publiziert: 09.10.2010 18:05 Uhr
aktualisiert: 11.10.2010 10:50 Uhr
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Neonazis ziehen ohne Kundgebung ab

Gegendemonstranten blockieren Marschroute – Starker Polieieinsatz
  • Abmarsch der Neonazis: Knapp 100 wollten in Schweinfurt demonstrieren. Gegendemonstranten blockierten die geplante Route. Zu einer Kundgebung kam es nicht.
    Foto: Körblein
Bild von

(kör) Mit einem großen Aufgebot ist es der Polizei am Samstag gelungen, rund 100 Demonstranten aus dem extremen rechten Lager und schätzungsweise 200 Menschen, die „spontan“ zusammengekommen waren, von ein ander zu trennen, so dass es zu keinen nennenswerten Auseinandersetzungen kam.

Die vom „Freien Netz Süd“ angekündigte Kundgebung unter dem Motto „Besatzer raus“ fand nicht statt. Die Polizei hatte die Demonstranten zunächst am Schuttberg hinter Abstellgitter konzentriert. Gegendemonstranten, darunter Vertreter von SPD, Die Linke, der Kirchen und Gewerkschaften, hatten sich in einem Lokal in der Nähe getroffen und waren dann durch die Ignaz-Schön-Straße Richtung Schuttberg marschiert. Dort blockierten sie die geplante Marschroute der Rechten und protestierten lauthals gegen die Neonazis, unter denen sich auch der frühere Stadtrat Roderich Sell befand.

Die Polizei ließ die Straße sperren und schob zwischen die beiden sich beschimpfenden Gruppen Absperrgitter, Einsatzfahrzeuge und Einsatzkräfte. Über längere Zeit tat sich zunächst nichts. Die Polizei verhandelte mit den rechten Demonstranten, die darauf bestanden, durch ein Wohngebiet zu marschieren. Nach mehren Runden einigte man sich auf einen Abzug in Richtung Hauptbahnhof. Durch starke Polizeikräfte geschützt setzte sich der Zug schließlich in Bewegung. In der Hauptbahnhofstraße kam es zu Stockungen. Dabei flogen auch einige Steine. Mehrere Jugendliche aus den Reihen der Gegendemonstranten wurden festgenommen. Kurz nach 17 Uhr löste Versammlungsleiterin Ruf die Demonstration auf. Die Demonstranten aus dem rechten Lager wurden „zu ihrem eigenen Schutz“ von der Polizei zum Bahnhof beziehungsweise zu ihren Fahrzeugen gebracht.

Die Stadt Schweinfurt hatte den Aufmarsch der Rechten zunächst verboten. Das Verwaltungsgericht Würzburg hob das Verbot jedoch am Freitag auf.

    
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Nazi-Demo I
Schweinfurt
09.10.2010
    

    
    

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»Alle 33 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

fam. feuerstein (2510 Kommentare) am 12.10.2010 06:53

Für oder gegen was wollten die

Braunen denn überhaupt demonstrieren ???

Dass aussgerechnet die Linken dann die Steine warfen ist natürlich ein deutliches ARMUTSZEUGNIS friedlich gelebter Demokratie.

DAS muss nun schon gesagt werden dürfen !!!

Insofern: Anerkennung an den friedlichen Protest der Gegenseite !!!
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jus (186 Kommentare) am 11.10.2010 14:04

@aithir

Sie sind einer der ganz wenigen in dieser Diskussion, der das Thema verstanden hat und den Nagel auf den Kopf trifft.
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henni (70 Kommentare) am 12.10.2010 04:28

@aithir @jus..

... dann wünsch ich ihnen weiterhin ein besonnenes ruhiges Leben, in dem sie weiter davon träumen, das Nichtstun irgend eine "Bewegung" auf hält. Hat noch nie geklappt, alles muss aktiv erkämpft werden.
(0)
aithir (296 Kommentare) am 11.10.2010 10:41

Pyrrhussieg

Sicher ist es nett, wenn die Nazis keine Chance hatten ihr Ding duchzuziehen, allerdings waren es mal wieder die Gegendemonstranten, die zu sich als gewaltbereit outeten und damit den Protest der anderen in den Schmutz zogen.

Wenn Schweinfurt die braune Brut ganz los werden will, wäre es sinnvoller nichts zu tun. Sie völlig zu ignorieren und sie durch eine Geisterstadt marschieren zu lassen, wo sich niemand blicken läßt, niemand auf ihre unerwünschte Existenz reagiert und niemand Steine wirft oder sonstiger Unvernunft fröhnt.

Man lasse die Nazis ins Leere laufen und verzichte auf eine Parade. Die braunen Kerlchen kommen eh nur, um sich an den Gegendemonstranten und an den Untaten ihrer Ebenbilder am linken Rand aufzugeilen, Extremisten sind immer eine Gefahr für alle anderen, egal für was sie den Extremisten spielen.

Die Konfrontation stärkt diese Männlein nur in ihrem kruden Weltbild und ihren erbärmlichen Fantasien. Und gibt ihnen mal wieder die Gelegenheit sich über Demokratie und die Verletzung von Menschenrechten und anderen Dingen aufzuregen.

Sie verstehen zwar nicht, was Demokratie ist und was die Menschenrechte sind, daß auch sie ihre Grenzen haben und immer alle Menschenrechte eine Rolle spielen, aber sie wissen, daß man sich damit zum armen Opfer stilisieren kann, womit sie natürlich ihr kümmerliches Ego aufbauen wollen.

Die Nazis leben vom Widerstand der Gegendemonstranten und von den Gewaltexzessen des linken Rands, das schweißt sie zusammen und erlaubt es ihnen sich noch mehr zu radikalisieren, sich davon zu überzeugen, daß ihr Streben gerecht und richtig ist, und stärkt ihr Ego.

Die Nazis durch eine Geisterstadt marschieren zu lassen wäre heilsamer für diese zerbrochenen, missbrauchten und geschändeten Geister, denn sie würden nicht das bekommen, was die Gegendemonstranten ihnen geben, Aufmerksamkeit, Feindkontakt, die Möglichkeit zur Selbstbeweihräucherung und Heroisierung.
(2)
lifeexplorer (2908 Kommentare) am 11.10.2010 14:55

So funtioniert aber eine wehrhafte Demokratie!

Nein, ich muss Ihnen widersprechen: Ihre "Lösung" des 'Problems' mag verführerisch einfach klingen -- aber sie ist es nicht!

Es ist GUT und WICHTIG, dass eine wehrhafte Demokratie sich all jenen in den Weg stellt, die Stirn bietet, die eben diese Demokratie verachten und beschädigigen wollen. Die NAZI- und Fascho-Aufmärsche provozieren ZU RECHT bürgerlichen Widerstand, mobilisieren engagierte, verantwortungsbewusste Menschen, bringen die Leute auf die Straße, um sich AKTIV FÜR die Demokratie und ihre Rechte einzusetzen.

Demokratie ist nur dann eine echte, stabile und wehrhafte, wenn sie AKTIV von den Bürgern getragen und gelebt wird. Bequemlichkeit und vermeintliches "Ignorieren", Wegsehen oder gar "sich Austoben lassen", hat schon mal vor mehr als 70 Jahren ins schlimme Elend geführt! Da glaubten sogar so manche Politiker sie könnten den rechts-nationalen Mob schon gewähren lassen, bis man ihn dann wieder einfangen könne! Das mündete in den größten, tödlichen Irrtum unserer Geshichte. traurig

Nein, wir alle sind MITVERANTWORTLICH für die Ausgeatltung dieser, unserer Demokratie und das verplichtet auch zum aktiven Widerstand gegen alle Gruppierungen, die unser Wertesystem zerstören, auf den Kopf stellen oder abschaffen wollen. Und die Dramatisierungen des angeblichen "links-außen Protestes", sind nun wirklich weit hergeholt. Das liest sich ja wie in der BLÖD-Zeitung, sorry. So macher bequeme Bürger und TV-Sesseldemokrat sollte froh sein, dass wir so etwas wie die 'AntiFa' überhaupt haben.

Und das ist gewiss keine Plädoyer für Gewalt gegen radikale NAZIS. Aber ignorieren und nichts tun, ist die schlechteste aller Ideen! DIe definitiv unwirksamste!

*** Keine Handbreit Toleranz für Faschisten, Menschenverachter und Rechtsextreme! ***

LE
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