publiziert: 11.01.2012 11:37 Uhr
aktualisiert: 11.01.2012 17:37 Uhr
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Kostenandrohung für Anti-Atom-Demo

Minister-Rüffel für Gemeindeverwaltung
  • 29. Oktober 2011: Die Anti-Atom-Demonstration zog von Grafenrheinfeld zur Kundgebung am Kernkraftwerksgelände.
    Archiv-Foto: Holger Laschka
Bild von

Verwaltungsgebühren für eine Demonstration würden das Grundrecht der Versammlungsfreiheit beschneiden. Das hat – kurz gefasst – das bayerische Innenministerium festgestellt und damit der Gemeindeverwaltung von Grafenrheinfeld einen Rüffel erteilt. Sie hatte nämlich für die Anti-Atom-Demo mit 300 Teilnehmern am 29. Oktober den Veranstaltern des Schweinfurter Aktionsbündnisses im Vorfeld einen Kostenbescheid von 2500 Euro für die Straßensperrung in Aussicht gestellt; der Bescheid ist freilich nie ergangen.

Es würde dem Grundgesetz widersprechen, „für hoheitliche Maßnahmen aus Anlass einer Versammlung eine Gebührenpflicht vorzusehen, da sich dies mittelbar einschränkend auf die Ausübung der Versammlungsfreiheit auswirkt“, heißt es in einer Antwort des Innenministers Joachim Herrmann auf eine parlamentarische Anfrage der Landtagsabgeordneten Simone Tolle (Grüne), die der Redaktion vorliegt.

Ausdrücklich bestätigte Herrmann den Vorgang, den Edo Günther (Aktionsbündnis) bereits bei der Kundgebung in Grafenrheinfeld angeprangert hatte: Ein Mitarbeiter des Rathauses habe telefonisch mitgeteilt, dass wegen der verkehrstechnischen Anordnungen Kosten über 2500 Euro auf die Organisatoren zukommen könnten. „Diese – womöglich durch fehlerhafte Information von dritter Seite entstandene – Rechtsauskunft ist zu bedauern“, heißt es in der Minister-Antwort. Herrmann wolle die Regierung von Unterfranken und das Landratsamt auffordern, die Gemeindeverwaltung auf die geltenden Vorschriften hinzuweisen.

Der Vorgang hatte im Nachklang der Demonstration Wellen geschlagen, zumal Günther Bürgermeisterin Sabine Lutz ins Visier genommen („Ich weiß nicht, wer hinter dieser Sache steckt.“) und geäußert hatte, dass wegen der drohenden Kosten die Veranstaltung auf der Kippe gestanden habe. Im November erklärte im Gemeinderat Kämmerer Hubert Schröder, dass man lediglich wegen einer Kostenbeteiligung telefoniert habe. Die Polizei habe mitgeteilt, dass der Aufwand für Absperrungen nicht umlagefähig sei, weswegen die Sache schnell vom Tisch gewesen sei. Walter Weinig (CSU) dagegen hätte es für ein Zeichen der Solidarität mit der Belegschaft des Kernkraftwerks gehalten, die Demonstranten zur Kasse zu bitten, wenn dies rechtlich unbedenklich sei.

mjs
    
    

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»Alle 8 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

closs (1300 Kommentare) am 12.01.2012 11:29

Hier geht es nicht

um Pro oder Contra Atomkraft, sondern um den Stellenwert des Demonstrationsrechts.
(0)
denkforum (283 Kommentare) am 12.01.2012 01:05

@blaubi

Selten so einen sinnfreien und undifferenzierten Quatsch gelesen!

Machen Sie Sich lieber Gedanken über die Kosten der atomaren Müllbeseitigung, die noch unsere Kinder und weitere Generationen tragen müssen...falls sie das Atomzeitalter denn überleben.
(5)
mitchhucannon (881 Kommentare) am 12.01.2012 05:22

@denkforum

Selten so einen sinnfreien und undifferenzierten Quatsch gelesen!

Ohne Atom geht´s nicht, es ist momentan nun mal die zuverlässigste Stromquelle, um den Bedarf in der BRD decken zu können. Alles andere ist Mumpels und sind Träumereien.
(4)
spool (50 Kommentare) am 13.01.2012 01:38

@mitch.....

das einzige was zuverlässig ist, ist die permanente Unberechenbarkeit der Atomnutzung und die Präsenz von Ignoranten, die mangels Hirn und Weitsicht die Gefahren auch noch nach Fugushima leugnen und verharmlosen. Dann geht halt mit wehenden Fahnen unter und glaubt an Atom, wie die Altvorderen an das Tausendjährige Reich und den unter einer göttlichen Vorsehung geborenen Führer glaubten und dann auf Trümmern standen.....
(1)
DMA (696 Kommentare) am 12.01.2012 07:57

@mitchhucannon

ich kann mich nicht erinnern jemals etwas Vernünftiges von Ihnen gelesen zu haben. Aber über Sinn und Unsinn von Atomkraft wurde inzwischen genug diskutiert und glücklicherweise haben ja sogar die C-Parteien ihr Hirn eingeschaltet (manch einer ihrer Wähler aber wohl noch immer nicht). Daher soll dies hier nicht weiter Thema sein.
Fakt ist hier, dass eine Verwaltung versucht hat die Unwissenheit der Bürger zu missbrauchen um mittels einer unverbidnlichen Falschauskunft eine ungeliebte Demonstration zu verhindern. Dies mag zwar nicht strafbar sein, aber dennoch moralisch verwerflich. Es kommt übrigens relativ häufig vor, dass Behörden unverbindliche Falschauskünfte geben um ein bestimmtes Verhalten des Bürgers zu bewirken. Denken sie nur einmal an den Atemalkoholtest der so oft gemacht werden "muss". Anstatt den Bürger ständig über seine Pflichten zu belehren wäre es an der Zeit, dass etwas mehr Aufmerksamkeit auf die Vermittlung seiner Rechte gelegt wird!
(2)
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