aktualisiert: 26.10.2009 17:02 Uhr
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SCHWEINFURT
Mehr Personal für das Leopoldina
Der Grund: Zu viele Überstunden – Fast alle Töchter 2008 mit Gewinn
Das Leopoldina-Krankenhaus hat nach 2007 (1,26 Millionen Euro Gewinn) auch das Jahr 2008 mit einem Jahresüberschuss abgeschlossen. Die 825 000 Euro werden dem Gewinnvortrag aus den Vorjahren von derzeit 4,6 Millionen Euro zugeführt, informierte Kämmerer Martin Baldauf den städtischen Haupt- und Finanzausschuss.
Frank Firsching, Stadtrat (Linke) und Aufsichtsrat in der Krankenhaus GmbH, merkte an, dass im Leopoldina 2008 ein Rückstau für nicht genommenen Urlaub und Überstunden aufgelaufen sei, der einen Umfang von 80 Stellen erreicht habe. 2007 sei das auch schon der Fall gewesen, der Umfang habe da noch 60 Stellen entsprochen, der Berg sei 2008 also noch einmal deutlich angewachsen. Er sei deshalb froh über die Ankündigung von Geschäftsführer Adrian Schmuker, zusätzliches Personal einzustellen, um die „Welle abzubauen“, sagte Firsching.
Auch die Stadtwerke GmbH meldet für 2008 einen Überschuss von 966 000 Euro. Dieses Plus wird dem Verlustvortrag aus den Vorjahren gutgeschrieben, der danach noch zirka 800 000 Euro ausmacht. Auch hier meldete sich Firsching zu Wort: Weil seinem Stadtratskollegen und Stadtwerke-Aufsichtsrat Sinan Öztürk in der Aufsichtsratssitzung Auskünfte über die Verwendung von einer Million Euro bei den betrieblichen Aufwendungen verwehrt worden sei und Öztürk deshalb seiner Funktion als Kontrolleur nicht habe nachkommen können, verweigere er seine Zustimmung.
OB Gudrun Grieser wies den Vorwurf, Öztürk sei nicht informiert worden, „entschieden zurück“. Stadtwerkeleiter Johann Karl erklärte, dass sogar entsprechende Unterlagen zum beanstandeten Punkt Reisekosten und Bewirtung zur Hand gegeben worden seien. Firsching blieb aber bei seinem angekündigten Nein aus den genannten Gründen.
Wohnbau mit Gewinn
1,4 Millionen Euro macht der Jahresüberschuss bei der Stadt und Wohnbau GmbH aus, die seit 2008 eine hunterprozentige Tochter der Stadt ist. Auch dieser Betrag fließt in die Gewinn-Rücklage.
Mit einem Plus von 1300 Euro schließt auch die laut Kämmerer Baldauf eigentlich auf eine schwarze Null ausgerichtete Kulturservice GmbH das Jahr 2008 ab. Wiederum Firsching bemängelte mit Erfolg hier den Passus in der Bilanz, dass die Löhne und Gehälter der Beschäftigten Tariflöhne seien. Das seien sie seiner Kenntnis nach nicht. Auch einen Haustarif, von dem Personalchef Roland Göb sprach, gebe es nicht. SPD-Fraktionschef Joachim Schmidl erfuhr, dass das Entgelt für die Angestellten nicht, wie er erfahren habe, zurückgeschraubt, sondern, im Gegenteil, zum Jahresanfang erhöht worden seien.
Auch das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) schließt mit einem Jahresüberschuss für 2008 in Höhe von 800 000 Euro ab. Baldauf informierte, dass das seinerzeit fast komplett fremdfinanzierte GKS die Liquidität in den Jahren im Wesentlichen zum Schuldenabbau verwendet hat, der heute „praktisch bei Null liegt“.
Schließlich noch das Gründer-, Innovations- und Beratungszentrum, die GRIBS GmbH. Das Defizit von 81 000 Euro fürs Jahr 2008 wurde mit den Zuschüssen der Stadt (60 000 Euro) und des Landkreises (30 000 Euro) ausgeglichen.
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