publiziert: 08.02.2012 11:43 Uhr
aktualisiert: 08.02.2012 11:45 Uhr
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Eishalle bleibt ein Zankapfel

Dachkonstruktion: Stadträte Funk und Vogel fordern Einsicht ins Abnahmeprotokoll
  • Desolater Zustand der Dachkonstruktion: Schon bei drei Zentimetern Nassschnee gäbe es kein Schlittschuhlaufen mehr.
    Foto: Fuchs-Mauder
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Trotz der Eiseskälte animierte der Sonnenschein vor allem am Wochenende viele zu einer Wanderung in der Umgebung. Bei Begegnungen mit dick vermummten Menschen wurde immer mal wieder auch der Wunsch geäußert, dass jetzt nur noch „ein bisschen Schnee fehlt“. Bei der Stadt, seit kurzem Eigentümerin der Eishalle, ist man froh, dass es daran in unseren Breiten bisher mangelt: Ende Dezember 2011 erfuhr die Öffentlichkeit nämlich, dass das Dach des Eisstadions in einem weit desolateren Zustand ist als bislang vermutet und die Halle bei zu viel Schnee geschlossen werden muss.

Drei Zentimeter Nass- oder acht Zentimeter Pulverschnee und es wäre schon so weit, dass es keine Heimspiele der Mighty Dogs des Eislauf- und Rollschuhvereins (ERV), kein öffentliches Schlittschuhlaufen mehr gibt. In seiner letzten Sitzung im Jahr 2011 erfuhr der Stadtrat am 20. Dezember vom Dilemma. Es gab deshalb viele Nachfragen. Wer hat den Bau abgenommen? Wer ist der Verantwortliche? Weil es von der Verwaltungsbank aber keine befriedigenden Antworten gegeben habe, fordern die Stadträte Stefan Funk (CSU) und Kurt Vogel (FBU) nun in einem gemeinsamen Antrag einen Grundsatzbeschluss: Die Bauverwaltung muss die Ablauforganisation bei städtischen Liegenschaften ab sofort verbessern.

Außerdem wollen die beiden Stadträte, die ihren Fraktionen im übrigen auch vorstehen, dass dem zuständigen Bau- und Umweltausschuss des Stadtrates das seinerzeitige Abnahmeprotokoll fürs Eishallendach noch vorgelegt wird.

Die Stadt hatte das Stadion vom ERV zum 1. September 2011 übernommen. Tags darauf meldete sich die Landesgewerbeanstalt (LGA), teilte mit, dass das Dach selbst bei geringen Lasten überfordert sei. Greifbare Daten hatte die LGA jedoch nicht, berichtete Schnabel am 20. Dezember 2011. Deshalb habe die Stadt sofort den TÜV eingeschaltet. Es folgten Zwischenberichte. Die darin verlangten Mängel kleinerer Art wurden behoben.

Die eigentliche Hiobsbotschaft kam im Dezember. Sie lautete: Die hölzerne Dachkonstruktion ist nicht nur viel zu feucht. Der TÜV Süd stellte außerdem fest, dass die Knotenpunkte der Konstruktion nicht fachgerecht erstellt worden seien, dass es klare Abweichungen von der ursprünglichen Planung gebe. Statt 75 Kilogramm pro Quadratmeter stuften die Gutachter die Tragfähigkeit auf nur noch 15 Kilogramm/Quadratmeter herunter. Das sind drei Zentimeter Nass-, oder eben acht Zentimeter Pulverschnee.

Ein Gesamtkonzept für das Dach, erinnerte Schnabel in der Sitzung, soll zum Ende der Saison Anfang März vorliegen. Dieses soll zeigen, ob eine Sanierung Sinn macht. Zur Erinnerung: Eine Be- und Entlüftungsanlage fürs Dach war einmal mit rund 450 000 Euro, die Dachsanierung insgesamt mit rund 700 000 Euro veranschlagt. Ein neues Dach beliefe sich auf eine halbe Million Euro, so eine Schätzung.

Funk und Vogel bemängeln nun den Ablauf besagter Sitzung des Stadtrates Ende Dezember. Bei der Diskussion übers Dach habe sich herausgestellt, „dass offensichtlich erhebliche Lücken in der Struktur- und Ablauforganisation der Bauveraltung existieren“, meinen sie. Jeder Bau müsse vor seiner Inbetriebnahme von der Bauverwaltung abgenommen werden, auf die Frage im Stadtrat nach dem oder den Verantwortlichen habe weder Schnabel (Liegenschaftsamt) noch der Leiter der Bauverwaltung (Jochen Müller) „eine Antwort geben können“, sagen Funk und Vogel.

Das Stadtrats-Duo sieht deshalb nun für die Zukunft „die Notwendigkeit, eine angemessene Organisation der Bau- und Liegenschaftsverwaltung auf den Weg zu bringen“. Zu verbessern sei erstens die Struktur der Aufgabenverteilung – konkret: Zuschnitt, Kompetenz und Verantwortung abstimmen – und zweitens der Ablauf der zugeordneten Tätigkeiten mit einer entsprechenden Dokumentation.

Ihren Antrag nennen Funk und Vögel nötig, damit „in Zukunft derartige gefährliche Probleme ausgeschlossen werden können“. Unabhängig davon wollen Funk und Vogel das damalige Abnahmeprotokoll sehen.

Von unserem Redaktionsmitglied Hannes Helferich
    
    

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