noch nicht sicher.
Thomas Vizl
Mitglied im Stadtrat
(1)
aber.hallo (19 Kommentare) am 04.02.2012 19:21

zu machen

macht das Geomaris Hallenbad zu, dann ist endlich mal Ruhe. Ander Gemeinden haben das Problem auch.
http://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Geldgrab-Gemeindebad;art763,6593011
(1)
steigerwald (12 Kommentare) am 02.02.2012 21:09

Mexx, kann Ihre Meinung voll und ganz teilen

Zu machen, und gut ist. Die Kosten werden nie gedeckt, und zu wasgeht, meine volle Sympathie. Denke auch so, einen Betriebsleiter für so ein Bad, ist der volle Witz. traurig
Was hat sich denn geändert, nichts.
Aber man sieht hier wieder wie mit dem Geld der armen Steuerzahler umgegangen wird.
Wir brauchen in Gerolzhofen kein Erlebnisbad, dafür haben wir kein Geld.
Und nur sagen zu können wir haben ein besseres Bad wie Schweinfurt und Kitzingen, muss nicht mit Gewalt sein. Ein einfaches Hallenbad (Neubau) getrennt vom Freibad wäre voll ausreichend. In anderen Gemeinden funktioniert das doch auch. Aber das bringen wie wasgeht geschrieben hat, die Stadtratfraktion nicht hin. Teueres Baugebiet erschließen das können Sie.
(2)
Mexx (61 Kommentare) am 02.02.2012 20:12

wasgeht

Macht das ding zu und ferdig.
(2)
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