aktualisiert: 01.10.2008 12:28 Uhr
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SCHWEINFURT
Freie und Linke triumphieren auch bei Bezirkstagswahl
CSU verliert mehr als bei Landtagswahl – Jochen Keßler-Rosa mit Direktmandat – Petersen und Hahn über die Liste
Stärkere Verluste für die CSU als bei der Landtagswahl und höhere Zugewinne bei den Freien Wählern und der FDP; dazu die Linke mit 7,9 Prozent aus dem Stand. Das ist die Bilanz der Bezirkstagswahl im Stimmkreis Schweinfurt.
Die CSU sackte auf 43,9 Prozent ab; das sind 11,7 Punkte weniger als vor fünf Jahren. Der Verlust bei der Landtagswahl hatte 10,7 Punkte betragen. Von dem Erdrutsch profitierten die Freien, die sich auf 11,9 Prozent steigerten. Der FDP gelang fast eine Verdoppelung ihres Anteils auf 5,4 Prozent. Wahlsieger im Stimmkreis sind die Linken, die fast das gleiche Resultat erreichten wie bei der Landtagswahl: 7,9 Prozent. Die Grünen legten ein wenig hinzu, die SPD – ohnehin auf niedrigem Niveau – gehört mit einem Minus von weiteren zwei Prozentpunkten zu den Verlierern.
Erwartungsgemäß holte das Direktmandat der Schweinfurter Pfarrer Jochen Keßler-Rosa (CSU), der bei seinem Debüt 44,1 Prozent der Erststimmen schaffte und damit Nachfolger von Peter Heusinger (Niederwerrn) ist, der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Etwas mehr Stimmen hätte er sich freilich gewünscht, sagte Keßler-Rosa gegenüber dieser Zeitung. Gemessen am Gesamtergebnis der CSU am vergangenen Sonntag sei er zufrieden.
In dem Umstand, dass die CSU im Bezirkstag die absolute Mehrheit verloren hat, sieht Keßler-Rosa, der bislang schon in Ausschüssen vertreten war, kein Problem: „Es gab meistens einen parteiübergreifenden Konsens. Populistische Themen werden dort nicht erörtert: Da geht es vielmehr stark um den regionalen Proporz.“
Die Schweinfurter Stadträtin Kathi Petersen hat es über die SPD-Liste in den Bezirkstag geschafft und gehört dort einem Quartett ihrer Partei an. Der einzige Sitz der Linken geht an den Gochsheimer Thomas Hahn.
Der Landkreis Schweinfurt ist im neuen Bezirkstag zudem mit einer Frau vertreten: Die Kolitzheimerin Christine Bender (CSU) gewann mit 250 Kreuzchen Vorsprung das Direktmandat im Wahlkreis Kitzingen vor der dortigen Landrätin Tamara Bischof (Freie Wähler). Die Splitterparteien im Stimmkreis Schweinfurt erreichten bei der Bezirkstagswahl folgende Resultate: REP 3,2 Prozent (minus 2,8), ödp 1,1 (plus 0,4) und NPD 0,8.
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