aktualisiert: 09.02.2012 14:44 Uhr
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GEROLZHOFEN
Krasimir Nikolow, einer der Kältehelden
Bei eiskalten Temperaturen mitten in der Nacht trägt er die Zeitung und die Main-PostLogistik-Post aus
Krasimir Nikolow ist einer der Kältehelden, die derzeit bei den Gefrierschranktemperaturen mitten in der Nacht unterwegs sind. Der 52-Jährige macht den Job als Zeitungsausträger und Briefzusteller der Main-PostLogistik schon seit dem Jahr 2000, und das bei jedem Wetter. Einen wie ihn, der stellvertretend für alle anderen Kältehelden stehen soll, kann die Eiseskälte wie jetzt mit bis zu minus 17 Grad nicht erschüttern. Er weiß, was es heißt, bei zweistelligen Minusgraden in aller Herrgottsfrühe an der frischen Luft zu arbeiten.
Um der Kälte zu trotzen trägt er sein Käppi seitlich über Ohren und Hals mit Klettverschlüssen verstärkt, zwei Pullover und die Jacke darüber sowie unter der Jeans zusätzlich eine wärmende Jogginghose. Und er bleibt auch jetzt gelassen: „Wenn ich bei extremer Kälte wie jetzt ausnahmsweise dünne Handschuhe anziehe, dann muss ich jedoch die Briefe vorher immer etwas zwischen den Fingern reiben, um festzustellen, ob sie eventuell zusammenhängen.“
Ein größeres Problem bei dieser Kälte ist für den eingebürgerten Bulgaren die von der ausgeatmeten Luft beschlagene Brille. Da das ständige Putzen zu viel Zeit kosten würde, hat er eine kleine Lupe und aufgrund der noch herrschenden Dunkelheit, wenn er unterwegs ist, eine Mini-Taschenlampe dabei. So kann er vor allem die kleinen Hausnummern auf den Adressen der Briefe erkennen.
Für den Fall, dass es draußen glatt oder Glatteis im Anzug sein sollte, hat Krasimir Nikolow die Spikes für die Schuhe im Auto bereit liegen.
Krasimirs Tag beginnt, wenn er für andere gerade begonnen hat. Um 2 Uhr steht er auf. Um 2.20 Uhr wartet er bereits in der Main-Post-Geschäftsstelle in der Spitalstraße auf den Fahrer, der die Zeitungen und Briefe ausfährt, um zugleich die Packen für die anderen Zustellerinnen und Zusteller zur Abholung zurechtzulegen. Von 2.40 Uhr bis etwas 4 Uhr ist er dann in seinem Zustellbezirk unterwegs. Der umfasst im Wesentlichen die Alte Siedlung und das Baugebiet Kappelberg. 75 Zeitungen schiebt er in dieser Zeit durch die Briefschlitze und in die Zeitungsrohre. Dazu kommen dann im Schnitt in der Nacht etwa 15 bis 20 Briefe verschiedenster Größen. Es können bei größeren Verteilaktionen von Firmen oder Behörden aber auch schon mal an die 160 Stück sein. Und am Freitag und Samstag sind die Zeitungen meist um Einiges schwerer.
Dabei ist momentan für Krasimir Nikolow um 4 Uhr noch nicht Schluss, da er einen in Urlaub befindlichen Kollegen vertritt. So macht er sich im Augenblick gegen 4 Uhr umgehend auf die zweite Tour im Stadtgebiet, um dort nochmals bis kurz nach 6 Uhr in der Frühe 150 Zeitungen zu verteilen. Erst dann geht es jetzt bei der Tiefkühl-Kälte zum Frühstück mit einem wärmenden Tee oder Kaffee erst einmal zurück in die warme Stube. Da kann er dann hören, wenn draußen in der Stadt georgelt wird, weil die Batterien ihren Geist aufgegeben haben und die Fahrzeuge nicht anspringen
Die Verschnauf- und Aufwärmpause hat unser zuverlässiger und fleißiger Kälteheld aber bitter nötig, dann später am Tag wird er für unser Medienhaus über den Gerolzhöfer Raum hinaus bis nach Köhler, Castell oder Geiselwind noch Zeitungen nachliefern, bei denen es Probleme mit der Zustellung gegeben hat. Und er wird noch ein zweites Mal, diesmal am Tag, in mehreren Bezirken im Gerolzhöfer Stadtgebiet Briefe im Auftrag der Main-PostLogistik austragen. Erst dann hat er Feierabend, bis der Wecker wieder klingelt.
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