publiziert: 19.02.2012 13:31 Uhr
aktualisiert: 19.02.2012 18:44 Uhr
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Höpperles-Turm wieder aufbauen?

Peter Hofmann setzt sich für ein Stück Alt-Schweinfurt ein:

„Das Höpperle liegt hinter dem nördlichen Teil der Stadtmauer, die hier noch erhalten ist. Das Berglein hinter der Mauer heißt das Höpperle. Jetzt ist eine Treppe dort. Im Winter fuhr die Jugend gern auf dem Höpperle Schlitten“. In seinem Klassiker „Alt Schweinfurt“ beschreibt der Pädagoge und Heimatforscher Hubert Gutermann (1894-1972) so das „Höpperle“.

  • Romantisch: Eine historische Ansicht vom Höpperles-Turm.
    Fotos: Peter Hofmann
Bild von
Der Komplettumbau des Areals zwischen Hader-, Wolfsgasse, Neutorstraße und Stadtmauer hat das Höpperle zur Geschichte gemacht. Es existiert nicht mehr. Gutermanns Beschreibung bleibt als nette Erinnerung.

Zumindest ein Relikt aus der „guten, alten Zeit“ wünscht sich nun aber der Ex-Stadtrat, Rechtsanwalt Peter Hofmann, zurück. Der einst in die Stadtmauer integrierte Höpperles-Turm. Er war bis in die 1940er Jahre bewohnt, ist im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Hofmann regt nun an, diesen „Turm im Rahmen der derzeitigen Baumaßnahmen wieder aufzubauen“.

Der Erhalt dieses „weiteren Stücks Alt-Schweinfurt würde nicht nur uns Schweinfurter erfreuen, er würde Schweinfurt auch für Touristen noch interessanter machen“, ist Hofmann überzeugt. Er fragt, warum sich die nördliche Stadtmauer nicht auch zu einem Juwel entwickeln soll, wie das im Osten schon der Fall ist. Hofmann präsentierte im Gespräch mit dieser Zeitung seine Bemühungen in den 1970er Jahren – noch als Stadtrat – zum Erhalt der Walltürme im Osten. Sie sind mittlerweile saniert, einer wird regelmäßig von der Autorengruppe genutzt.

Den Höpperles-Turms in seiner alten Form „wieder auferstehen zu lassen“ nennt Hofmann „ein Stück Wiedergutmachung für die Beseitigung der westlichen Mauer“, die dem Kaufhaus Horten (heute Galeria Kaufhof) zum Opfer gefallen sei. In der Schweinfurter Geschichte seien Stadtmauertürme oder auch Tore immer mal wieder zerstört und anschließend wieder aufgebaut worden, wirbt er für eine Rekonstruktion, des deshalb auch die viel beachtete Homepage „Mein Schweinfurt“ aufgebaut hat (www.schweinfurtfuehrer.de).

Baureferent Jochen Müller kennt die Idee, steht ihr offen gegenüber. Er sagt, dass der Stadt der Erhalt von Alt Schweinfurt seit Jahrzehnten ein Anliegen sei. Oberer Wall und Jungfernkuss in der Schultesstraße nennt er als Beispiele. Im Rahmen der aktuellen Altstadtsanierung im Revier Neue Gasse werde die Stadtmauer ebenso Zug um Zug freigelegt, saniert. Der Plan ist, den Grüngürtel um die Stadtmauer via Fichtelsgarten hinüber zum Theaterpark zu erweitern, auch dort einen Durchgang zu schaffen.

In diesem Bereich der Stadtmauer existieren drei noch mehr oder weniger gut erhaltene Pulvertürme. Vom Turm nahe dem SPD-Haus gibt es nur noch Fragmente, der mittlere im Bereich der früheren Wäscherei steht zur Hälfte, der dritte auf Höhe des Schanzen-Kindergartens noch fast komplett. „Diese Turmsituation“ will man erhalten, was aber nicht heißt: Sie werden alle in ihrer alten Gestalt wiederaufgebaut.

So sei das auch beim Höpperle denkbar. Vorhanden seien die Mauerreste zweier Türme. Eine originalgetreue Rekonstruktion beider Türme „sehen die Denkmalpfleger nicht so gerne“. Vorstellbar wäre allerdings, den vorhandenen Mauerrest etwa beim Höpperle „zu erhöhen“, wie man das beim Wiesenhüter-Turms am Oberen Wall im Osten (gegenüber der Einfahrt zum Rückert-Centrum) gemacht habe. Auf dem Plateau ist heute ein Sitzplatz geschaffen. Denkbar wäre aber auch, das Fragment „bewusst mit neuen Materialen“ aufzubauen. Zu spät nennt er Hofmanns Vorstoß nicht, weil die Stadtmauer im Châteaudun-Park erst nach der Fertigstellung der Gebäude auf dem Gelände Hadergasse Sanierungsprojekt wird. Heißt: Es ist viel Zeit, sich mit der Idee Hofmanns zu beschäftigen.

 
Von unserem Redaktionsmitglied Hannes Helferich
    
    

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Die neuesten Kommentare

wanderfreund (76 Kommentare) am 20.02.2012 12:44

Hamm mer den noch geld für so nen Schmarrn?

Da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Auf einen oder zwei Türme mehr kommts ja jetzt auch nicht mehr an. Dafür solen dann öffentliche Gelder verschleudert werden? Vernünftiger wäre es jeden übrigen Cent in die Schulen von Schweinfurt oder in die energetische Sanierung alter Gebäude zu stecken. Schaut Euch doch mal die z.T. maroden Schulgebäude in SW. an und was da für Energie zum Fenster rausgeblasen wird. Also jetzt bleibt bitte auf dem Teppich Leute und macht was vernünftiges!
(0)
dbauer (24 Kommentare) am 19.02.2012 21:13

Warum nicht?

Ich fände dies gut. Der Vorschlag sollte umgesetzt werden
(0)
kdfvwmann (97 Kommentare) am 19.02.2012 18:26

Höpperle-Turm wieder aufbauen?

[Selbstverstaendlich alles wieder aufbauen was der Stadt den kulturellen und historischen Character bereichert!
Stellt euch bloss mal Rothenburg od Tauber oder Nuernberg ohne Stadtmauer und Tuerme vor!
(0)
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