aktualisiert: 06.02.2012 15:06 Uhr
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OBERLAURINGEN
Meisterlicher Tanz, zauberhafte Farben
Oberlauringen im Faschingsfieber: Beim Karnevalsclub wird der Zuschauer mal schnell zum Bühnenakteur
„Ich war auch schon mal bei der Schwarzen Elf, aber das war mir zu steif.“ Für die gebürtige Oberlauringerin ist es Ehrensache, alljährlich die Sitzung des Karnevalsclubs (KCO) zu besuchen. Und Steifheit kann man dem Faschingstreiben hier wahrlich nicht vorwerfen. Die Stimmung ist von Anfang an gut. Kein Wunder, begrüßt Sitzungspräsident Bernd Johann doch die Vertreter jeder Ortschaft persönlich und holt Erstbesucher gleich auf die Bühne.
Die angesagte Garde ist noch nicht soweit? Kein Problem, spontan tanzen die Gäste in einer Polonaise über die Bühne. Die Grenzen zwischen Aktiven und Zuschauern sind beim KCO fließend.
Obwohl rund zwei Drittel der Besucher von außerhalb kommen, ist das hier wie eine große Familie, man kennt sich und kann herzhaft miteinander lachen. Teenager-Garde und Prinzenpaar eröffnen den Reigen der Darbietungen, bevor Oliver Mischstenko als Bauarbeiter „Franz Feierabend“ in die Bütt steigt. Das Programm zeigt einen guten Mix zwischen Rede, Tanz und Musik.
Die Minigarde entführt in die Traumwelt von Peter Pan und hat den Mut, wirklich auch die „Minis“ der Gemeinde mit auf die Bühne zu nehmen: Laura und Emilie, beide zwei Jahre, sind die Stars.
Heiko Filler nimmt die Fußballgrößen der Gemeinde auf die Schippe: „Sollte man den TSV nicht umbenennen“ fragt er, in „Tore schießen verboten“ oder besser „vergessen“? Die Juniorengarde hat männliche Verstärkung bekommen. Pascal teilt das Schicksal vieler Aktiver, Mutter Trainerin, Vater Elferrat – Fasching ist Familienerbe.
Beim immer wieder neuen Thema der Beziehung von Mann und Frau, die Oliver Mischstenko in die Bütt bringt, tobt das Publikum. Temporeich fegt Tanzmariechen Mandy Johann über die Bühne.
Originell und einfallsreich zeigt die Sketchgruppe Deutschlands beste Talentschau. Die „speziell spezialisierten Spezial-Spezialisten“ begeistern. Natascha Krug und Kevin Johann zeigen im Paartanz, warum sie sich für die Teilnahme an den Bayerischen Meisterschaft im März diesen Jahres qualifizieren konnten. Während die Schautanzgruppe – „schwer mit den Schätzen des Orients beladen“ – die Bühne in einen Licht und Farbzauber versenkte, bleibt's bei den „fantastischen Zwei“ heimisch. Mit Gitarre, Geplauder und Gesang motivierten sie ihr Publikum: „Ihr dürft fei mitmach, net schlapp.“ Marco Ley wagte den Blick aufs Weltgeschehen: „490 Milliarden Euro hat die EZB neu gedruckt, während sich hier alles um den Wulf kümmert.“ Die Sambabüchsen, die Storchengarde und vor allem das Männerballett, das gekonnt die Muppet-Show auf die Bühne brachte, ließen die Stimmung endgültig überkochen.
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