publiziert: 22.11.2011 16:57 Uhr
aktualisiert: 22.11.2011 17:01 Uhr
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Mit dem Paschatitel geehrt

Serie Straßennamen: Wer war Carl Christian Giegler?
  • Carl Christian Giegler Pascha. Er machte in Afrika Karriere.
    Foto: stb
  • Am westlichen Ende der Stadtgalerie: Die Giegler-Pascha-Straße erinnert an einen Sohn Schweinfurts, der Ehre in Afrika erlangte.
    Foto: Fuchs-Mauder
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Die Giegler-Pascha-Straße liegt zwischen dem westlichen Ende der Gunnar-Wester-Straße und der Schrammstraße, hinter der Stadtgalerie. Einst führte sie in Richtung Main auf das Wohnhaus Carl Christian Gieglers zu. Alte Schweinfurter kennen vielleicht noch das „Pascha Wäldchen“ an eben dieser Stelle zwischen Schienen und Main. Sein Haus muss besonders gewesen sein. Schon von außen fiel die Veranda, bemalt mit orientalischen Mustern und Landschaften, ins Auge. Über dem Eingang war ein Metallschild mit der Aufschrift „Giegler Pascha, der Erbauer dieses Hauses“ angebracht. Innen war das Haus mit exotischen Raritäten, wie Speeren, Schildern und Trophäen, geschmückt.

Carl Christian Giegler wurde 1844 in Schweinfurt geboren, ein „Pascha“ wurde er erst im Sudan. Nicht nur Döner Läden tragen diesen Namen – er ist auch der höchste Titel der osmanischen Rangfolge. Sofort nach Beendigung der Lehre zum Uhrmacher zog Giegler nur mit dem Notwendigsten los; er trampte nach Heidelberg und schlug sich als „fahrender“ Uhrmacher bis nach Hamburg durch. Schließlich landete er in England und gab seinen erlernten Beruf auf. Er trat eine Stelle beim Siemens-Telegraphenbau an. Als die ägyptische Regierung zwei Ingenieure für den Bau von Telegraphenleitungen im Sudan suchte, meldete er sich und verließ im Alter von 29 Jahren die britische Insel mit einem Dreijahresvertrag in der Tasche. Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er so zufriedenstellend, dass er zwei Jahre später zum „Bey“ ernannt wurde. Der Bey ist der Rang zwischen Efendi und Pascha.

Nordafrika gefiel Giegler; er verlängerte seinen Vertrag. Auf einer Reise nach Kordoban hielt er seine Gedanken fest: „Das monotone Singen der Kameltreiber, die Karawane marschiert weiter. Ich zünde mir meine Pfeife an. Ein angenehmes Gefühl von Lebenslust, Freiheit und Unabhängigkeit lässt mich die Genüsse unseres Landes nicht so vermissen. Oft kam mir der Gedanke, ob ich wohl jemals wieder in Europa so glücklich und zufrieden sein würde.“ 1879 wurde er zum Pascha erhoben; dann folgten schwere Jahre. Er hatte zwar keinerlei militärische Erfahrung, trotzdem wurde er 1882 beauftragt, den Mahdi-Aufstand niederzuschlagen. Muhammed Ahmed Mahdi erhob sich gegen die ägyptische Herrschaft. Giegler hatte nur mäßigen Erfolg gegen den religiös-revolutionären Mahdi und wurde schnell durch einen Ägypter ersetzt.

Als 39-Jähriger kam Giegler für sechs Monate nach Schweinfurt zurück und verliebte sich in die 18-jährige Elly Fechner. Drei Monate nach der Hochzeit nahm er sie mit zurück an den Nil. Bis 1893 lebten sie in Ismailia in Ägypten, dann kehrte er schweren Herzens, aber hochgeachtet und verehrt, mit zwei Söhnen und zwei Töchtern nach Schweinfurt zurück.

Carl Christian Giegler Pascha starb am 31. August 1921 in Schweinfurt. Die Straße und das Pascha Wäldchen erinnern an den deutschen Pionier. Afrika-Forscher Georg Schweinfurth schrieb über Giegler Pascha, er habe streng rechtlich und ehrenhaft in allen Beziehungen als Deutscher in Afrika das beste Andenken hinterlassen.

lsc
    
    

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