publiziert: 07.05.2010 16:37 Uhr
aktualisiert: 07.05.2010 17:15 Uhr
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Filme über Mai-Demos im Internet

Clips werden auch zur Propaganda genutzt

Linke Demonstranten in schwarz, Neonazis mit schwarz-weiß-roten Fahnen und Bürger, die zeigen, dass Rechtsradikale in ihrer Stadt nicht willkommen sind. Eine Woche ist es her, dass rund 10.000 Menschen gegen einen Aufmarsch von Neonazis in Schweinfurt auf die Straße gingen und etwa 850 Neonazis nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch die Stadt liefen.

Auf der Straße sind die Demonstrationen beendet, die Propaganda läuft im Netz weiter.

Wie auf Konzerten oder Festivals inzwischen üblich, wurden auch bei den Demonstrationen am 1. Mai in Schweinfurt die Kameras gezückt. In Videoportalen präsentieren Neonazis, Linke und bürgerliche Demonstrationsteilnehmer ihre Videos: Filmschnipsel zwischen 30 Sekunden und über zehn Minuten.

Die meisten beschäftigen sich mit der Gegendemo. Sie zeigen die friedliche Demonstration von Tausenden Menschen unter dem Motto „Schweinfurt ist bunt“, teilweise mit Vorspann, nachträglich aufgenommenem Kommentar und Musik. Zu sehen sind aber auch das Treffen der Rechtsradikalen am Schweinfurter Hauptbahnhof, das große Polizeiaufgebot dort und Gespräche von Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé mit Pressevertretern und der Polizei. Außerdem gibt es Filmchen von den Protesten der Gegendemonstranten entlang der Strecke mit vielen „Nazis raus“-Rufen und oft verwackelten Bildern.

Auch die Rechten haben gefilmt: Videos zeigen Gegendemonstranten an der Niederwerrner Straße, unterlegt mit rechtsnationaler Musik. Daneben sind Clips zu sehen, die Neonazis während der Demo in den eigenen Reihen und während der Kundgebung gedreht haben, diese allerdings meist in schlechter Qualität.

Gezielt versuchen Neonazis aber auch, Videos zu Propagandazwecken zu nutzen: Sie behaupten, dass 1100 statt der 850 Braunen mitmarschiert seien; mit viel Mühe wurden Bilder zusammengeschnitten und übereinandergelegt, um den Aufmarsch der Neonazis größer erscheinen zu lassen, als er tatsächlich war. Nur der Ton wurde – womöglich wegen verbotener Inhalte – gelöscht.

Eine Artikelsammlung zum Aufmarsch in Schweinfurt: HIER

(ac)
    
    

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