aktualisiert: 08.02.2012 15:35 Uhr
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HERLHEIM
Keiner will in Herlheim bauen
Bürger diskutieren mit Horst Herbert lokale Themen
Auch vor allem Herlheim betreffende Themen sprach Bürgermeister Horst Herbert in der Bürgerversammlung an. So sollen in diesem Jahr die Hauptwege im Friedhof saniert werden. Auch Urnengräber werden an der Nordseite der Kirche angelegt. Über deren endgültige Gestaltung müsse aber nochmals gesprochen werden.
Weiter ist geplant, das alte Schulhaus abzureißen. Für einen Neubau gab es bereits Überlegungen. Wegen vieler anderer Maßnahmen in der Gemeinde müsse dieses Vorhaben aber noch etwas aufgeschoben werden, so das Gemeindeoberhaupt. Auch ein Radweg zwischen Herlheim und Alitzheim ist geplant. Er solle auf der Trasse der Druckleitung für die Kläranlage entstehen, die teilweise parallel zur Kreisstraße verlaufen soll.
Rückblickend erwähnte Herbert den Abschluss der Flurbereinigung, Anstricharbeiten in der Schule und das Säubern von Gräben in der Flur. Auch die Volkach solle laut Angaben des Wasserwirtschaftsamtes voraussichtlich in diesem Jahr ausgebaggert werden, freute sich das Gemeindeoberhaupt. Dies wurde dann allerdings in einer heftigen Diskussion sehr skeptisch gesehen. Es sei doch gewollt, dass das Wasser in der Herlheimer Flur stehen bleibe und nicht zu schnell abfließe. Ralf Schmitt schlug vor, die Sache eventuell selbst in die Hand zu nehmen. Da weigere er sich, sagte Bürgermeister Herbert. Die Gemeinde sei nicht zuständig.
Vor Jahren wurde durch den Freistaat Land gekauft, um ein Rückhaltebecken zu errichten, erinnerte Norbert Fledering. Es habe sich aber nichts getan. Diese Pläne seien in der Schublade verschwunden, klärte das Gemeindeoberhaupt auf. Nach seiner Meinung wäre das Becken mit einem Fassungsvermögen von 5000 Kubikmetern sowieso zu klein gewesen.
Roland Ebert wollte wissen, was die Gemeinde gegen die Verödung und Leerstände in den Dörfern machen will. Die Gemeinde und der Landkreis seien bereit, bei der Vermittlung leer stehender Anwesen zu helfen und sie im Internet zu veröffentlichen, antwortete Horst Herbert. Die meisten Eigentümer wollten allerdings nicht, dass ihre Adressen weitergegeben werden. Weiter wies das Gemeindeoberhaupt auf das Förderprogramm der Gemeinde für Sanierungen im Altort hin. Für Familien mit Kindern gebe es auch Förderung im Neubaugebiet.
Dieses Thema löste eine neue heftige Diskussion aus, denn im Neubaugebiet Herlheim sei schon seit Jahren nichts mehr gebaut worden, während in anderen Orten neue Baugebiete erschlossen werden sollen. Vielleicht sollten die Bauplätze billiger angeboten werden, eventuell als Sonderangebot, lautete ein Vorschlag von Horst Seitz. Bei 55 Euro pro Quadratmeter sei man schon beim Selbstkostenpreis und der Auswärtigenzuschlag, den es früher gab, wurde bereits abgeschafft, antwortete hier das Gemeindeoberhaupt. Das Problem: In kleine Dörfer kommen kaum Fremde, hier bauen nur Leute, die einen Bezug zum Dorf haben.
Wenn in Herlheim nicht die Attraktivität und das dörfliche Leben gestärkt werden, bedeute dies eine schleichende Entwertung der Häuser und Gehöfte, mahnte Georg Herbig. Der Kindergarten sei zwar weg, die Schule aber bleibe, trat Bürgermeister Herbert den Befürchtungen von Reinhard Schmitt entgegen. Bei dem Kauf eines alten Gebäudes, das dann ohne weitere Sanierung bewohnt werde, könne es keine Altort-Förderung geben, beantwortete Horst Herbert eine Frage von Hermann Kopp. Das Ortsbild solle mit dem Geld schließlich verbessert und aufgewertet werden. Die Gemeinde werde sich gerne an der Erweiterung des Spielplatzes am Sportplatz beteiligen, ging Horst Herbert auf eine Frage von Sandra Wiegand ein. Die Eltern sollten Vorschläge machen. Für das Notdach des 400 Jahre alten Wohnstallhauses in der Herlindenstraße war die Gemeinde nur Zuschussgeber, ging Horst Herbert auf eine Frage von Erwin Pfister ein. Er könne nicht sagen, wie lange das Dach noch erhalten bleibe.
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