publiziert: 12.09.2010 18:13 Uhr
aktualisiert: 12.09.2010 18:36 Uhr
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Linke fordern Ende der Leiharbeit

Kreistagsgruppe: Servicegesellschaften des Kreises sollen aufgelöst werden

(mjs) In die politische Diskussion um die Gründung von Servicegesellschaften für Betriebe des Landkreises greift nun auch die Kreistagsgruppe der Linken ein. Sie fordern, die Gründung der Service-GmbHs für die Geomed-Klinik in Gerolzhofen und das Kreisaltenheim (KAH) in Werneck, die der Landkreis als eigenständige Gesellschaften führt, zurückzunehmen. Die Servicegesellschaften waren nach Beschluss des Kreistags ins Leben gerufen worden, um Kosten zu sparen. Dort soll künftig das Personal eingestellt und an die Betreiber-GmbH ausgeliehen werden.

In einer Mitteilung nehmen die Linken Bezug auf die Aussage der KAH-Geschäftsführerin Simone Falkenstein, dass nach dem BAZ-Tarifvertrag, der in der Service-GmbH gelte, ein examinierter Altenpfleger mehr Grundgehalt bekomme als in der Mutter-GmbH, in der nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes (TVöD) gezahlt wird. „Wie sieht es aus mit Leistungszulagen, Weihnachts- und Urlaubsgeld?“, fragen die Linken. Es sei davon auszugehen, dass die Servicegesellschaften nicht gegründet worden seien, damit die Mitarbeiter am Ende mehr bekommen als zuvor.

Streitpunkt ist auch die Frage, ob Landrat Harald Leitherer den Betriebsrat darüber informiert hat, dass auch Fachkräfte über die Servicegesellschaften eingestellt würden. Falkenstein hatte argumentiert, dass die Arbeitnehmervertretung davon Kenntnis gehabt und die Beschlüsse mitgetragen habe. Die Linken dagegen äußern, dass Leitherer in einer Betriebsratssitzung im April ausschließlich von Reinigungspersonal und Stationshilfen gesprochen habe. Der Landrat ist urlaubsbedingt derzeit nicht erreichbar. Kontaktversuche dieser Zeitung mit dem Betriebsrat des Altenheims sind bislang ohne Erfolg geblieben.

Es stünden noch zu viele Ungereimtheiten und unbeantwortete Zukunftsfragen zu den Servicegesellschaften im Raum, so schlussfolgern die Linken. Dieses Modell erzeuge eine „Zweiklassengesellschaft“ in den Betrieben, in der der Druck auf die bislang Beschäftigten zunehme.

    
    

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