aktualisiert: 07.02.2012 21:26 Uhr
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KREIS SCHWEINFURT
Fellbommel als Megatrend
Modische Mützen 2012
Im Landkreis ist die Mütze als Mode-Accessoire längst „in“ – und bei zweistelligen Minusgraden unverzichtbar
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Mützenwinter 2012: Nur wenn der Kopf warm eingepackt ist, frieren auch die Füße nicht (hier bei Magnus und Diana Karg aus Zeuzleben).
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Rosanna Karg: Mütze, Schal, Schnulli.
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Petra Kroll mit einer modischen Uschanka.
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Marietta Eder: Strick mit Blümchen.
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Lisa Meyer: Selbstgestricktes mit Original Fuchsfell-Bommel.Fotos: Holger Laschka -
Andrea Meyer: Neonwolle ist im Trend.
Der Fellbommel vom echten Fuchs ist der Megatrend am Mützenhimmel 2012. Das sagt zumindest Andrea Meyer – und sie muss es wissen. Als Mitarbeiterin im Schweinfurter Handarbeitsladen verkauft sie derzeit Wolle am laufenden Band an Selbermacherinnen aller Altersgruppen. „Stricken kann trotz aller Unkenrufe fast jede Frau“, sagt sie. Nur tun tut sie's eben nicht. In der aktuellen Frostperiode erinnern sich viele wieder ihrer handwerklichen Fähigkeiten und greifen zu bunter Wolle und dicken Nadeln, um Schönes, vor allem aber Warmes für Kopf, Hals und Füße zu stricken.
Bei der Jugend sind grelle Neonfarben (Andrea Meyer: „gelb, quietschig-grün oder pinky...“) im Trend, die Älteren mögen's auch noch bunt, aber in gedeckteren Tönen. Und obendrauf passt auf klassische Strickmodelle der trendy Fuchsfellbommel, eingefärbt passend zur Mütze. Strick mag „in“ sein in der Stadt; draußen auf dem Land setzen Diana Karg und ihre Mutter Rita Schraut voll auf Funktion – sie haben sich und die beiden Kids Rosanna (1 1/2 Jahre) und Magnus (3) unter wärmenden Fleece-Mützen versteckt. Das Quartett aus Zeuzleben ist am Dienstagnachmittag mutterseelenalleine auf dem Wernecker Wurmsee unterwegs, mit „Rutscherli“ für Rosanna, deren Fleece-Mütze zusätzlich von Strickwerk umgeben ist, und ersten Schlittschuhen für Magnus.
Warum ist es so wichtig, bei den aktuellen Temperaturen den Kopf warm einzupacken? „Wer keinen Kopfschutz trägt, wird spüren, dass der Körper die notwendige Wärme für den Kopf und die inneren Organe aus den Extremitäten holt“, sagt der Nürnberger „Kälteexperte“ und Journalist Reinhardt Wurzel. Kalt wird es im Zuge eines internen Wärmetauschverfahrens also an den Händen und Füßen, damit der Kopf nicht friert. Interessant überdies: 80 Prozent seiner Körperwärme verliert der Mensch über die relativ dünne Kopfhaut – sagt Wurzel. Wäre allerdings der gesamte Körper unbekleidet, läge die Wärmeabgabe über den Kopf bei lediglich zehn Prozent.
Egal. Wenn es draußen kalt ist, hat's der Mensch oben gerne warm, weshalb sich auch in Schweinfurts ältestem (und letztem) Hutfachgeschäft bei Herta Zorn am Kornmarkt die kaufwilligen Kunden derzeit die Klinke in die Hand drücken. Die Inhaberin kennt die Wünsche ihrer meist schon etwas älteren Kundschaft aus Stadt und Landkreis. Die Herren der Schöpfung, im Sommer meist begeisterte Basecap-Träger, greifen auch im Winter gern zur Basketballmütze – jetzt allerdings aus Schur- statt Baumwolle und mit ausklappbaren Ohrenkappen. Der Ohrenschutz ist auch Obligo bei den beliebten Flieger- oder „Russenmützen“ für die Dame, mit Schnüren oder Riemchen an den Kappen, zur Fixierung der Mütze unterm Kinn. Gern genommen werden aber auch Wollstrickmützen mit passenden Wollschals, jeweils grober Machart und schön bunt. Weil der Winter heuer später kam als im Vorjahr, hofft die Kundschaft von Herta Zorn auf saisonale Preisnachlässe, wird aber meist enttäuscht: „Wir sind zum Glück schon sehr gut ausgesucht.“
Quer über den Balthasar-Neumann-Platz in Werneck stapft ein kräftiger Mann. Auf dem Kopf eine dicke, braune Fellmütze vom Typ „Uschanka“. Geeignet für den harten sibirischen Winter und allemal auch für die derzeit frischen Temperaturen bei uns. Richtig echt ist sie als traditionelle Militärmütze der Sowjetarmee freilich nur mit Hammer und Sichel auf rotem Stern über der Stirn. Dieser Mützenschmuck fehlt dem Wernecker, der die Ohren- und Nackenteile tief heruntergeklappt hat und unbeirrt seines Weges geht. Ansprechen braucht man ihn nicht – unter dem dicken Zobel kann er nichts hören.
Von unserem Redaktionsmitglied
Holger Laschka
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