aktualisiert: 04.02.2011 17:01 Uhr
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EBRACH
Luther bringt Bischöfin hinter Gitter
Dorothea Greiner besuchte auf dem Weg zum Reformations-Jubiläum die JVA Ebrach
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Bischöfin hinter Gittern: Starkes Interesse zeigte die Regionalbischöfin für Oberfranken, Dorothea Greiner, bei ihrem Besuch in der JVA Ebrach am Arbeitstherapeutischen Betrieb. Mit im Bild der stellvertretende Dekan des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirks Bamberg, Hans-Friedrich Schäfer (links von ihr), der Leiter der JVA, Gerhard Weigand (rechts), und ein junger Gefangener an der Werkbank.Foto: Norbert Vollmann
Dass auch eine Bischöfin in Deutschland mit dem Verkehrs-Gesetz in Konflikt kommt, soll schon mal vorgekommen sein. Dass sie, wie jetzt in Ebrach geschehen, in einem Jugendgefängnis landet, dürfte da schon eher ungewöhnlich sein. Dorothea Greiner begab sich allerdings ganz freiwillig in die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Ebrach. Im Grunde genommen hatte sie Martin Luther hinter Gitter gebracht.
„Ganz bewusst“ habe sie zu Beginn des Themenjahres „Reformation und Freiheit“ im Rahmen der so genannten Luther-Dekade die jungen Menschen in der Jugendstrafanstalt Ebrach besuchen wollen, denen durch die Haft die äußere Freiheit genommen ist, betonte die Regionalbischöfin für Oberfranken. Denn nirgendwo sei die Sehnsucht nach Freiheit wohl so groß wie im Gefängnis.
Jahresthemen bis 2017
Mit der Luther-Dekade wird der Zehnjahreszeitraum bis zum Jubiläum 500 Jahre Reformation im Jahr 2017 bezeichnet. Die Jahresthemen dieser Dekade macht Greiner wiederum zum Gegenstand ihrer eigenen Arbeit. Im Themenjahr 2011 „Reformation und Freiheit“ liegt ihr Augenmerk auf den Jugendlichen und ihrer Freiheitssehnsucht.
So hat in der Tat der Reformator Martin Luther mit der Veröffentlichung seiner Thesen im Jahr 1517 wesentlich dazu beigetragen, dass die Regionalbischöfin im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Bayreuth auf dem Weg zum 500. Geburtstag der Reformation jetzt im Ebracher „Knast“ landete, einem Ort allerdings, an dem zu Zeiten des Zisterzienserklosters jahrhundertelang vom Jahr 1119 bis zur Säkularisation 1803 gebetet statt „gesessen“ wurde.
Seit 1851 als Zuchthaus genutzt, befindet sich seit 1958 Bayerns größte Jugendstrafanstalt in den altehrwürdigen Gemäuern. Exakt 281 Jugendstrafgefangene verbüßen hier momentan ihre Strafe.
Dorothea Greiner sagte später in ihrer Predigt zum Thema „Freiheit“ bei der Andacht mit Gefangenen und Beschäftigten zu ihrem Antrieb, in den Ebracher Knast zu kommen: „Luthers Thesen waren christliche Freiheitsthesen. Und die christliche Freiheit, die Luther ausrief, ist so grundlegend, dass ich mir dachte, diese Botschaft muss dahin, wo sie am meisten ersehnt wird, hierher ins Jugendgefängnis.“ Konkret laute diese Freiheitsbotschaft: „Vor Gott sind wir frei von unserer Schuld, durch unseren Glauben und unsere Bindung an Jesus Christus.“
Die Verkündung dieser zentralen Aussage war aber nur ein Grund, weshalb sie nach Ebrach gekommen war. Vielmehr nahm sie sich viel Zeit, um zuzuhören, um nachzuhaken, um mit Anstaltsleitung, Bediensteten und natürlich gerade den Gefangenen ins Gespräch zu kommen und sich bei dieser Gelegenheit auch ein Bild von der evangelischen wie katholischen Gefängnisseelsorge im Haus zu machen.
Die Regionalbischöfin wurde vom stellvertretenden Dekan des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirks Bamberg, Hans-Friedrich Schäfer, dem evangelischen Gefängnisseelsorger, Alexander Titz, und seiner Frau Cornelia Meyer, der Ebracher Ortspfarrerin, und vom katholischen Gefängnisseelsorger Hans Lyer begleitet. Dabei zeigte sie sich dankbar, „dass Seelsorger im Gefängnis da sind, die dazu beitragen, dass der entscheidende Weg in die äußere Freiheit durch innere Freiheit gelingt“.
Begegnung mit Gefangenen
Am Anfang des Besuchs hatte eine persönliche Begegnung mit dem Leiter der JVA, Gerhard Weigand, gestanden. In größerer Runde folgten Informationen zur JVA Ebrach durch Weigand, seinen Stellvertreter Ralf Hafner, den Leiter des „uniformierten Dienstes“, Herbert Kusche, und durch die erwähnten, zuständigen Seelsorger.
Beim Besuch des Arbeitstherapeutischen Betriebs nach dem Mittagessen bestand Gelegenheit zur Begegnung mit den dort arbeitenden Gefangenen und dem von Reiner Schwab angeführten Fachpersonal, das seine Arbeit unter das Motto „Lernen fürs Leben“ gestellt hat.
In den Gesprächen kam immer wieder das Hauptmanko bei der Resozialisierungsarbeit mit den teils „schweren Jungs“ zur Sprache: 70 Prozent der Gefangenen haben keinen Schulabschluss oder keine abgeschlossene Berufsausbildung. Der soziale Abstieg hat also viel mit fehlender Bildung zu tun. Schulische und berufliche Bildungsangebote hinter Gittern bieten deshalb zusammen mit sozialtherapeutischer Betreuung den größten Effekt, um zu verhindern, dass die Häftlinge nach ihrer Entlassung wieder rückfällig werden. Deutlich wurde, sie müssen hier ihre Strafe absitzen, sollen aber nicht zum zweiten Mal bestraft werden, sondern durch ein individuell auf sie zugeschnittenes Programm eine echte Chance erhalten, ins Leben zurückzufinden.
Nach einer Führung durch die Anstalt endete der Besuch der Regionalbischöfin mit der erwähnten Andacht im Kapitelsaal mit Gefangenen und Bediensteten. Die zentrale Aussage Dorothea Greiners in ihrer „Freiheits“-Predigt lautete: „Es gibt keinen Menschen, der ohne Schuld durch's Leben geht und der ohne Christus von ihr frei wird.“
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freierchrist (252 Kommentare) am 06.02.2011 18:43
Täterorientierte Gesellschaft.Während wir in der schwersten Zeit von unserer ev. Kirche - nach dem Mord an unserer Tochter - alleine gelassen wurden, konnten wir später in unserer Tageszeitung folgenden Bericht lesen, über ein Gefängnis in unserer Nähe:Überschrift: Hinter Gittern am Festungsberg. In der JVA gibt es einen festen Tagesablauf. Nach dem Frühstück um 6.30 Uhr müssen die Häftlinge zur Arbeit ausrücken. Um 11.30 Uhr geht es in die Mittagspause. Von 12 bis 15.30 Uhr nehmen sie wieder ihre Beschäftigung auf. Danach dürfen die Gefangenen beim einstündigen Hofgang an die frische Luft. Im Anschluss gibt die Küche das Abendessen aus und die Beamten schließen die Häftling in die Zellen ein. Ab 18 Uhr dürfen die Insassen die Freizeitangebote der Anstalt nutzen. Es besteht Möglichkeiten wie Tischtennis oder Krafttraining. Ihr Geschick können die Häftlinge beim Malen und Basteln beweisen. Sie haben auch die Chance, sich fortzubilden: Die Gefangenen können Sprach- und Erste-Hilfe-Kurse belegen. Eine eigene Bücherei versorgt die Männer im Vollzug mit Lesestoff. Geeigneten Gefangenen gewähren die JVA-Leitung in Absprache mit der Staatsanwaltschaft die Freigabe, eine betriebliche Ausbildung außerhalb der Gefängnismauern zu absolvieren. Tagsüber stehen Sozialarbeiter, Drogenberater und ehrenamtliche Betreuer für Einzel- und Gruppengespräche bereit. Ein katholischer und evangelischer Pfarrer kümmern sich um die Seelsorge der Häftlinge. --------------------------------- Von solchen Hilfen und Betreuungen können wir nur träumen. Kirchen, die von den Kanzeln von Barmherzigkeit und Nächstenliebe predigen, diese aber nicht praktizieren, sollte man abschaffen. Dies ist sicherlich nicht die Kirche, die Martin Luther wollte. Jesus sagte in Matthäus 24, 12: "Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten." |
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freierchrist (252 Kommentare) am 06.02.2011 12:57
-Nachtrag- Kirchen ohne GlaubenIn der Information zum Video auf YouTube:"Jesus spricht vom Weltgericht". haben wir geschrieben, war wir für unchristliche, unbiblische Worte von einem Weisen, Klugen und hochstudierten Theologen hören mussten. Hier mussten wir bei einem Vortrag zum Thema: "Was wird nach dem Tode sein ?" hören, dass ein ev. Theologieprofessor, der nach einem hohen bayerischen Kirchenamt trachtet, sagte: "Dass Gott nach dem Tod alles mit seiner Liebe zudecken wird, und Täter und Opfer dann eins sein werden". Welch ungerechter Gott wird hier gepredigt ? Wie sinnlos wäre dieses Leben, nach solchen Worten ? Aber dies tröstet die Namenschristen, dies wollen sie hören. Ihr könnt lügen, betrügen, vergewaltigen, Kinder schänden und Morden, "Gott deckt alles mit seiner Liebe zu". Ein Unglaube, der auch in den Bierfesten gesungen wird: "Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind". Gerade in der heutigen Zeit bewahrheiten sich die Worte Gottes aus der Bibel: "Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? " 1. Kor.1,20 Wir sind einfache, einsame Christen, ohne Zugehörigkeit zu einer Kirche, oder irgendeiner Glaubensgemeinschaft. Im schlimmsten Leid haben wir zum Glauben gefunden, aber den Glauben an eine gerechte Justiz haben wir genauso verloren, wie den Glauben an eine helfende, tröstende Kirche. Die Wahrheit der Worte Gottes findet man in der Bibel. Worte Gottes, in einer heutigen, gottlosen und ungerechten Welt: "Und aus Habsucht werden sie euch mit erdichteten Worten zu gewinnen suchen. Das Gericht über sie bereitet sich seit langem vor, und ihr Verderben schläft nicht." 2. Petrus 2,3 "Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren." 2. Tim.4,3.4 (Bibelverse aus Lutherübersetzung 1984) |
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freierchrist (252 Kommentare) am 06.02.2011 12:38
Betreuung für die Täter.......aber wo bleibt die Betreuung für die Opfer ?Wir "waren" in der ev. Kirche. Zu uns kam nach dem Mord an unserer Tochter kein Pfarrer, kein Seelsorger. Wir erhielten weder psychologische, noch kirchliche Betreuung und wurden in der schwersten Zeit unseres Lebens nur mit Beruhigungsspritzen und Tabletten am Leben gehalten. Sind die Worte aus Jakobus 1, 27 den Kirchenoberen unbekannt ? "Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten." Der Grund ist vielleicht auch der, dass bei einem Trauerbesuch keine Presse anwesend ist, denn es geht ja den heutigen Kirchenoberen nur um den Erhalt der Institution Kirche, um Ehre, Macht und Reichtum. Um die Sicherung von hohen Gehältern und großen Karossen, obwohl Jesus doch sagte: "Umsonst habt ihr´s empfangen, umsonst gebt es auch". Matthäus 10,8 In Hiob, 6,14 ist zu lesen: "Wer Barmherzigkeit seinem Nächsten verweigert, der gibt die Furcht vor dem Allmächtigen auf." Im Video auf Youtube haben wir in der Information geschrieben, was wir unchristliches, unbiblisches von einem hohen ev. Theologieprofessor gehört haben. Martin Luther müsste heute seine Thesen an seiner eigenen evangelischen Kirche anbringen. Worte von Martin Luther: "Es ist ein Unterschied, Gottes Wort haben und es halten. Viele haben es, aber halten´s nicht, sondern halten ihren Mammon, Ehre, Gewalt und Gunst höher als Gottes Wort. Darum lieben sie auch nicht Christus und betrügen sich selbst mit dem Wissen, dass sie das Wort haben, täglich hören und lesen; doch bessern sie sich deshalb nicht." ..und. die nachfolgenden Worte treffen auf "beide Amtskirchen"zu. Man muss nur den Anfang der Worte Luther´s "Ein Mensch", austauchen, gegen die Worte "Eine Kirche". "Ein Mensch, der sich der Welt Reichtum und Ehre ergeben hat und indessen seiner Seele und Gottes vergißt, der ist gleich einem kleinen Kind, das einen Apfel in der Hand hält, der schön ist von Gestalt und äußerlicher Farbe und meine es habe etwas Gutes; inwendig aber ist er faul und voller Würmer." Martin Luther |
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