publiziert: 26.03.2009 15:28 Uhr
aktualisiert: 26.03.2009 16:29 Uhr
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Kunsthalle: Schwimmer im Luftraum

Zwei Lichtinstallationen von Chris Nägele in den Treppenräumen der Kunsthalle

Wer in der großen Halle der neuen Kunsthalle steht, sieht es auf der einen Seite blau, auf der anderen Seite grün heraufleuchten, dort, wo die hohen Treppenräume in die Tiefe führen. Sofort taucht die Assoziation „Wasser“ auf und wirklich kommt das Neonlicht von zwei Kunstwerken, die mit ihren Farben und den Titeln „Nichtschwimmer“ und „Freischwimmer“ eine Referenz an die Vergangenheit des Gebäudes als Hallenbad sind.

  • Der blaue „Nichtschwimmer“ mit dem pinkfarbenen Akzent im kleinen Treppenraum.
    FOTOs Katharina Winterhalter
  • Benjamin Hellstern, Elektriker im Team von Chris Nägele, bei der diffizilen Montage der Lichtinstallation „Freischwimmer“.
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Wer in der großen Halle der neuen Kunsthalle steht, sieht es auf der einen Seite blau, auf der anderen Seite grün heraufleuchten, dort, wo die hohen Treppenräume in die Tiefe führen. Sofort taucht die Assoziation „Wasser“ auf und wirklich kommt das Neonlicht von zwei Kunstwerken, die mit ihren Farben und den Titeln „Nichtschwimmer“ und „Freischwimmer“ eine Referenz an die Vergangenheit des Gebäudes als Hallenbad sind.

Chris Nägele hat schon einige große Lichtarbeiten realisiert, aber noch nie ein so schwieriges Projekt wie das für die neue Kunsthalle: meterlange Bögen aus Leuchtstoffröhren, die scheinbar frei im Luftraum über den zwei Treppen hängen, die vom Erdgeschoss nach unten zur Sammlung Expressiver Realismus Joseph Hierling und zum so genannten Umgang, dem Ausstellungsraum unter dem Innenhof führen. Die Stuttgarter Künstlerin, in Schweinfurt bekannt seit ihrer Ausstellung im Künstlerhof Oberndorf 2005, wollte den strengen Baukörpern Bewegung entgegensetzen, die Treppenräume beleben. Die meterlangen Leuchtstoffröhren erinnern an Wirbel oder Luftschlangen. Ihre Befestigung mit hauchdünnen Stahlseilen ist kaum zu sehen und war – wie schon die Herstellung – ein Abenteuer für Nägele und ihr Team.

Fünf Tage dauerte die Montage. Mit dabei war Glasbläser Georg Fessler, der schon lange mit der Künstlerin zusammenarbeitet. Er hatte die vorgefertigten Glasröhren nach ihrem Entwurf in Form gebogen, was sich als besonders schwierig gestaltete, weil sich die Röhren dreidimensional in den Raum winden.

Im 20 Meter hohen Treppenraum, der vom Foyer nach unten führt, hängt der „Freischwimmer“. Seine Röhren leuchten grün mit einem kleinen pinkfarbenen Kontrapunkt. Im kleineren Pendant auf der anderen Seite der Halle hängt der blaue „Nichtschwimmer“. Die Röhren selbst sind transparent, die Farbe kommt vom Pigment, das mit dem Gas – einem Neon-Argon-Gemisch – in die Röhren gefüllt wird.

Chris Nägele ist eine Bildhauerin, die mit Licht zeichnet. Sie hängt leuchtende Strickleitern an Stadtmauern, setzt – wie in Kairo – ein Lichthaus auf ein Haus. In diesen großen Arbeiten setzt sie sich über die natürliche „Zwei-Meter-Grenze“ der Lichtkörper – ab dieser Länge endet der Spannungsbogen – hinweg, indem sie mehrere hintereinander schaltet. Bei den Arbeiten in der Kunsthalle sind diese „Anschlüsse“ gut zu erkennen.

Von Katharina Winterhalter
    
    

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