aktualisiert: 08.07.2010 16:12 Uhr
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SCHWEINFURT
Honky Tonk begeisterte die Massen
Petrus muss ein Honky Tonker sein. Am Freitag noch übelst gelaunt, schickte der Wettergott am Samstag erstmals wieder Sonne auf die Gründerstadt des Kneipenfestivals. Geschätzte 18 000 Besucher aller Altersgruppen stürzten sich ins Getümmel.
Über 13 000 hatten ein Bändchen am Handgelenk und damit beim 15. Honky Tonk überall Zutritt. Der Rest feierte auch, blieb aber Zaungast. Die Zahlen decken sich mit denen des Vorjahres, weshalb der neben Dominik Brähler erste Blues-Agent Ralf Hofmann sich beim sonntäglichen Frühschoppen beim VfR gut gelaunt zeigte.
Kein Wunder: Die dezent präsente Polizei hatte am Sonntag keine besonderen Honky-Tonk-Vorkommnisse zu melden. Erstmals gab es zum Auftakt (19 Uhr) eine Pre-Prayed-Party. Etwa 600 Besucher folgten dem BDKJ-Ruf zum Auftaktgottesdienst in die Heilig-Geist-Kirche mit Bridge to a Prayer. Wegen des „runden Geburtstages“ gab es auch offizielle Reden in der Markthalle. Ralf Hofmann erinnerte ein wenig, OB Gudrun Grieser hatte das Programm studiert: „Das Festival ist über die Kneipen hinaus auf die Plätze gewachsen“. Stimmt.
Mit den Anfängen in den 90ern ist das Honky Tonk 2007 nicht mehr vergleichbar. Auch die Blues-Agentur kann sich dem Mainstream nicht verschließen, macht mehr Party. Die ist erst durch die Open-Air-Bühnen möglich. Dort wird viel gecovered, zum Teil sehr gut wie durch die Fachärzte im Rathaus-Innenhof.
Wem nach anderem ist, der kommt auch auf seine Kosten. Das Ur-Honk-Tonk-Feeling findet weiterhin in den Kneipen statt, die rappelvoll waren und so etwas wie Atmosphäre bieten. Dafür sorgte beispielsweise im Café Vorndran Blueserin Sydney Ellis mit ihren drei Herren, oder Funker Worthy und Co. im Tapas, oder Thomas Gerdiken im Rossino oder Nonvio im Meetropolis mit Afrikanischem. Es war für alle etwas dabei.
Viele ganz Junge nutzten das neue Angebot eines verbilligten Eintritts beim Local Hero Festival im Theorema. Die Senioren dominierten im Ebracher Hof, wo Local Heroes ihrer Jugendzeit, die Shades, aufspielten.
Diese Semester begegneten gegen 23 Uhr auf dem Heimweg jungen Leuten, die da erst in die Party einstiegen. Bis 4 Uhr morgens tummelten sich Tausende noch im Suzi Wong im Hafen und im East bei einer Boy-Band aus Berlin.
In Leipzig, dem Sitz der Agentur, gibt es kein Honky Tonk mehr, in Schweinfurt ist das Festival Jahreskalender-Bestandteil. In seinem Resümee nannte Hofmann auch bisher unbekannte Zahlen: Inklusive Feuerwehr, Toilettenfrau und Security beschäftigte die Blues-Agentur in der Nacht 250 Leute. Insgesamt waren 1000 Menschen in Kneipen und drumherum im Einsatz.
Weitere Fotos vom Honky Tonk unter www.mainpost.de in der Rubrik Partybilder.
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