aktualisiert: 07.04.2011 18:18 Uhr
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SCHWEINFURT
Maja und der „Bienenpapst“
Wohnstift Augustinum und Universität Würzburg stellen gemeinsames Bienenprojekt vor
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Bienenprojekt am Augustinum: Es soll Jung und Alt verbinden und über den Wert des Insekts aufklären.Foto: Tschauner, dpa -
Auftakt zum Bildungsprojekt Biene im Augustinum: Neben einem eigens für das Projekt gebauten Bienenstock (im Bild) gibt es jede Menge Information rund um das Insekt. Im Bild von links Kulturreferentin Waltraud Haas, Stadt-Referent Jürgen Mainka, Stiftsdirektorin Beatrix Sauer, Geschäftsführer BEEgroup Ernst A. Hestermann, Kulturbeauftragte im Augustinum Paula Väth, von der Universität Würzburg Jürgen Tautz, der Vizepräsident der Uni Wolfgang Riedel und der das Projekt betreuende Imker Helmut Stenzinger.Foto: Laszlo Ruppert
Alles ist an diesem Projekt ungewöhnlich. Es beginnt schon bei den Partnern: die Universität Würzburg und das Schweinfurter Seniorenwohnstift Augustinum. Die Einrichtungen, die üblicherweise nicht die gleiche Zielgruppe ansprechen, haben gemeinsam ein Bienenprojekt auf die Beine gestellt. Ab sofort steht im Park des Augustinums ein Bienenstock, eigens für diesen Zweck gezimmert. Er lädt nicht nur die Bewohner dazu ein, sich mit dem Tagesablauf der Bienen zu beschäftigen.
Initiiert wurde das Projekt von der Kulturreferentin des Stifts, Waltraud Haas. Sie gewann den „Bienenpapst“ Dr. Jürgen Tautz für die Zusammenarbeit. Der Würzburger Professor ist ein international anerkannter Bienenexperte und versuchte mit seiner „BEEgroup“, bisher vor allem bei Schülern Interesse für die Bienen zu wecken. So zum Beispiel mit der Internetplattform HOBOS (Honigbienen-Online-Studien), an der sich Schulen aus aller Welt beteiligen. Über die Homepage können Schüler das Leben der Bienen online beobachten und sich von zuhause aus als Forscher betätigen.
Eines Tages, so Tautz, sei eine ältere Dame auf ihn zugekommen und habe gemahnt, er solle mal nicht die Senioren vergessen. Dass sich nicht nur jung für die gelb/schwarzen Insekten begeistern kann, sah man bei der Vorstellung des Projektes im Park des Augustinums. Alle Sitzplätze waren belegt, einige hatten auch auf ihren Rollatoren Platz genommen.
Die Grundlage fürs Projekt reicht ins vergangene Jahr zurück, als die „BEEgroup“ im Augustinum Schweinfurt die bundesweite Vortrags- und Fotoausstellungsreihe über den Bienenalltag startete. Auch dieses Jahr fällt in Schweinfurt der Startschuss. Am Ende sollen in 20 von 21 Seniorenresidenzen Bienenschwärme als Untermieter leben.
Es habe im Vorfeld Bedenken aus Bewohner- und Nachbarschaft gegeben, erklärt Beatrix Sauer, Stiftsdirektorin des Augustinums. Man habe deshalb mit Helmut Stenzinger einen erfahrenen Imker mit einbezogen. Er stellte die 1200 Bienen samt Königin zur Verfügung und wird das Projekt begleiten.
Beim Stichwort „Biene“ denken die meisten zuerst an die Kultfigur Maja, die seit Jahrzehnten mit ihrem Freund Willy Abenteuer erlebt und schon Generationen von Kindern begeisterte. Wer wisse jedoch, „dass wir ohne die Bestäubungsleistung der kleinen Insekten auf beinahe ein Drittel unserer Lebensmittel verzichten müssten. Auch ästhetisch würden wir die Biene im Frühling sehr missen“, sagte „Bienenpapst“ Tautz. Er sieht in der Struktur der Gemeinschaft dieser Tiere ein Ideal der menschlichen Gesellschaft verwirklicht. Die Gemeinschaft von Jung und Alt.
Dem wieder näher zu kommen erhofft sich der städtische Referent Jürgen Mainka vom Projekt. Da die Struktur der Großfamilie aufgebrochen sei, brauche man neue Möglichkeiten, um die Jugend in Kontakt mit Senioren zu bringen. Die Bienen könnten hier den Anlass für einen Austausch bieten.
Dies strebt auch das Seniorenstift an. Eine Besuch des Gustaf-Adolf-Kindergartens ist im Mai. Die Friedrich-Rückert-und die Körner-Grundschule werden zu einer Bienenbeobachtung kommen. Die benachbarte Friedenschule beteiligte sich schon an der Eröffnungsveranstaltung. Sie gestaltete den musikalischen Teil mit Ausschnitten aus Liedern von Paul Gehrhardt, Clemens Brentano und Hoffmann von Fallersleben, bei denen die Senioren teilweise sogar mit einstimmten.
„Wer zu viel Honig isst, das ist nicht gut; und wer schwere Dinge erforscht, dem wird's zu schwer.“ Zum Bibelvers lieferte Professor Wolfgang Riedel, Vizepräsident der Uni Würzburg, eine eigene Interpretation: Der Vers sei ein Rat, bei der Bienenforschung auch mal eine Pause einzulegen und nicht zu viel Bienenstich zu essen. Zum Abschluss der Projekteröffnung gab es für die Gäste und Bewohner Kaffee und – natürlich Bienenstich.
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