publiziert: 01.02.2012 13:58 Uhr
aktualisiert: 03.02.2012 11:44 Uhr
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Parkhaus-Überfall: Nur ein Schwindel aus der Cloud

Keine Gefahrensituation im Marienbach-Parkhaus

Die Geschichte kursiert seit Wochen in der Stadt: Ein Mann sei im Erdgeschoss des Parkhauses Marienbach bei einer Frau ins Auto gestiegen und habe diese aufgefordert, in ein oberes Stockwerk zu fahren. Unterwegs habe die Frau Angst bekommen und laut geschrien. Der Mann sei dann ausgestiegen, habe aber seine Tasche zurückgelassen, in der sich schließlich ein Strick und ein Messer gefunden hätten. Viele haben von dieser vermeintlichen Gefahrensituation schon gehört, nicht wenige wundern sich, dass darüber noch nicht berichtet wurde. Der Grund indes ist simpel: „Hierbei handelt es sich um einen klassischen Hoax“, sagt Michael Droos von der Polizeiinspektion Schweinfurt.

Ein Hoax? Das Wort kommt aus dem Englischen, steht für Scherz oder Schabernack, bezeichnet heutzutage „Räuberpistolen“, die auf digitalem Weg verbreitet werden. Ein bekannter Hoax des vergangenen Jahres war die Geschichte von dem weißen Kleinbus vor einer Schule, aus dem heraus Unbekannte Kinder angesprochen haben sollen. In Konstanz und Gütersloh, Paderborn, Herford und auch im österreichischen Klagenfurt wurde der Wagen angeblich gesichtet – allerdings stets nur virtuell, im Social Media Netzwerk Facebook. Tausendfach geteilt machte der als Warnung formulierte, schlechte Scherz vielen Eltern Angst, bis mehrere Polizeisprecher im Oktober letzten Jahres offiziell Entwarnung gaben.

Dennoch waren die Ordnungshüter den vermeintlichen Hinweisen aus der Bevölkerung freilich nachgegangen – so auch in Schweinfurt. „Wir haben ermittelt, Passanten befragt – aber Niemand konnte uns etwas konkretes sagen“, erzählt Michael Droos. Am „nächsten dran“ war letztlich der Erstinformant, der die Geschichte allerdings auch nur in der Kneipe am Nebentisch aufgeschnappt hatte. „Ein Ursprung lässt sich nicht feststellen“, sagt Droos.

Hoaxes sind übrigens so alt wie das Internet; los ging es mit Mail-Kettenbriefen und E-Petitionen, später folgten die so genannten „urban legends“ zu der auch die Geschichte aus Schweinfurt zählt. In dem Buch „Die Spinne in der Yucca-Palme“ hat Rolf W. Brednich solche virtuellen Falschmeldungen zusammengefasst. Und: Die Technische Universität Berlin widmet den Hoaxes sogar eine eigene Internetseite (Hoax-Info-Service: hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/) mit umfassendem Verzeichnis und Suchfunktion. Dort befasst sich eine Extraseite mit Lügenmärchen, die via Facebook verbreitet werden; die Universität spricht hier von einer „eigenen Hoax-Kultur“ in dem sozialen Netzwerk. Der Parkhausfall ist hier nicht aufgeführt, aber es findet sich die auch in der Schweinfurter Community weit verbreitete Bildmeldung über ein völlig entstelltes, krebserkranktes Baby, die man „teilen“ solle, weil Facebook hierfür angeblich Geld zahlt. Das ist Unsinn – ein schnöder Schwindel aus der Cloud.

Von unserem Redaktionsmitglied Holger Laschka
    
    

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»Alle 8 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

skymind (21 Kommentare) am 02.02.2012 11:18

Man munkelt...

...der Mann sei auch noch als Frau verkleidet gewesen - so jedenfalls die Version, dir mir zu Ohren gekommen ist.

Wers glaubt... ^^
(0)
jus (186 Kommentare) am 02.02.2012 11:59

Und

warum hatte er so grooooße Ohren?
Und warum hatte er so laaange Zähne?
grinsen grinsen grinsen
(0)
patrickh (118 Kommentare) am 01.02.2012 16:44

Hoax-Info-Service

Die Website der TU-Berlin mit der Auflistung solcher Fälle ist wirklich sehr zu empfehlen! Am besten gleich ein Bookmark anlegen.

Oftmals gerade bei geradezu absurden Geschichten, die auf Facebook Angst oder andere Emotionen hervorrufen sollen, lohnt sich erstmal ein Blick dorthin. Aufklärung vermeidet im Anschluss dann auch unnötige Weiterverbreitung.
(1)
theaterensemble (6 Kommentare) am 01.02.2012 15:23

Entschuldigung

Habe übersehen, dass der "Erstinformant" wohl befragt wurde.
(0)
nessi69 (29 Kommentare) am 02.02.2012 10:13

Erstinformant

Der es aber auch vom Nebentisch aufgeschnappt hat....
(0)
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