publiziert: 26.01.2012 16:52 Uhr
aktualisiert: 26.01.2012 17:03 Uhr
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Einlass zu „Jud Süß“ nur mit vorheriger Anmeldung

NS-Regisseur Veit Harlan Thema im Filmforum
  • Berüchtigter Hetzfilm: Szenenfoto aus Veit Harlans „Jud Süß“, 1940.
    Foto: Cinetext
Bild von

Das Filmforum der vhs Schweinfurt zeigt in Zusammenarbeit mit der LAG Film Bayern und dem KuK, Kino und Kneipe, normalerweise fremdsprachige Filme in Originalversion mit deutschen Untertiteln. Im Februar steht allerdings mit zwei Filmen von ihm und einer Dokumentation über ihn, der NS-Regisseur Veit Harlan im Fokus.

Am 6. Februar ist einer der ersten Farbfilme zu sehen: „Opfergang“ (Veit Harlan, D 1944, 95 Min. mit Carl Raddatz und Kristina Söderbaum). Albrecht, nach langen Jahren im Ausland nach Hamburg zurückgekehrt, ist mit der bildungsbürgerlichen Octavia verheiratet, liebt aber die todkranke, verführerische Aels. Harlans Film über einen Mann zwischen zwei Frauen, der auf einer Novelle Rudolf G. Bindings beruht, ist in mehrfacher Hinsicht interessant: als in Farbsymbolik schwelgender früher Farbfilm, als übersteigertes Melodram über den Konflikt zwischen Pflicht und Sinnlichkeit und als nationalsozialistischer Film voller Opfer-Ideologie.

Am 13. Februar folgt „Harlan – Im Schatten von Jud Süß“ (Felix Moeller, D 2008, 100 Min.). In seiner auf langjährigen Recherchen beruhenden Dokumentation, für die er zahlreiche Zeitzeugen interviewte, zeigt Moeller unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte der Schuld und der Verstrickung Harlans in NS-Verbrechen – sachlich und überzeugend, manchmal durchaus auch polemisch.

Am 20. Februar wird Lubitschs Komödie „Cluny Brown auf Freiersfüßen“ gezeigt (USA 1946, 96 Min., englOmU). England 1939, kurz vor Kriegsausbruch. Der sonntäglichen Cocktail-Party von Hilary Ames droht eine Katastrophe, weil der Abfluss verstopft ist. Vor dem Klempner trifft dessen Nichte Cluny ein, die das Problem beseitigt, dafür mit den ersten Cocktails ihres Lebens belohnt wird und deutlich zu viel trinkt. Ihr Onkel, entsetzt über ihr Verhalten, verschafft ihr umgehend eine Stelle als Dienstmädchen auf dem Land. Dort trifft sie Lebenskünstler Adam Belinski wieder, den sie auf der Party kennengelernt hatte ... . – Der letzte von Lubitsch vollendete Film: eine turbulente Komödie mit pointensicheren Dialogen, lustvoll inszenierten Gags und satirischen Seitenhieben auf Standesdünkel, Ignoranz und Provinzialismus – eine wunderbare Alternative zum herkömmlichen Rosenmontags-Programm.

Am 27. Februar zeigt das Filmforum im Rahmen einer Sonderveranstaltung „Jud Süß“ (Veit Harlan, D 1940, 95 Min., mit Ferdinand Marian, Kristina Söderbaum und Heinrich George). Für viele der NS-Propaganda-Film schlechthin, eines der Renommé-Projekte von Propaganda-Minister Goebbels. „Der historische Vorfall am Hofe des Herzogs von Württemberg, in dem 1738 ein Jude gehenkt wurde, diente Lion Feuchtwanger in seinem Roman als Fabel zur Entlarvung des Antisemitismus. In Harlans Film steht dagegen am Ende der Jude als Sündenbock da, auf den die Aggressionen des Publikums gelenkt werden...“, schreibt das Filmmuseum München. In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Mit Einführung und Diskussion. Referent ist Herbert Heinzelmann, Nürnberg. Der Film ist für öffentliche Aufführungen heute noch verboten, vorherige Anmeldung bei der vhs ist unbedingt erforderlich, Tel. (0 97 21) 51 47 6.

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