aktualisiert: 08.07.2010 16:12 Uhr
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SCHWEINFURT
Honky Tonk wird zum Sommernachtsmärchen
17 000 feiern eine ausgelassene Kneipen-Open-Air-Party
Für seine Rhetorik ist Ralf Hofmann bekannt. Schon zu seiner Zeit als Schweinfurter Stadtrat hatte er eine solche gezeigt. Das erfolgreich zu Ende gegangene Public Viewing vor Wochenfrist – seine Blues Agency war einer der Partner – nannte er ein „Sommermärchen“. Das mit unerwarteten 17 000 Besuchern „völlig überrannte“ 16. Honky-Tonk-Kneipenfestival betitelte er beim „Resümeeziehen“ folgerichtig als ein „Sommernachtsmärchen“.
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7 Faces begeisterten im Rathausinnenhof.
FOTO laszlo ruppert -
Am Schrotturm ging mit „Four Roses“ die Post ab.
FOTO Laszlo Ruppert -
Gute Stimmung im „Stereo 117“.
FOTO Waltraud Fuchs-Mauder -
Mehr Kontakt zum Künstler geht kaum: Die Jens-Filser-Bluesband im Ebracher Hof.
FOTO Laszlo Ruppert -
Kneipenmusik: Im Tapas mit Steve Hooker's Rockin.
FOTO Laszlo Ruppert
Hofmann und Blues-Agentur-Partner Dominik Brähler haben das Festival völlig umgekrempelt. Viele gewohnte Standorte – Zeughaus – blieben außen vor, einige neue, auch außergewöhnliche – ehemalige Apotheke Kornmarkt – kamen hinzu. Sieben unterschiedliche Festivals im Festival wurden neu installiert. Zum einen, um das (ältere) Publikum der Bluestage (wieder) anzulocken, zum anderen, um mit frischen, authentischen, jungen Musikern aus der Region den jüngeren Jahrgängen ein Feld zu bieten. Statt der „eins, zwei Jahre, die ein solcher Versuch wohl braucht“, sei das neue Konzept sofort aufgegangen, freute sich am Sonntagmorgen ein zwar übermüdeter, aber glücklicher Blues-Agent.
Online-Tipp
Einen kurzen Videoclip von Steffi List finden Sie <HIER>.
Einen kurzen Videoclip von 7 Faces" finden Sie <HIER>.
Tatsächlich war etwa beim Rock-Festival in der stillgelegten Apotheke in der Bauerngasse bei „Rambles“, „Gung Fu“ und „Ghost Rockets“ eher junges Volk auszumachen, während nebenan open air bei den Shades die Fünfziger aufwärts oder im Ebracher Hof (Elke Neugebauer, Mad Bob und Klasse auch Jens Filser Bluesband) die ausgemachten Blues-Fans gewaltig auf ihre Kosten kamen. „Wir haben die Musikqualität zurück geholt“, sagt Hofmann.
Und dritter Erfolgsgarant: Petrus. Zurückliegendes Jahr hielten Kühle und Nässe viele ab. Am Samstag waren bei bestem Party-Wetter mindestens 4000 Leute mehr unterwegs, kein Rekord allerdings wie vor acht Jahren, als es über 20 000 waren. „Das war am Wochenende ein Fest von Freunden“, sagte Hofmann, der sich freute, dass trotz der Menschenmassen und nicht unwesentlichen Alkoholkonsums „bis auf einige Kleinigkeiten“ nichts passiert sei.
Dauerhaft voll war der Bereich ums Cinema („Breitner“), der Brauerhof Roth („Kojak“ und eine Stunde mit Steffi List alias Blond, der Bereich musste einmal sogar gesperrt werden) sowie der Rathaus-Innenhof, wo vor allem „7 Faces“ für Furore sorgten. Die Band managet übrigens Anja Lukaseder, die in einer der Jurys von Bohlens „Deutschland-sucht-den-Superstar-Castings“ saß.
Weitere Schmankerl: „Four Roses“ freuten sich, dass sie in der Rosengasse spielen durften; das Kunstprojekt Ton-Quadrat warb in eigener Sache und verkündete den eigenen Auftritt in der Disharmonie mit Kreidehinweisen auf dem Asphalt vor dem Museum Schäfer. Aufsehenerregend war der Alphörner-Auftritt von „Alpcologne“ auf der Straße, war das Lagerfeuer auf dem noch um 3 Uhr morgens bestens belegten Markt und der unerwartete Erfolg im Distelhäuser Stadtgarten. Erfreulich auch, dass das Rauchverbot drinnen weitgehend eingehalten wurde und die Wildpinkelei dank gesperrter Gassen und zusätzlicher Toilettenwägen eingedämmt wurde.
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