publiziert: 21.10.2011 15:45 Uhr
aktualisiert: 21.10.2011 15:45 Uhr
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Studie: Gute Chancen für Azubis in Schweinfurt

(as) Immer mehr Bewerber bekommen im Raum Schweinfurt eine Azubi-Stelle. Das hat eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ergeben. Während in den letzten 20 Jahren teilweise 2000 bis 3000 Stellen fehlten, ist das Verhältnis von Plätzen und Bewerbern jetzt beinahe ausgeglichen: Von rund 3800 Bewerbern bekamen rund 3500 eine Stelle. „Die Situation ändert sich langsam“, sagte der DGB-Regionsvorsitzende Frank Firsching. „Es gibt weniger Bewerber und geringfügig mehr Stellen. Wir hoffen, dass dieser Trend anhält, damit man sich endlich wieder seinen Platz aussuchen kann.“

In Südbayern ist dieses Ziel bereits erreicht: Dort gibt es mehr Stellen als Bewerber. Nun soll der Norden nachziehen. Das sei vor allem wegen des oft beklagten Fachkräftemangels wichtig, meint Firsching. „Wenn heute Fachkräfte fehlen, wer hat sie gestern nicht ausgebildet?“ Der Blickpunkt der Studie lag nicht nur auf der Zahl der Plätze, sondern auch auf der Qualität der Ausbildung. Insgesamt 650 Azubis in ganz Nordbayern wurden zu ihrer Arbeit befragt. Dabei gab es überwiegend Lob: Rund 80 Prozent der Azubis sind mit ihrer Ausbildung „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“. Nur etwa sechs Prozent sind „unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“. „Die Tendenz ist sehr positiv“, resümierte DGB-Jugendsekretär Björn Wortmann.

Dennoch gibt es laut DGB an einigen Stellen Verbesserungsbedarf. So gaben fast 44 Prozent der Azubis an, dass sie regelmäßig Überstunden machen. Und etwa 20 Prozent davon erhalten für diese Überstunden weder Freizeitausgleich noch Bezahlung.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die langen Arbeitszeiten Minderjähriger. Laut der Studie arbeiten fast 15 Prozent der unter 18-jährigen mehr als 40 Stunden in der Woche. Das ist gesetzlich verboten. „Wir fordern eine Ausdehnung des Jugendarbeitsschutzgesetzes“, so Wortmann. Seine zweite Kernforderung ist die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung. „Nur 28 Prozent der Befragten wissen sicher, dass sie übernommen werden“, sagt Wortmann. „61 Prozent sind völlig im Unklaren.“ Die Studie zeige, dass Jugendliche, die wissen, dass sie übernommen werden, deutlich zufriedener und motivierter seien.

    
    

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