aktualisiert: 14.10.2011 18:04 Uhr
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SCHWEINFURT
Pilotprojekt in St. Josef: Nur noch ein Beruf für die Pflege
Krankenpflegeschule St. Josef und Altenpflegeschule nehmen an Pilotprojekt teil
Die Patienten der Krankenhäuser werden immer älter, und häufig leiden sie neben ihrer akuten Erkrankung an Demenz. Im Gegenzug werden sie früher entlassen und brauchen bei ihrer Rückkehr ins Alten- oder Pflegeheim weitere krankenpflegerische Versorgung. Immer stärker überschneiden sich also die Tätigkeitsfelder von Alten- und Krankenpflege.
Deutschland ist das einzige Land in Europa, in dem Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege jeweils eigene Berufe sind. Noch. Die schwarzgelbe Koalition in Berlin hat im Koalitionsvertrag die Zusammenlegung der drei Ausbildungsgänge vereinbart – Zeitpunkt noch ungewiss, da wichtige Details wie künftige Finanzierungsmodelle noch völlig offen sind.
Wie eine praktische Lösung der politischen Vorgabe aussehen könnte, das testen seit Beginn des Ausbildungsjahrs einige ausgewählte Schulen, als einzige in Unterfranken sind das in Schweinfurt die Krankenpflegeschule des Krankenhauses St. Josef und die Berufsfachschule für Altenpflege am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Alfons Goppel. Sie nehmen am Modellprojekt „Generalistische Pflegeausbildung“ des Bayerischen Kulturministeriums teil.
Die Ausbildung dauert – wie bisher – drei Jahre. Die Schüler erhalten 2100 Stunden theoretischen Unterricht. Davon sind 1700 Stunden generalistisch, also fachübergreifend, und 400 Stunden nach dem Schwerpunkt (Altenpflege oder Kranken- und Gesundheitspflege) ausgerichtet. Der praktische Teil umfasst 2500 Stunden, 1400 davon wiederum im jeweiligen Schwerpunkt. 700 werden ausgetauscht – das heißt, die Krankenpfleger gehen ins Altenheim und die Altenpfleger in die Klinik. Dazu kommen 200 Stunden in einer ambulanten Pflegeeinrichtung und 200 in der Kinderkrankenpflege.
Noch schließen die Generalisten die Ausbildung in ihrer Ausgangsparte ab, bekommen aber ein zusätzliches Zertifikat, das es ihnen erlaubt, in jeder der drei Sparten zu arbeiten.
Es spricht alles für eine Zusammenlegung, da sind sich die Leiter der beiden Schulen, Elmar Pfister und Rainer Schöler, einig. Sie versprechen sich eine Verbesserung der Pflegequalität. Schöler: „Die Krankenpflegeschüler sehen im Altenheim, wo ihre Patienten herkommen, und die Altenpflegeschüler sehen im Krankenhaus, was mit ihren Patienten dort passiert.“ Pfister: „Wir stellen uns am Anfang breit auf, die Spezialisierung kommt dann später.“
Bislang war es umgekehrt: Wer einmal einen Bereich gewählt hatte, musste dort auch bleiben. Es gab keine Möglichkeiten, die Sparte zu wechseln. Auch, wenn die Ausbildung dann doch nicht den Erwartungen entsprach. „Da gab es Schüler, die sind in die Krankenpflege gegangen, weil sie dachten, man hat Zeit, sich um die Patienten zu kümmern. Die Praxis sieht aber oft anders aus“, sagt Sigrid Lommel, kaufmännische Direktorin von St. Josef, „diese Leute sind dann vielleicht in der Altenpflege besser aufgehoben.“
Den Absolventen der generalistischen Ausbildung steht ein weites Feld beruflicher Möglichkeiten offen. „Das bedeutet gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels eine deutliche Aufwertung des Berufs“, sagt Sigrid Lommel. Angelika Brand, stellvertretende Leiterin der Altenpflegeschule, hat sogar die Beobachtung gemacht, dass Bewerber gezielt auf den Zuschlag als Projektschule gewartet haben.
Ein weiteres Argument für die generalistische Pflegeausbildung: „Es gibt unglaublich vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten“, sagt Brand, „die Absolventen können später auch in den ambulanten Bereich gehen oder in die Beratung.“
Ein weiterer Schritt könnte die Erweiterung der Pflegeberufe um heilkundliche Tätigkeiten werden, wie sie etwa in der Schweiz längst üblich, in Deutschland aber noch dem Arzt vorbehalten sind. Aber das wird erst noch diskutiert, sagt Elmar Pfister.
Vor der allgemeinen Einführung der generalistischen Ausbildung (für den neu zu schaffenden Beruf gibt es übrigens noch keinen Namen) muss ohnehin erst noch die Finanzierungsfrage geklärt werden: Bislang werden die Altenpflegeschüler von ihren jeweiligen Einsatzorten, also den Heimen, bezahlt. Die Krankenpflegeschulen hingegen handeln mit den Kassen ihre Budgets aus. Es liegt auf der Hand, dass alles andere als eine Vereinheitlichung unsinnig wäre, eine Lösung ist allerdings noch nicht in Sicht. Im Frühjahr will die Staatsregierung ein Konzept vorlegen: „Wir sind jetzt schon gespannt“, sagt Schulleiter Pfister.
„Die Politik hat das Problem natürlich längst erkannt“, sagt Sigrid Lommel, „aber es ist für niemand besonders spannend zu versuchen, die alten Strukturen aufzubrechen.“ Das Thema Pflege sei ohnehin nicht besonders populär: „Pflege kostet nur Geld und bringt keins eins. Da findet halt keine Wertschöpfung statt.“ Angelika Brand ergänzt: „Aber es kommt eben darauf an, wie man Wert definiert. Da kann ja auch Lebensqualität sein.“
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krammel (336 Kommentare) am 14.10.2011 20:04
Pflegekostet nur Geld u. bringt keins- aber es kommt ebend darauf an, wie man Wert definiert- das kann ja auch Lebensqualität sein-Was für eine weise Ansicht u. genau deswegen könnte die Weltbank ja Lebensqualität intern als Gegenleistung von Geld anerkennen u. das Geld welches eh nur Papier aus der Druckmaschine ist für Qualifikationen von Pflegekräften investieren, das Geld würde den nötigen Kräften dienen, welche uns dienen u. zu aller Letzt würde das liebe Gute heilige Geld-, zu dessen wir auch gemacht sind es zu drucken- für sinnvolle Zwecke, genutzt, über die Gesellschaft, wieder ausgegeben u. kommt sicher wieder zurück, da wo es hingehört, nämlich in den Kreislauf der Dienstleistung für den Menschen. Es liegt jedenfalls nicht nach Zumwinkel Art auf Schweizer Konten u. gammelt für Zinsen u. Zinseszinsen vor sich her- Wenn Geld einen menschlichen Wert bekommt kann es Miliarden in den Geldkreislauf spülen u. wenn dann noch die Erhaltung der Umwelt dazu käme u. das haben Ökonomen als auch Ökologen ausgerechnet, dann kämen nocheinmal weitere Miliarden dazu. Dringend benötigtes Geld . Da bräucht man dann auch nicht mal mehr fragen wo es denn herkommen soll, weil man weis es dann ja. Wenn doch immer Geld fehlt, für so wichtige Dinge, das kann man doch regeln wie so vieles andere auch. Geld für Leistung- Leistung für Geld, Arbeit für alle- hat Merkel sogar selber gesagt, also, worauf warten wir. Fangen wir an, wie lange wollen wir denn noch warten. Viele Probleme werden sich auflösen wie von selbst u. auf die wo noch übrig sind kann man sich dann auch besser konzentrieren um sie auch noch zu lösen wenn Sie verstehen was ich meine. Wir haben unsere Zukunft selber in der Hand wir müssen es nur noch erkennen, da braucht man nicht einmal studiert zu haben. Selbst die kompiziertesten Lösungen sind am Ende einfach. Fangen wir das Denken von hinten an, was Probleme angeht, welche eigendlich gar nicht sein müssten, es sei denn sie sind gewollt- das kann u. darf ja wohl nicht wahr sein- |
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