publiziert: 17.02.2010 10:53 Uhr
aktualisiert: 17.02.2010 15:21 Uhr
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Jetzt stürmt er für die Linken

OB-Wahl 2010: Frank Firsching mag Sport, Dart, Wandern, Schnickerli und einen trockenen Silvaner

  • Frank Firschings liebster Platz: Hier, auf dem Fußballplatz des TV Oberndorf, hat der OB-Kandidat der Linken seine schönsten Zeiten als Kind und Jugendlicher verbracht. Er war Außenstürmer – Rechtsaußen. Auf Schnee zu spielen hat er gehasst.
    Foto: Waltraud Fuchs-Mauder
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Er ist körperlich nicht der Größte, aber beim DGB Schweinfurt-Würzburg ganz vorn. 61 000 Mitgliedern steht er vor – aber auch dem Kreisverband der Linken und ihrer Stadtratsfraktion. Jetzt drängt er an die Spitze der Stadt Schweinfurt, will ihr neuer Oberbürgermeister werden: Frank Firsching.

    
OB-Kandidat Frank Firsching (Linke)
Lieblingsort: Der TV-Oberndorf.
    

Er ist ein Sohn dieser Stadt, geboren am 23. Mai 1964. Vom Kornmarkt zieht die Familie nach Oberndorf, als Frank Firsching vier ist. Hier, erinnert er sich, hat er eine schöne Kindheit verbracht: „Nach der Schule, besonders im Sommer, Büchertasche in die Ecke und ab zum Sportplatz. Wir haben stundenlang Fußball gespielt, herumgetollt, daneben im Pfisterpark alles Mögliche angestellt. Das war das Tolle, dass wir Grünflächen vor der Tür hatten und uns entfalten konnten.“

Firsching wird aktiver Fußballer beim TV Oberndorf, der seinerzeit in den unteren Klassen kickt: C- oder B-Klasse. Er spielt im Sturm. Rechtsaußen. „Tore haben wir auch geschossen und es waren auch ein paar schöne dabei.“ War er ein guter Spieler? „Da muss man die Oberndorfer fragen, für die Klasse war's schon ok. Nach der Foulstatistik war ich der meistgefoulte Spieler. Drei Kreuzbandrisse, mit 27 war's dann vorbei.“

„Ein schöner Schoppen und ein Schnitzel beim Schorsch“

Frank Firsching über Dinge, die er gerne mag

Sporttreiben ist ihm ein Hobby geblieben, auch wenn Frank Firsching dazu fast keine Zeit mehr hat. Als DGB-Chef einer Region von der Rhön bis hinter Würzburg und Kitzingen ist sein Terminkalender gespickt, Abendtermine sind an der Tagesordnung. Mindestens einmal die Woche ins Fitnessstudio, nach Möglichkeit zweimal – das muss sein, sagt er: „Ein bisschen Ausdauer- und ein bisschen Krafttraining, so 'ne Mischung. Rekorde will ich da nicht aufstellen.“ Der Vorteil ist, dass er den Termin völlig flexibel wahrnehmen kann: „Zwischen Büroschluss um 17 Uhr und dem nächsten Abendtermin um 19 Uhr.“ Sein zweites Hobby, zu dem er noch seltener kommt, ist das Dart-Spiel: „Da muss ich mich ganz auf diese Scheibe konzentrieren, da schalte ich ab.“

Am Wochenende geht Firsching mit Freundin und Freunden ganz gerne wandern im Steigerwald, der Rhön, oder am Main entlang. „Am späten Nachmittag dann 'nen schönen Schoppen trinken, ab und zu auch mal ein Schnitzel essen beim Schorsch in Wohnau – das gehört dann auch dazu.“ Was trinkt er lieber – Wein oder Bier? „Das kommt auf die Stimmung an und auf den Ort. An der Mainschleife und im Steigerwald ist das eher ein Wein, ein Silvaner, fränkisch-trocken – und bei anderen Gelegenheiten ein Bier.“

Hat der linke Gewerkschaftsboss ein Lieblingsgericht, vielleicht eine Spezialität aus Mutters Kochtopf? „Meine Mutter kocht klasse. Ich habe früher gerne Schnickerli gegessen, die mag ich heute auch noch, aber die gibt's kaum noch in den Wirtschaften. Das ist klein geschnittener Kuhmagen, gekocht, mit saurer Soße, dazu einfach nur Brötchen. Schmeckt klasse, das gibt's manchmal noch im TVO-Sportheim.“

Apropos Mutter. Marianne Firsching kocht nicht nur gut Schnickerli. Sie ist im Mark sozialdemokratisch, war jahrelang für die SPD im Stadtrat aktiv, eine engagierte Sozialpolitikerin im Kommunalen. Ihr Sohn Frank aber – enttäuscht über die aus Gewerkschaftssicht unsoziale Agenda-2010-Politik des SPD-Kanzlers Schröder – ist zusammen mit vielen westlichen Gewerkschaftern zuerst bei der WASG und dann bei der Linken gelandet.

Wie heftig geht's denn zu, wenn die SPD-Mutter mit dem zur Linken konvertierten Sohn über Politik diskutiert? „Immer noch leidenschaftlich, allerdings werden die Abstände der Diskussionen, bei denen es heftig wird, immer größer. Als die WASG gegründet wurde, war's so etwas wie Verrat an der Sozialdemokratie, wobei ich das nie so gesehen habe. Die Sozialdemokratie hat ihre eigenen Grundsätze verraten.“ Das Mutter-Sohn-Verhältnis, meint Frank Firsching, hat sich wieder beruhigt. „Wenn wir nicht über Politik reden, sind wir ein Herz und eine Seele.“

Wenn er am 7. März zum OB gewählt werden sollte, will der Linke Frank Firsching als erstes den Sozialpass einführen. Die sozialdemokratische Mutter wäre damit sicher einverstanden.

Frank Firsching

Familie: Geboren: 23. Mai 1964 in Schweinfurt, wohnhaft in den ersten Jahren am Kornmarkt. Sein Vater ist gelernter Schreiner, später Fahrer beim Wälzlagerhersteller SKF, die Mutter ist als Stenotypistin ebenfalls bei SKF beschäftigt. Frank Firsching ist das älteste von drei Kindern, er hat zwei jüngere Schwestern. Aufgewachsen ist er im Ortsteil Oberndorf. Mit seiner Lebenspartnerin ist Firsching fest liiert, er hat eine 13-jährige Tochter.

Ausbildung: Realschule, Ausbildung zum Technischen Zeichner bei SKF.

Karriere: Sofort gewerkschaftlich aktiv bei der IG Metall, acht Jahre Jugendvertreter; Studium der Volkswirtschaft und des Arbeitsrechts an der gewerkschaftlichen Sozialakademie in Dortmund; DGB-Jugendsekretär für Nordbayern; fünf Jahre IG Metall-Gewerkschaftssekretär in Kempten; 2003 Rückkehr nach Schweinfurt als Vorsitzender der DGB-Region Main-Rhön, die im Herbst 2009 um die Region Würzburg erweitert wird und nun 61 000 Mitglieder zählt. Von Beginn an bei der Wählerinitiative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) aktiv dabei, die sich mit der ostdeutschen Linkspartei zur heutigen Partei „Die Linke“ zusammenschließt; Kreisvorsitzender der Linken, als Stadtrat Linke-Fraktionsvorsitzender.


Von unserem Redaktionsmitglied Stefan Sauer
    
    

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