aktualisiert: 08.11.2010 18:07 Uhr
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KREIS SCHWEINFURT
Jede Spende bringt ein Stück Lebensqualität
Verein „Werke statt Worte“ will notleidenden Menschen in Vukovar und Vinkovci wieder Weihnachtsfreude bereiten
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Hilfe für Vukovar und Vinkovci: Der Vorsitzende des humanitären Vereins „Werke statt Worte“, Rudolph-Otto Karg (links), und Organisator Hans-Jürgen Runge (rechts), hoffen wieder auf Unterstützung von Vereinen, Verbänden, Firmen, Organisationen, Institutionen und Privatleuten.Foto: Werke statt Worte
15 Jahre nach Ende des Kroatienkriegs leben immer noch viele Menschen im Raum Vukovar in kaum vorstellbarer Armut. Immer noch sind viele Menschen von den Kriegsgräueln traumatisiert. Zu allem Überfluss fehlt es an Arbeitsplätzen und Zukunftsaussichten für die Jugend und besonders jetzt im Winter an Holz und Kohlen.
Die größte Not in den gebeutelten Ex-Kriegsgebieten zu lindern, das ist seit 1991 das Anliegen von Hans-Jürgen Runge und Ehefrau Ingrid aus Gerolzhofen sowie ihrer Helfer. Inzwischen sammeln sie zusammen mit dem Verein „Werke statt Worte“, der ursprünglich unter der Bezeichnung „Fenster für Mostar“ fungierte, Hilfsgüter verschiedenster Art. Momentan läuft gerade wieder die jährliche große Weihnachtspaketaktion.
Hans-Jürgen Runge: „Allein im Raum Vukovar benötigen über 800 Familien, im Raum Vinkovci gar rund 2000 Familien aufgrund bitterer Armut unsere Hilfe. Jede Spende erhöht dort die Lebensqualität.“
Allein bis Oktober 2010 konnten die ehrenamtlichen Helfer wieder zehn Sattelzüge mit Hilfsgütern für Familien in Not beladen. Seit 1994 sind es bereits 273 große Hilfstransporte, die über den humanitären Verein „Werke statt Worte“ liefen.
Mit den beiden letzten Sattelzügen wurden unter anderem Kinderbetten und andere Dinge für die Kinderklinik in Vinkovci transportiert, aber auch Klinikbetten für Familien, die Angehörige zu Hause pflegen. Vereinsmitglieder wachten wieder mit den örtlichen Helfern über die korrekte und gerechte Verteilung der Hilfsgüter an die in sozialer Not lebenden Menschen, egal welcher Religion.
Es ist immer wieder eine große Leistung der Spender und eine ebenso große Leistung der Verantwortlichen und Helfer, vor allem, wenn man um die gewaltige Logistik weiß, die von der Planung, über das Packen und Beladen bis hin zur Verteilung hinter einem Transport steckt.
Gegenwärtig wird die große Weihnachtspaketaktion 2010 vorbereitet. Schon in wenigen Wochen sollen die Lebensmittelpakete auf die lange Reise gehen, um rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest bei den Hilfsbedürftigen anzukommen.
Konkret werden wieder Lebensmittel- und Hygieneartikelpakete im Wert von rund 25 Euro oder mehr gesammelt, um den Menschen eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Der Inhalt könnte etwa aus Christstollen, Gebäck, Schokolade, Mehl, Zucker, Babynahrung, Trockenmilch, Honig, Tütensuppen, Reis, Margarine, Fisch- und Obstkonserven, Nudeln, Kaffee oder Tee bestehen und sollte Weihnachtsfreude vermitteln.
Die Pakete können im Sammellager in Löffelsterz an den Samstagen 27. November und 4. Dezember von 9 bis 12 Uhr abgegeben werden. Eine zusätzliche Annahme ist bei der Familie Runge in der Von-Ketteler-Straße 40 am Freitag, 3. Dezember, möglich. Die Hoffnung des Vereins ist, zwei große Sattelzüge beladen zu können, einen traditionsgemäß für die Region Vukovar und in diesem Jahr zusätzlich einen für Vinkovci.
Hans-Jürgen Runge: „Wenn wir es schaffen, genügend Lebensmittelpakete zusammenzubringen, dann schicken wir ihn nach Vinkovci.“
Der Verein bittet in diesem Zusammenhang um Verständnis dafür, dass die Lagerflächen derzeit ausschließlich für die Weihnachtsaktion benötigt werden und andere Spenden wie Möbel oder Kleidung erst wieder nach Weihnachten angenommen werden können.
Wie seit 1991 möchten Kinder aus der Region zusätzlich zu den großen Weihnachtspaketen wieder über 2000 kleine Tüten mit süßen Überraschungen packen. Diese Weihnachtstüten sollen am ersten Weihnachtsfeiertag in der Kirche von Vukovar und, wenn ausreichend, auch in der Kirche von Vinkovci an die Kinder verteilt werden. Doch ausgerechnet in diesem Jahr droht die Aktion an fehlenden Süßigkeiten zu scheitern.
Süßigkeiten-Spenden sind eilig
Hans-Jürgen Runge: „Das geht uns schon etwas nach. Es wäre für die Kinder jammerschade, wenn diese schöne Tradition plötzlich abbrechen würde.“ Die willkommenen Süßigkeiten-Spenden müssten jedoch bis spätestens Mitte November eingehen, da die Tüten noch im Keller der Runges gepackt werden müssen.
Mit Hilfe von Spendengeldern können zusätzlich vor Ort für die ärmsten Familien, Kinder und alten Menschen Brot und Milch, Fleisch, Heizmaterial und Arzneimittel gekauft werden. Überhaupt ist der Verein für weitere Hilfstransporte nach Ostslawonien, Bosnien und andere frühere Kriegsgebiete auf die finanzielle Unterstützung angewiesen.
Was die Sachspenden anbelangt, so appellieren die Verantwortlichen, nur gut erhaltene und noch verwendbare Dinge abzugeben.
Geldspenden können auf das Konto 1440360 des Vereins Werke statt Worte bei der Flessabank in Schweinfurt (BLZ 793 301 11) eingezahlt werden. Nähere Informationen gibt es unter Tel. (01 73) 663 26 95 (Verein Werke statt Worte) und speziell, was die Süßigkeiten anbelangt, bei Hans-Jürgen Runge unter Tel. (01 60) 90 15 64 50.
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