aktualisiert: 18.03.2010 18:06 Uhr
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SCHWEINFURT
OB-Kandidaten im Streitgespräch: Konzepte für Schweinfurt
Am Sonntag treten Kathi Petersen (SPD) und Sebastian Remelé (CSU) in der Stichwahl um das Amt des Schweinfurter Oberbürgermeisters an. Die Redaktion lud die beiden zum exklusiven Streitgespräch.
Zwei Videos mit den Kandidaten finden Sie am Ende des Textes.
Kathi Petersen: Ich nehme aus vielen Gesprächen mit, dass einerseits das Zutrauen, dass Politik etwas bewegt und verändert, gesunken ist. Das finde ich frustrierend – gerade für Kommunalpolitiker, die ja genau diesen Anspruch haben. Andererseits haben die Leute sehr konkrete Vorstellungen, was sich in der Stadt verändern sollte. Oft kam der Wunsch, man müsste eigentlich mehr beteiligt werden.
Sebastian Remelé: Für mich war interessant, wie erfreut und aufgeschlossen die Menschen reagieren, wenn man auf sie zugeht. Sie teilen dann ihre Sorgen und Befindlichkeiten mit. Heutzutage muss man Wahlkampf wohl sehr persönlich gestalten. Man wird gar nicht so oft auf politische Inhalte angesprochen, sondern die Leute wollen wissen, wer ist dieser Kandidat. Eine OB-Wahl ist eben sehr stark eine Persönlichkeitswahl.
Das könnte ja heißen, dass das – bei Ihnen beiden – im Falle einer Wahl Konsequenzen auf Ihre Amtsführung hätte. . .Remelé: Ich möchte ein bürgernaher Oberbürgermeister sein. Ich werde versuchen, vieles beizubehalten, was ich im Alltag praktiziere: Ich werde – so es die Amtsführung zulässt – weiterhin meine eine Tochter in den Kindergarten bringen, weiterhin den Bus benutzen und weiterhin in der Stadt mittags essen gehen. All das wird von den Bürgern erwartet und honoriert. Sie wollen den Oberbürgermeister „zum Anfassen“ haben. Vielleicht kommt das aus Amerika herüber. Und ich glaube, das kann auch der Politikverdrossenheit entgegenwirken.
Petersen: Bürgernähe – das würde ich auch für mich beanspruchen. Ich denke, durch meine berufliche Tätigkeit, mein ehrenamtliches und gewerkschaftliches Engagement, kenne ich die Lebensbereiche, die den Alltag ganz normal prägen. Etwa Menschen, die arbeitsuchend sind. Ich denke, auch dadurch wird eine Amtsführung geprägt: Dass man Kontakte in verschiedene Bevölkerungsgruppen hat und weiß, wie die „ticken“.
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