publiziert: 06.02.2012 17:36 Uhr
aktualisiert: 06.02.2012 17:43 Uhr
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Krach bei Bach in St. Johannis

Was die 24 Akteure der Kinder- und Jugendkantorei um Kirchenmusikerin Andrea Balzer in St. Johannis auf die Beine stellten, war phänomenal und fast schon professionell. Es ging um „Krach bei Bach“, eine „Opera buffa“ in drei Akten, die im Jahre 2000 in Leipzig uraufgeführt wurde.

Schauplatz ist der Thomanerhof (von selbst gezimmerten und bemalten Requisiten illustriert) und natürlich Johann Sebastian Bachs Wohnzimmer. Diese Bühne füllten die Kinder und Jugendlichen in ihren Kostümen mit Leben, schlüpften in ihre Rollen und lebten sie.

So war zum Beispiel kein steifer Thomanerchor zu sehen, sondern ein Chor, der wie jeder Schulchor bei den Proben Blödsinn macht und über den Chorleiter debattiert. Oder die lebhafte Diskussion im Wohnzimmer: Soll man Bach die Post zeigen oder nicht?

Die Kinder und Jugendlichen agierten so unbeschwert, selbstsicher und gekonnt – da konnte man die intensive Probenarbeit nur erahnen. Hinzu kam der hörbare Spaß am Stück und am gemeinsamen Schauspielern und Singen.

Eine Glanznummer folgte der anderen. Von Rhythmen, Harmonien und Bachschen Motiven am Klavier begleitet, sang der Chor mit kräftigen Stimmen. Choräle, Rezitative, Quodlibet, sogar fugenhafte Stücke – Bachs Tonsprache blitzte überall hervor, sowohl im Original als auch unterlegt von Rock'n' Roll- oder Rap-Rhythmen. Es war herrlich anzuhören. Extra-Lob an die Solisten, die allesamt mit klarer und tragender Stimme auch schwierige Parts souverän meisterten.

Geradezu stimmungsvoll war die Szene, wo Mitglieder der Kantorei St. Johannis ins Spiel kamen: Sie sangen im Hintergrund einen Choral, während Bach dem „Tod“ gegenübersitzt und Noten schreibt.

Hut ab vor den Akteuren und vor Andrea Balzer, die neben der Stimmbildung auch auf schauspielerische und sängerische Details Wert legte und ihren Trupp voll im Griff hatte. Begeisterten Applaus gab es am Ende der überzeugenden Aufführung für alle Akteure. Heike Blum

    
    

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