publiziert: 29.03.2011 15:55 Uhr
aktualisiert: 29.03.2011 15:59 Uhr
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Gegen die Dämmokratur

Sanierungsfachmann referiert in der Bauhütte

(sia) Wenn ein Sanierungs-fachmann die politischen Vorgaben zur Energieeinsparverordnung kritisch hinterfragt und sich nicht scheut, auch mal Handwerkspfusch zu benennen, kann er sich einer großen Zuhörerschaft sicher sein. So war es auch, als Konrad Fischer, Architekt, Diplom-Ingenieur und Buchautor, in der Obbacher Bauhütten-Vortragsreihe über die kostengünstige und energiesparende Sanierung von Altbauten referierte.

60 Besucher ließen sich den TV-prominenten Kritiker im evangelischen Gemeindesaal nicht entgehen. Enttäuscht wurden sie nicht: Teils überzeichnend, teils provozierend, mit Bild- und Zahlenmaterial hinterlegt trafen seine Worte die Zuhörer und regten zum Nachdenken an. Konrad Fischer machte keinen Hehl aus seiner Meinung zu Normen und den politischen Vorgaben zur Energieeinsparverordnung: Ausdrücke wie „Dämmokratur“ oder „Ökoseuche“ fielen mit Nachdruck.

Eindrucksvoll zeigte Fischer auf, wie aus einer Bauruine ein Schmuckstück werden kann – und dies so kostengünstig wie möglich. Das Geheimnis bestehe darin, vorhandene Bauteile zu verwenden und diese zu reparieren. Eine Reparatur komme in den meisten Fällen billiger als ein Neubau. Voraussetzung für eine Sanierung im Kostenrahmen sei eine detaillierte Bestandsaufnahme des Bauzustandes.

Der Referent wies darauf hin, dass eine Wärmedämmung gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) nur dann sinnvoll sei, wenn sie auch wirtschaftlich sei, das heiße, sich innerhalb von zehn Jahren rechne. Ansonsten sei es rechtens, eine Befreiung zu beantragen. Oft lohne es sich, mit „dem spitzen Stift“ zu rechnen, um eine entsprechende Aussage treffen zu können.

Zahlreiche Themen wie die Behandlung von Fensterrahmen mit Leinöl, die Verwendung von Luftkalkmörtel oder der Vergleich von Heizsystemen kamen zur Sprache. Zum Nachlesen finden sich solche Informationen unter www.konrad-fischer-info.de auf Fischers Internetseite.

Die Bauhütte ist ein bayernweites Modellprojekt, dessen Ziel es ist, die Bürger für die Thematik „Bauen im Bestand“ zu sensibilisieren und Hilfestellung zu leisten. Das Informationsgebäude in der Schweinfurter Straße 5 in Obbach ist jeden ersten Samstag im Monat von 14 bis 15 Uhr geöffnet, das nächste Mal am 2. April. Der nächste Fachvortrag am Mittwoch, 18. Mai, ist um 19 Uhr im ehemaligen Obbacher Rathaus zum Thema „Grüne Bausteine in der Dorferneuerung“. Der Eintritt ist wie immer frei. Anmeldung: Tel. (0 97 26) 90 74 86 oder E-Mail: info@bauhuette-obbach.de

    
    

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