publiziert: 26.01.2012 16:42 Uhr
aktualisiert: 26.01.2012 16:43 Uhr
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Kabinett im Eck

Raum für Spontanität – Derzeit gibt der Stuhlkreis ein Solokonzert
  • Detail: Glaskugel trifft Glas.
    Fotos: Katharina Winterhalter
  • Inge Mahn, Stuhlkreis.
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2 Bilder

Kaum hat der Besucher das Foyer der Kunsthalle betreten, hört er schon das leise kling-kling. Es sind ganz zarte Töne, sie scheinen von weither zu kommen. Wer sich davon leiten lässt, landet im Eckraum im Erdgeschoss, in dem sich die beiden Gänge der Dauerausstellung „Diskurse“ treffen. In diesem Raum, der noch keinen richtigen Namen hat, gibt derzeit der „Stuhlkreis“ der Berliner Künstlerin Inge Mahn ein Solokonzert.

Die Klingende Plastik (so der Untertitel) war 2006 bei der Ausstellung „Schweinfurter Grün“ im Keller des Künstlerhofs Oberndorf zu sehen. Das war ein wunderbarer Ort für den Kreis aus weißbemalten Stühlen, auf denen jeweils ein mit Wasser gefülltes Glas steht. Aber auch im musealen Rahmen der Kunsthalle entfaltet die Arbeit eine große Wirkung. Die Stühle werden selbst zu Akteuren, der Mensch fehlt nicht. Inmitten des Kreises ist ein Metallarm installiert, der sich langsam dreht und an einem Ende eine Glaskugel mit sich führt. Sobald die Kugel an ein Glas stößt, entsteht der zarte Klang, der intensiv genug ist, um durch die Kunsthalle zu ziehen.

Der Raum, dem man vielleicht den Namen „Kabinett im Eck“ oder Eck-Kabinett geben könnte, eignet sich sehr gut für derartige Sonderpräsentationen oder kleine Ausstellungen. „Auch für Dinge, die im Lauf eines Jahres so hereinschneien“, formuliert es Kunsthallenchef Erich Schneider. Das können die Werke eines Künstlers sein, der von einem Studienaufenthalt etwas Spannendes mitbringt. Das kann – wie bei Gustav Wölkl 2011 – die Ausstellungs-Kooperation mit dem Kunstverein sein. Das können größere Schenkungen oder Aktionen wie „Kunst geht fremd“ sein, jene Zusammenarbeit mit drei anderen Museen in Franken, bei der 2011 Werke für ein paar Wochen in ein anderes Haus wanderten. Dieses Projekt soll 2012 fortgesetzt werden, möglicherweise mit noch mehr Partnern.

In den ersten eineinhalb Jahren nach Öffnung des Hauses war der Eckraum mit sieben großformatigen Werken von Helmut Pfeuffer bespielt. In der Mitte des Raums stand lange der stählerne Tisch „Book of lost letters“ von Stefan Schwerdtfeger, der nun einen Platz im Foyer gefunden hat. Für die Kuratoren der Kunsthalle ist das „Kabinett im Eck“ ein wichtiger Aktionsraum, der die Möglichkeit bietet, auch spontan auf Angebote oder Ereignisse zu reagieren. Denn in den Ausstellungsräumen Große Halle und Tiefparterre sind kurzfristige Ausstellungen nicht möglich, hier wird mindestens zwei Jahre im Voraus geplant. Schneider sagt: „Man darf ein solches Haus nicht als fest gefügtes, statisches Denkmal sehen, sondern als Ort, der ganz unterschiedlich bespielt werden kann.“

Von Katharina Winterhalter
    
    

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