publiziert: 29.05.2009 18:33 Uhr
aktualisiert: 29.05.2009 18:35 Uhr
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Pfarrer Schmurlack geht

Der gesundheitlich angeschlagene Geistliche verlässt das konfliktreiche Oberlauringen
  • Auftritt im Oberlauringer Konfliktfeld: der Chor Voice of Glory.
    Foto woh
  • Verlässt die Pfarrei: Pfarrer Schmurlack.
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„Eigentlich war gar nicht geplant, dass ich was sage.“ Doch dann hat Regionalbischöfin Dorothea Greiner doch was gesagt während der Gospelchor-Andacht am Donnerstagabend in der Oberlauringer Kirche. Schwerwiegendes.

Hat den Besuchern mitgeteilt, dass Pfarrer Dietmar Schmurlack gesundheitlich so stark angegriffen sei, dass er den Dienst einer vollen Stelle nicht mehr ausfüllen könne. Deswegen werde er in Kürze einen Aufenthalt in einer Klinik antreten und danach nicht mehr Dienst tun, zumindest nicht mehr in dieser Gemeinde. Sowohl Greiner als auch Dekan Jürgen Blechschmidt betonten, dass der Weggang in Absprache mit Schmurlack selbst erfolge. Schmurlack selbst wollte kein Statement abgeben – nicht nur des schlechten Gesundheitszustandes wegen, sondern auch ob „ungeklärter Sachen“.

Die Nachricht von Schmurlacks Ausscheiden nach sieben Jahren in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Oberlauringen traf die anwesenden Pro-Pfarrer-Rebellen am Donnerstagabend wie ein Keulenschlag. Tränen der Trauer flossen in Strömen im Schmurlack-Lager, das damit den Kampf für den Verbleib des Geistlichen (Archivfoto Schubart) und gegen die Schmurlack-Gegner im Kirchenvorstand verloren hat. Der Vorstand hatte im hochemotionalen und weit über das Pfarrer-Thema hinausgehenden Oberlauringer Kirchenkonflikt trotz aller massiven Protest-Aktionen an seiner Grundkritik festgehalten: Mit der Arbeit des Pfarrers sei man nicht zufrieden. Stellung beziehen zur neuen Situation wollte Vorstandsmitglied Volker Steigmeier auf Nachfrage der Redaktion nicht. Grund: In dieser Zeitung sei bisher noch nie positiv über den Vorstand berichtet worden. Andere Vorstandsmitglieder waren telefonisch am Freitag nicht erreichbar.

„Der Vorstand“, so Chef-Rebell Georg Schmidt, „hat nun einen schweren Stand“: Er habe zwar den Kampf in punkto Pfarrer gewonnen, dafür aber das Dorf verloren. Schmidt kündigte an, dass die Bürgerinitiative genau beobachten will, wie sich der Vorstand in der nächsten Zeit präsentieren werde. Und die Initiative werde als Alternative Veranstaltungen bieten, die nicht unter der Regie des Vorstandes laufen. Die von der Bürgerinitiative gemeindeweit auf den Weg gebrachte Abstimmung „Pro Schmurlack“, bei der in einem Aufruf auch gegebenenfalls der Rücktritt des Vorstands geforderte worden ist, läuft noch. Das Ergebnis, so Schmidt, werde der Bischöfin übermittelt.

Einen Schritt nach vorne getan hat der Kirchenvorstand. Er votierte einstimmig dafür, eine Mediation durchzuführen. Ein Beschluss, der laut Regionalbischöfin Greiner gefasst wurde nach eingehender Betrachtung der Situation. Die ist wohl nach wie vor miserabel. „Die Spannung“, so Greiner, „droht die Gemeinde zu zerreißen.“ Was wiederum auch die Reaktion der Bürgerinitiative auf die angedachte Mediation dokumentiert. „Erst wollten wir eine Mediation, die ist nicht gekommen. Jetzt, nachdem der Weggang des Pfarrers feststeht, wollen die eine Mediation, aber wir nicht“, stellte Schmidt klar.

Der wegen des Konfliktes mit dem Vorstand nach Wetzhausen abgewanderte Gospelchor „Voice of Glory“ will weiter in Oberlauringens Kirche auftreten. „Wenn die Gemeinde das wünscht, machen wir das“, so Leiterin Michaela Lynes, die trotz allem auf Konfliktbewältigung hofft: „Wir leben alle in diesem Dorf, wir müssen die Differenzen überbrücken.“

Von unserem Redaktionsmitglied Wolfgang Hüssner
    
    

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