publiziert: 10.10.2010 17:40 Uhr
aktualisiert: 10.10.2010 17:45 Uhr
» zur Übersicht Stadt Schweinfurt
    
    
Artikel
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text SCHWEINFURT
Knapp 100 Neonazis ziehen ohne Kundgebung ab

Rund 200 Gegendemonstranten blockieren Marschroute – Starker Polizeieinsatz
  • Abmarsch der Neonazis: Knapp 100 wollten in Schweinfurt demonstrieren. Gegendemonstranten blockierten die geplante Route. Zu einer Kundgebung kam es nicht.
    Foto: Körblein
Bild von

Um 17.08 Uhr war der Spuk vorbei, bevor er überhaupt so recht begonnen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hat Frau Ruf aus dem Mittelfränkischen, die keinen Vornamen hat, weil sie ihn partout nicht nennen wollte, die Demonstration des „Freien Netzes Süd“ für beendet erklärt. Der Einsatzleiter der Polizei, Johannes Hemm, erteilte daraufhin den rechten Demonstranten einen Platzverweis und bot ihnen an, sie zu „ihrer Sicherheit“ zum Hauptbahnhof beziehungsweise zu ihren Autos zu begleiten.

Mit einem großen Aufgebot war es der Polizei zuvor gelungen, rund 100 Demonstranten aus dem extremen rechten Lager, die sich ausdrücklich zu einem „Nationalen Sozialismus“ bekannten, und schätzungsweise 200 Menschen, die „spontan“ zusammengekommen waren, von einander zu trennen, so dass es keine nennenswerten Auseinandersetzungen gab.

Die Polizei hatte die Demonstranten, die um 14 Uhr, dem angekündigten Beginn der Kundgebung, zunächst noch nicht einmal 20 Köpfe zählten, am Schuttberg hinter Abstellgitter isoliert. Gegendemonstranten, darunter Vertreter von SPD, Die Linke, der Kirchen und Gewerkschaften, hatten sich vor einem Lokal in der Nähe getroffen und waren dann durch die Ignaz-Schön-Straße Richtung Schuttberg marschiert. Dort blockierten sie die geplante Marschroute der Rechten durch das Musikerviertel und protestierten lauthals gegen die Neonazis, unter denen sich auch der frühere Stadtrat Roderich Sell befand.

Die Polizei ließ die Straße sperren und schob zwischen die beiden sich beschimpfenden Gruppen Absperrgitter, Einsatzfahrzeuge und Einsatzkräfte. Über längere Zeit tat sich zunächst nichts. Die Polizei verhandelte mit den rechten Demonstranten, die darauf bestanden, durch ein Wohngebiet zu marschieren.

Nach mehren Verhandlungsrunden einigte man sich jedoch auf einen Abzug in Richtung Hauptbahnhof. Die geplante Kundgebung mit dem Titel „Besatzer raus“ fand nicht statt.

Durch starke Polizeikräfte geschützt, setzte sich der Zug schließlich in Bewegung. Unterwegs gab es zwei Sitzblockaden durch die Gegendemonstranten, die von der Polizei aufgelöst wurden. Dabei flogen auch einige Steine. Laut Polizeibericht kam es am Samstag zu sieben Festnahmen, unter anderem wegen Körperverletzungen, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und in einem Fall wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. In zwei Fällen wurden wegen kleinerer Delikte Personalien aufgenommen. Zwei Polizeibeamte wurden leicht verletzt, konnten aber den Dienst fortsetzen.

Insgesamt zieht die Polizei eine positive Bilanz ihres Einsatzes und lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Staatsanwaltschaft. Der Einsatz von vier Kommunikationsteams, die über die Ziele des Einsatzes informierten, hätten sich einmal mehr bewährt.

Die Stadt Schweinfurt hatte den Aufmarsch der Rechten zunächst verboten. Das Verwaltungsgericht Würzburg hob das Verbot jedoch am Freitag auf.

    
»Fotostrecke starten Fotogalerie
Nazi-Demo II
Schweinfurt
10.10.2010
    

    
»Fotostrecke starten Fotogalerie
Nazi-Demo I
Schweinfurt
09.10.2010
    

Von unserem Redaktionsmitglied Karl-Heinz Körblein
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
Anzeige
    

Direkt zur Redaktion 

E-Mail, Telefon und Brief
Auf diesem Weg finden Ihre Informationen den direkten Weg zu unserer Lokalredaktion. »mehr
    
    

Gelesen

 
    

Kommentiert

 
    
Anzeige
    

Stadtkultur Schweinfurt 

Theater, Kabarett,
Kunst und mehr
Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr
    
    
Anzeige
WG-Gesucht.de gibt Ihrer Region eine Stimme

Hier finden Sie Ihre WG in Schweinfurt.

WG-Gesucht.de, die kostenlose WG-Börse im Internet.

    
    

Fotografen und ihre Fotos 

Bilder und Eindrücke
Wir stellen ambitionierte Hobbyfotografen aus der Region Main-Rhön vor. »mehr
    
    

Grüsse aus der Region 

Kostenlose Grußkarten
Senden Sie Ihren Freunden und Bekannten eine elektronische Grußkarte aus der Region, auch Tiere! »mehr
    
    

Meine Maschine und ich 

Außergewöhnliches
Wir stellen Menschen vor, die eine besondere Beziehung zu einem technischen Gerät haben. »mehr
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr