aktualisiert: 04.02.2010 17:23 Uhr
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SCHWEINFURT
OB-Kandidaten zu den Themen Wirtschaft und Soziales
Kirchliche Arbeitnehmerverbände hatten zur Podiumsdiskussion in das Katholische Dekanatszentrum eingeladen
Voll im Griff hatte Diözesanpräses Peter Hartlaub von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) die Diskussionsrunde am Dienstagabend. Die OB-Kandidaten zollten sich gegeneinander reichlich Respekt. Nur Stefan Labus von der Schweinfurter Liste startete Abgrenzungsversuche gegenüber proschweinfurt, die Fraktion, die er als CSU-Mehrheitsbeschaffer einstuft.
Labus meinte, dass „pro“ und damit auch die Kandidatin Christiane Michal-Zaiser eine Ausgliederung der „Liste“ seien. Michal-Zaiser konterte, erinnerte daran, dass es die „Liste“ ohne die damalige Mitinitiatorin Michal-Zaiser vielleicht gar nicht geben würde. Als es um die Stadtwerke ging, warf Labus „pro“ vor, dass deren Vertreter im Aufsichtsrat stets mit der CSU stimme. Kann nicht sein, merkte der Fraktionsvorsitzende von „pro“, Karl-Heinz Knöchel, an, weil seine Fraktion keinen ordentlichen Sitz in diesem Rat hat. Dass dort jedoch pro-Stadtrat Hannes Nägele öfters zu sehen ist, liegt daran, dass die CSU dem pro-Mann den Posten eines Stellvertreters eingeräumt hat.
Eingeläutet wurde die von KAB, Kda (Kirchlicher Dienst) und afa (Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen) organisierte Veranstaltung mit der Vorstellung der Kandidaten. Michal-Zaiser präsentierte sich als pragmatische Arbeitsrechtlerin, Frank Firsching von der Linken als Gewerkschafter, Kathi Petersen von der SPD als aller Schweinfurter Nachbarin, Marc-Dominic Boberg (Grüne) als ein Mann mit dem Mut zu Veränderungen, Sebastian Remelé (CSU) als Familienvater und Stefan Labus als Mittelständler.
In Sachen Wirtschaft wiederholte Boberg, dass Schweinfurt zu einem weltweiten Zentrum bei der Windkraft auszubauen sei, dem Handel in der Innenstadt geholfen werden müsse und es nicht mehr als zwei verkaufsoffene Sonntage im Jahr geben dürfe. Letzteres bejahten alle Kandidaten. Für Kathi Petersen und Frank Firsching sind verkaufsoffene Sonntage sogar überflüssig. Auch bei der Belebung der Innenstadt forderten alle Kandidaten ein verstärktes Engagement der Stadt. Die von Labus gesehene Notwendigkeit der energetischen Gebäudesanierung insbesondere an den Schulen unterstützen alle Kandidaten. Remelé fügte bei diesem Punkt an, dass die Stadt schon in der Vergangenheit viel Geld in ihre Schulen investiert hätte.
Frank Firsching will beim Arbeitgeber Stadt darauf achten, dass alle Mitarbeiter nach Tarif bezahlt werden, will Privatisierungen (Stadtwerke und Leo) zurückwandeln und aus Überstunden neue Jobs schaffen. Michal-Zaiser sieht neue Arbeitsplätze bei den Existenzgründern, denen die Stadt unter die Arme greifen müsse.
Auf den Vorwurf von Boberg, die Stadt habe mit Prestigeprojekten viel Geld verdummt, antwortete Remelé, für den das Stricken an der Attraktivität von Schweinfurt eine Investition in eine erfolgreiche Zukunft ist. Kathi Petersen räumte ein, dass Schweinfurt zwar viele Fördergelder für Baumaßnahmen ans Land gezogen hätte, doch Fördergelder für soziale Fortschritte hätten unter OB Grieser nicht interessiert, was auch Labus so einschätzte.
Dass die Stadtwerke mit Einnahmen aus Strom und Gas defizitäre Betriebe wie den Stadtbus aufrecht erhalten, begrüßten alle Kandidaten. Der umstrittene Sozialpass ist für keinen vom Tisch. Unumstritten war das Zeughaus als Domizil für die Vereine.
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loewe53 (6 Kommentare) am 05.02.2010 17:18
Kandidaten zollten sich gegenseitig Respekt?Auf der Veranstaltung, die ICH an diesem Abend besucht habe, ging es recht heiß her. Remelé und Michal-Zaiser mussten ganz schön bluten, und das weil sie auch von den anderen Kandidaten konkret mit ihrem "sozialen" Abstimmungsverhalten konfrontiert wurden. Endlich eine Podiumsdiskussion auf der sich nicht alle einig waren! Schade, dass dies der Artikel komplett verschweigt. |
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wolfgangziller (28 Kommentare) am 05.02.2010 12:00
Sozial-Pass-Diskussion fehlt bei Bericht OB-Forum...Im letzten Teil des OB-Forums (2.2.2010) wurde kräftig um Soziales gestritten. Es ist mir unerfindlich warum das nicht berichtet wurde. Genau hier unterschieden sich die 6 Kandidaten am Eindeutigsten !Widergespiegelt wurde nochmals die Diskussion und mehrere Abstimmungen über den Sozial-Pass im Stadtrat. So wurde über den fraktionsübergreifenden Antrag von DIE LINKE (Frank Firsching), SPD (Kathi Petersen), GRÜNE (Marc-Dominic Boberg), Schweinfurter Liste (Stefan Labus) berichtet. Frau Michal-Zaisser (pro Schweinfurt) und Herr Remele (CSU) wurde vorgehalten, dass sie dem Sozialpass mehrmals ihre Zustimmung verweigerten. Rotes Köpfchen bei der „Frau mit Herz“, denn sie wollte sich brüsten, sie hätte doch die Weiterverfolgung des Sozialpasses auf den Weg gebracht. Frank Firsching widersprach ihr vehement und alle anderen der 3 Oppositionellen nickten bzw. stimmten ein. „Richtig ist“, so Firsching, „dass die Diskussion über den Sozialpass wenigstens weiterläuft“, aber „nur das wurde letztlich , nach stundenlanger Debatte im Stadtrat, mit Mehrheit beschlossen“. Die „grundsätzliche Zustimmung für einen Sozialpass und erste finanzielle Planungen wurden von CSU und Pro Schweinfurt u.a. Leihstimmen vorher mehrmals verweigert“, so Firsching. Für die Einführung eines Sozialpasses für sozial Bedürftige stimmten im Stadtrat nur DIE LINKE, GRÜNE, SPD u. SWL ! Inhaltlich und sprachlich nicht so versiert wie Firsching, Petersen u. Boberg war der Kandidat Labus. Nach Meinung Vieler kam Firsching vor Petersen u. Boberg im Publikum am Besten an. Fazit für die Konservativen: Es klappte einfach nicht „sozialer zu erscheinen" als man/frau ist. Die Anwesenden kriegten es voll mit. Wolfgang Ziller, Schweinfurt |
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