publiziert: 16.03.2011 11:40 Uhr
aktualisiert: 16.03.2011 16:13 Uhr
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Im atomaren Notfall wird die Rhön Zuflucht

Schweinfurter würden im Ernstfall in umliegenden Landkreisen Aufnahme finden
  • Kühltürme im Hinterhof: Garstadt liegt dem Kernkraftwerk in Grafenrheinfeld am nächsten. Im Ernstfall und der Notwendigkeit einer Evakuierung würden die Einwohner rund um des KKG hauptsächlich in umliegende Landkreise gebracht.
    Foto: Elmar Hochholzer
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Keiner hofft, dass es geschieht, aber natürlich gibt es Planungen für den Ernstfall, für den Fall nämlich, dass im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld ein so großer Störfall eintreten würde, dass es zum Austreten radioaktiver Strahlung käme. Die Betreiber von Kernkraftwerken sind durch das Strahlenschutzvorsorgegesetz verpflichtet, die Bevölkerung, die bei einem Ernstfall von radioaktiver Strahlung betroffen sein könnte, über die Sicherungsmaßnahmen und das richtige Verhalten zu informieren. Das erklärt Regierungspräsident Paul Beinhofer in einer von Kraftwerksbetreiber E.ON herausgegebenen Broschüre, die alle Haushalte in einem Fünf-Kilometer-Umkreis um den Atommeiler vor etwa drei Jahren erhalten haben.

Unter anderem ist dort genau aufgelistet, wer im Fall der Fälle wohin evakuiert würde. Hauptsächlich die Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge, die außerhalb der 25-Kilometer-Zone liegen, müssen dann evakuierte Menschen aufnehmen. Fest stehen die Orte, in die die Einwohner aus der so genannten Mittelzone (bis zehn Kilometer Radius um das Kernkraftwerk) weggebracht werden, berichtet Thorsten Wozniak, Pressesprecher des Landratsamtes Schweinfurt.

Wer nicht mit dem eigenen Auto wegfahren kann, für den sind Sammelstellen benannt, von wo aus es dann mit Bussen weitergeht. Wozniak sagt, dass es bei einem Freiwerden von Radioaktivität auch auf die Windrichtung ankomme, welche Ortschaften betroffen sind. Es werden dabei nicht gleich alle Orte in der Zehn-Kilometer-Zone um das Kraftwerk evakuiert. Dafür ist die Zone noch einmal in Sektoren unterteilt.

Wenn der Wind etwa aus dem Osten weht, werden zunächst die Ortschaften westlich des Kraftwerkes evakuiert. Die Wernecker, die davon beispielsweise betroffen wären, kämen dann nicht einfach ein paar Kilometer weiter gen Westen nach Karlstadt, sondern ins nördlich gelegene Bad Kissingen. Eine besondere logistische Aufgabe ist die Evakuierung der 53 000-Einwohner-Stadt Schweinfurt. Sie werden stadtteilweise auf verschiedene Gemeinden von Würzburg, Aschaffenburg bis Coburg verteilt.

Für die aufnehmenden Landkreise geht es darum, Unterkünfte bereitzustellen. Das können nach Angaben von Gerald Söder – im Landratsamt Rhön-Grabfeld für den Katastrophenschutz zuständig – Turnhallen sein, aber auch Pensionen oder Privatunterkünfte. Und es wird darum gehen, die Evakuierten zu verpflegen.

Bei Katastrophenschutzübungen in den Landkreisen gehöre auch das Durchspielen von Evakuierungen zum Szenario berichten Wozniak und sein Pressesprecherkollege aus den Haßbergen, Martin Schulze-Röbbecke. Allerdings: Pläne sind eines, Realitäten eine andere Sache. Und zu den Realitäten gehört auch, wie sich in Japan zeigte, dass neben der Intensität des Freiwerdens gefährlichen Materials auch deren Art und die Wetterlage, insbesondere auch die Windrichtung, von enormer Bedeutung sind.

„Für die 25-Kilometer-Zone gibt es keine speziellen Evakuierungspläne“, sagt der Schweinfurter Sprecher Wozniak. Wenn der Störfall so stark sei, dass der Umkreis von 25 Kilometern betroffen wäre, könne man keine Linie mehr ziehen. In einem solchen Fall würde „nach Bedarf“ evakuiert – bis zu einem Umkreis von 100 Kilometern.

Hier kann man die komplette Broschüre mit den Hinweisen zum Evakuierungsfall downloaden:

http://www.regierung.unterfranken.bayern.de/imperia/md/content/regufr/verwaltungundrecht/sg10/brosch_kkg_b_16_06_08.pdf

Von Hubert Herbert, Björn Kohlhepp, Alois Wohlfahrt und Josef Schäfer
    
    

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Die neuesten Kommentare

galaxie (9 Kommentare) am 17.03.2011 11:24

Man hätte alles 100% im Griff -:))

"Wenn der Wind etwa aus dem Osten weht, werden zunächst die Ortschaften westlich des Kraftwerkes evakuiert" (Zitat aus dem MP Bericht)

Mann o Mann welch eine Naivität man heir an den Tag legt, für wie dumm hält man die Bürger?
Und wenn der Wind permanent dreht, wie sieht dann der "Plan" aus?
Die Rhöner haben im Fall des Falles keine Zeit für die Schweinfurter, die hätten mit sich zu tun.

Gruß Galaxie
(0)
Mrs.Bean (70 Kommentare) am 17.03.2011 07:01

Herr Beinhofer

hat halt Sinn für Humor ...
Aber das hier ist eine gottverdammt ernste Sache - und derartige Ernstfallpläne sind besser beim Elferrat aufgehoben.
Hab noch wie heute die Kommentare der Landbevölkerung in der MP im Ohr, dass die Windräder die Landschaft (Flurvereinigte Weinberge und Äcker) verschandeln - Verstrahlung sieht man wenigstens nicht - gell! Ohne Worte!!!
(0)
fam. feuerstein (2510 Kommentare) am 17.03.2011 06:54

Als ob die Rhön sicherer wäre !!! Lachhaft !!!

Vielleicht nutzt eine Flucht zwischen die dicken Berge in den Alpen noch was, aber die Rhön ```` tsss, tsss, tsss....

Ist so als ob sich eine Maus statt in ihrem Loch hinter einem Baum vor der Katze verstecken wollte..... grinsen zwinkern
(1)
blaubi (2804 Kommentare) am 16.03.2011 13:41

nun dann

...baut jetzt auch noch in der rhön atombunker.
übertreibung ist wohl auch ne tugend.
(0)
Du_di_ned_oo (2934 Kommentare) am 16.03.2011 13:28

Ja - mach nur einen Plan ... Und mach dann noch´nen zweiten Plan gehn tun sie beide nicht.

http://www.youtube.com/watch?v=WENkquBHchM

Meine modifizierte Strophe:

Ja; mach nur einen Plan
sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch´nen zweiten Plan
gehn tun sie beide nicht.
Denn für diese Technik
ist der Mensch nicht schlau genug:
drum ist all sein Streben
nur ein Selbstbetrug.


--------------------------
Im Orginal:

Der Mensch lebt durch den Kopf
der Kopf reicht ihm nicht aus
versuch es nur; von deinem Kopf
lebt höchstens eine Laus.
Denn für dieses Leben
ist der Mensch nicht schlau genug
niemals merkt er eben
jeden Lug und Trug.

Ja; mach nur einen Plan
sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch´nen zweiten Plan
gehn tun sie beide nicht.
Denn für dieses Leben
ist der Mensch nicht schlecht genug:
doch sein höch´res Streben
ist ein schöner Zug.

Ja; renn nur nach dem Glück
doch renne nicht zu sehr!
Denn alle rennen nach dem Glück
Das Glück rennt hinterher.
Denn für dieses Leben
ist der Mensch nicht anspruchslos genug
drum ist all sein Streben
nur ein Selbstbetrug.

Der Mensch ist gar nicht gut
drum hau ihn auf den Hut
hast du ihn auf den Hut gehaut
dann wird er vielleicht gut.
Denn für dieses Leben
ist der Mensch nicht gut genug
darum haut ihn eben
ruhig auf den Hut.

Bertolt Brecht
(0)
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