publiziert: 26.08.2009 15:48 Uhr
aktualisiert: 26.08.2009 15:53 Uhr
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Gelungene Reanimation

Nach Weiß-Blau-Pleite: Neuer Tennisclub hat schwere Anfangszeit gemeistert

Im Tennisclub Schweinfurt ist noch viel Weiß-Blau drin. Insofern stimmt es schon, wenn auf der neuen TC-Homepage von einer Rückkehr an die alte Spielstätte im Sachs-Stadion die Rede ist. Der nach der Weiß-Blau-Pleite im November 2008 noch mit vielen Unsicherheiten aus der Taufe gehobene Nachfolgeverein schreibt seitdem tatsächlich „eine einzige Erfolgsgeschichte“, sagt Vorsitzender Thomas End zur ersten Saison.

  • Der TC wird nächstes Jahr wieder seine vier Seniorenteams melden – dreimal Herren und einmal Damen.
  • Beim neuen Tennisverein TC Schweinfurt bewegt sich wieder was.
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Der Schuldenberg, die Pleite, das Aus des Traditionsvereins – das habe vielen Weiß-Blauen in der Seele weh getan. Der Niedergang des Geländes auf den Hundertäckern sei der Hauptantrieb für eine Neugründung gewesen. Es ging darum, die unter Denkmalschutz stehende Anlage im Stadion nicht auch noch sterben zu lassen, erinnert der TC-Vorsitzende. Das ist dem Verein mehr als gelungen. Mit Arbeit der Mitglieder und dank einem von der Agentur für Arbeit geförderten Projekt für Langzeitarbeitslose.

Aber der Reihe nach: Der Crew, die sich dann auch für den Vorstand zur Verfügung stellte, war von Anfang an klar, dass der TC nur überleben kann, wenn mindestens 120 Mitglieder mitmachen. Kurz nach der Gründung waren es schon 126, aktuell sind es 186. End rechnet damit, dass zum Jahreswechsel auf 2010 die 200er-Marke überschritten ist.

Das liegt zum einen an der zuvor unüblichen Öffentlichkeitsarbeit. Schon zweimal erhielten die Mitglieder die neu konzipierten „TC-News“, zum Geburtstag erhält jeder TCler ein persönliches Anschreiben und die Homepage (www.tc-schweinfurt.de) ist stets auf dem aktuellsten Stand. Dann finden bewusst „die Gemeinschaft fördernde Veranstaltungen statt“, sagt End, und zählt eine Schlachtschüssel, ein Vereinsturnier mit Terrassenfest und eine gemeinsame Fahrt zum Weißenhof-Turnier in Stuttgart auf.

Besonders erfreulich: Eine Werbeaktion in Schweinfurter Schulen trägt erste Früchte. Zehn Jugendliche sind eingetreten. Der TC lockt gleichwohl mit dem besten aller Mittel: 18-Jährige zahlen keinen Beitrag. „Die Jugendabteilung muss natürlich erst noch aufgebaut werden“, sagt End. Der neue Trainer Daniel Götz, der weiterhin auch beim TV in Haßfurt Training gibt, helfe dabei ebenso tatkräftig mit wie Jugendleiterin Hiltrud Schurz.

Nach der Gründung sei erstmal „viel Bürokratie“ zu bewältigen gewesen, so End. Der Vorstand trifft sich wegen der vielen Aufgaben noch monatlich, alle arbeiten aber aktiv mit. Längst unter Dach und Fach ist ein neuer Pachtvertrag für die Nutzung des Stadiongeländes. Neu ist auch der Vertrag mit Wirt Andy Knaier. Die öffentliche Gaststätte ist dank ebenfalls neuer Speisekarte „deutlich mehr belebt“, freut sich End über viele auch Nichttennisspieler, die das Ambiente in diesem „besonderen Biergarten“ nutzen.

Tatkräftig mitangepackt haben die Mitglieder bei Entrümpelungsaktionen im Umkleidehaus vor den Plätzen fünf bis sieben, im Saal des Vereinsheims oder bei der Sanierung der Anlage. Der Saal fasst 100 Personen, er wird auch vermietet. Mieten kann man auch als Nichtmitglied die von der Stadt kürzlich angemietete Einfeldhalle. Ab Mitte September beginnt die Hallensaison, bis dahin sind die Malerarbeiten erledigt, funktioniert die Beleuchtung.

„Entscheidend weitergebracht“ hat den Verein das Projekt mit dem Arbeitsamt. Wege sind erneuert, eine zweite Terrasse auf der Gegengeraden gebaut worden. Wieder intakt ist die Tenniswand.

Die Zukunft: Der TC wird nächstes Jahr wieder seine vier Seniorenteams melden (dreimal Herren und einmal Damen, letztere eine Klasse tiefer) und hofft, dass wieder ein Herren-Team um Punkte kämpft. Für eine Jugendmannschaft sei es 2010 noch zu früh. Der Möhring-Cup wird wieder auf der Stadionanlage stattfinden, der heuer bei der Premiere 1000 Tennisfreunde ins Stadion lockte. Sie alle zeigten sich begeistert von der Tennis-Wiederbelebung im Stadion, berichtet End. Sorgen bereite nur der Zustand des Vereinsheims. Es müsse dringend saniert werden.

Von unserem Redaktionsmitglied hannes Helferich
    
    

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