publiziert: 22.12.2009 19:08 Uhr
aktualisiert: 22.12.2009 23:12 Uhr
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Eine Verbindung über Generationen hinweg

Yvonne hat gleich zwei Engel – und ist selbst vielleicht auch einer

Eine ganz persönliche Engelsgeschichte sendete Yvonne an die Redaktion. Eine Geschichte mit offenem Ende: Jeder Leser kann sich seinen Engel selbst aussuchen. Yvonne möchte anonym bleiben, warum erklärt sie gleich selbst.

Hin und her habe ich überlegt, ob ich meine Geschichte zu Papier bringen soll. Ich denke, manche Leute erklären mich für verrückt. Aber sie kennen mich ja nicht. Manchmal ist es nicht schlecht, wenn man sich etwas von der Seele schreibt. Also wollte ich letztendlich doch die 19. Engelsgeschichte werden. Denn am 19. Dezember, sind es genau neun Jahre her . . .

Aber zum Anfang. Schon als kleines Kind hatte ich eine sehr innige Beziehung zu meiner Oma. Sie lebte bei uns im Haus und wir waren immer füreinander da. Auch als ich erwachsen wurde, spielte meine Oma immer eine wichtige Rolle in meinem Leben. Bei allen Entscheidungen, bat ich sie um Rat und informierte sie über alles. Mit den Jahren wurde sie schwer krank und bettlägerig. Manche aus der Familie wussten nicht recht damit umzugehen, aber ich hatte kein Problem damit, meine Oma zu pflegen. Vor mir musste sie sich nicht schämen, das wusste sie. Sie nannte mich immer ihre „treue Seele“.

Das war auch das letzte, was sie damals im Krankenhaus zu mir sagte, bevor ihr die Kräfte fehlten. Ich verließ an diesem Nachmittag den von Besuchern überfüllten Raum ohne mich richtig zu verabschieden Ich wollte später noch einmal wiederkommen. An diesem Tag ging es ihr besonders schlecht. So stand ich dann Stunden später im Dunkeln an ihrem Krankenbett. Ich streichelte Omas Hand und zeigte ihr, dass ich für sie da bin. Ich dachte erst, sie sei eingeschlafen, als das Röcheln einfach wegblieb. Aber sie war gestorben. Die Ärztin glaubt, meine Großmutter habe auf mich gewartet. Sie sei so unruhig gewesen. Auch wenn alles traurig war, war ich trotzdem glücklich das zu hören. Ich war so froh, dass ich ihr ein letztes Mal helfen konnte – diesmal beim Loslassen.

Zwei Tage vor Heilig Abend, am Tag der Beerdigung, erfuhr ich dass ich schwanger war. Heute ist mein kleiner Engel acht Jahre alt. Als sie die ersten Wörter lernte, kam ihr „Oma“ nicht über ihre Lippen. Sie lernte eigentlich schnell, aber Oma sagte sie nie. Erst als ich mit ihr das Fotoalbum meiner Kindheit anschaute und sie auf einer Seite ihre Uroma entdeckte, sagte sie: Oma. Ich denke oft an das alles, besonders in der Weihnachtszeit.

Von Yvonne
    
    

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