publiziert: 11.08.2012 17:34 Uhr
aktualisiert: 13.08.2012 12:02 Uhr
aktualisiert: 13.08.2012 12:02 Uhr
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Schweinfurt
Protest gegen frühe Lebkuchen: Weihnachtsmusik auf Marktplatz
"Alle Jahre wieder": Am Samstag demonstrierten auf dem Schweinfurter Marktplatz fünf Musiker gegen die immer früheren Lebkuchenverkäufe im Handel.
Anlaß für den Protest: Ein Supermarkt bietet schon jetzt feinste Nürnberger Elisen an. Am Freitagnachmittag ist dem Gochsheimer Wolfgang Düringer der Kragen geplatzt. Als seine Frau von einem Supermarkt im Schweinfurter Gewerbegebiet Hafen zurückkam und ihm von einer ganzen Palette mit Lebkuchen berichtete, die "gleich hinter der Obstabteilung drapiert war" (Düringer). Im August. "Das geht einfach zu weit, das macht Weihnachten auf Dauer kaputt", so der bekannte Musiklehrer und Büttenredner (Fastnacht in Franken), der sogleich eine angemessene und ein wenig karnevalistische Reaktion ersann.
Eine Mail an seine Musikerkollegen von den Gochsheimer Kirchweihmusikanten war schnell verschickt: "Treffen uns am Samstag, 10.30 Uhr, auf dem Schweinfurter Marktplatz.Kurze Hosen erwünscht. Protest gegen Lebkuchenverkäufe." Vier kamen, die kleine Combo war damit komplett. Wolfgang Düringer hatte Nikolausmützen mitgebracht, jeder sein Instrument und los gings. Bei 20 Grad, leicht bewölktem Himmel und vor den Gemüseständen der Marktbauern intonierten Düringer & Co. Weihnachtslieder - "Alle Jahre wieder" und "Ihr Kinderlein kommet", das Festlichste vom Festlichen.
Schnell versammelten sich die Menschen um die schrägen Musikanten mit ihrem Hinweisschild: "Weihnachtslebkuchen im August?" Viele pflichteten Düringer in seinem Anliegen bei, manche hielten die skurrile Performance mit ihrer Handy-Kamera fest. Eine Frau beschwerte sich: "Da müsst Ihr dann doch nicht noch eins draufsetzen..." Düringer konterte: "Wir sind nicht davon ausgegangen, dass es jeder versteht." Ansonsten war die Stimmung entspannt. Man nehme noch Engagements für Weihnachtsfeiern im Dezember an, verkündete der Rädelsführer; ob es nicht auch im August gehe, fragte ein Passant. "Nein, da sind wir ausgebucht", so Düringer.
Es gibt ein Weihnachtsgedicht, bei dem wird das Christenfest alljährlich immer ein wenig früher gefeiert, bis es irgendwann wieder passt und der Tannenbaum genau zum Heiligen Abend gesägt wird. Und es gibt die herrliche Erzählung "Nicht nur zur Weihnachtszeit" von Heinrich Böll. Darin will sich eine hysterische alte Dame nicht von ihrem Christbaum trennen und so muss die Familie bis in den Sommer hinein täglich aufs neue den Heiligen Abend feiern. Eine absurde Vorstellung. Aber feinste Nürnberger Elisenlebkuchen im August - das ist wohl nicht nur in den Augen von Wolfgang Düringer ebenfalls ein klein wenig absurd.
Eine Mail an seine Musikerkollegen von den Gochsheimer Kirchweihmusikanten war schnell verschickt: "Treffen uns am Samstag, 10.30 Uhr, auf dem Schweinfurter Marktplatz.Kurze Hosen erwünscht. Protest gegen Lebkuchenverkäufe." Vier kamen, die kleine Combo war damit komplett. Wolfgang Düringer hatte Nikolausmützen mitgebracht, jeder sein Instrument und los gings. Bei 20 Grad, leicht bewölktem Himmel und vor den Gemüseständen der Marktbauern intonierten Düringer & Co. Weihnachtslieder - "Alle Jahre wieder" und "Ihr Kinderlein kommet", das Festlichste vom Festlichen.
Schnell versammelten sich die Menschen um die schrägen Musikanten mit ihrem Hinweisschild: "Weihnachtslebkuchen im August?" Viele pflichteten Düringer in seinem Anliegen bei, manche hielten die skurrile Performance mit ihrer Handy-Kamera fest. Eine Frau beschwerte sich: "Da müsst Ihr dann doch nicht noch eins draufsetzen..." Düringer konterte: "Wir sind nicht davon ausgegangen, dass es jeder versteht." Ansonsten war die Stimmung entspannt. Man nehme noch Engagements für Weihnachtsfeiern im Dezember an, verkündete der Rädelsführer; ob es nicht auch im August gehe, fragte ein Passant. "Nein, da sind wir ausgebucht", so Düringer.
Es gibt ein Weihnachtsgedicht, bei dem wird das Christenfest alljährlich immer ein wenig früher gefeiert, bis es irgendwann wieder passt und der Tannenbaum genau zum Heiligen Abend gesägt wird. Und es gibt die herrliche Erzählung "Nicht nur zur Weihnachtszeit" von Heinrich Böll. Darin will sich eine hysterische alte Dame nicht von ihrem Christbaum trennen und so muss die Familie bis in den Sommer hinein täglich aufs neue den Heiligen Abend feiern. Eine absurde Vorstellung. Aber feinste Nürnberger Elisenlebkuchen im August - das ist wohl nicht nur in den Augen von Wolfgang Düringer ebenfalls ein klein wenig absurd.
Von unserem Redaktionsmitglied Holger Laschka
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»Alle 18 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
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brauerei (68 Kommentare) am 13.08.2012 17:09
Gibt es den mündigen Verbraucher?Ich habe auch etwas gegen Herbstklamotten, gesehen im Schaufenster eines Modegeschäftes am 10. August (und bei möglicherweise 30 Grad), gegen (ausländischen) Federweißer, gesehen im Supermarkt am 12. August und gegen Schulsachen für das neue Schuljahr in Juli (noch bevor unsere Kinder überhaupt Ferien haben), gesehen im größten Discounter Deutschlands.Die Frage ist wirklich, ob diese Artikel da sind, weil Bedarf besteht oder ob nicht vielmehr einen Konsumanreiz geschaffen wird, der sonst nicht da wäre - und der dann befolgt wird. Offensichtlich nehmen zu viele Leute gedankenlos Dinge mit (sie sagen bezeichnenderweise immer "ich nehme das mit" statt "ich kaufe das"), bloss weil sie angeboten werde. Ich genieße auf jeden Fall zur Zeit Zwetschgenkuchen, im Oktober Federweißer mit Walnüssen und im Dezember Lebkuchen. |
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LepusLepus (1 Kommentare) am 13.08.2012 16:09
Super Aktion - Das könnte Tradition werden!!!Super Aktion!Wer die ersten Lebkuchen entdeckt, soll Herrn Düringer einfach Bescheid geben. Wär doch klasse, wenn er das wiederholt. Ich fands einfach spitze!!! Lob nach Goxum |
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hausgarten (212 Kommentare) am 13.08.2012 09:31
Wolfgang Düringer - Protest gegen zu frühen Lebkuchenverkaufnachdem es Herr Düringer nicht mehr in die Veitshöchheimer Fastnachtssendung geschafft hat, macht er nun auf diesem Wege seine public relations.Die war eine völlig überflüssige Aktion, die offensichtlich nur der Selbstdarstellung des Herrn Düringer, noch dazu mit der Betonung im Artikel (Musiklehrer und Büttenredner bei Fastnacht in Franken - was für den Artikel nicht relevant war) gegolten hat. Wir mündigen Verbraucher können auch ohne solche Aktionen entscheiden ob wir schon im August/September Lebkuchen aus den Regalen kaufen wollen. Wenn die Nachfrage zu dieser Zeit nicht da wäre, würde der Einzelhandel kaum schon so früh Lebkuchen anbieten. |
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th.horling (106 Kommentare) am 13.08.2012 18:09
Kennen Sie Wolfgang Düringer???Offensichtlich kennen Sie Wolfgang Düringer nicht persönlich, sonst würden Sie ihm in diesem Zusammenhang nicht Selbstdarstellung vorwerfen. Die Sache ist ihm ein echtes Anliegen, nicht erst seit gestern; und witzig war der Auftritt wohl allemal.
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fresh (118 Kommentare) am 13.08.2012 11:43
Demokratie und der marktkonform gemachte Kunde!Hallo Hausgarten.Auf diese Weise kann man auch andere Menschen mundtot machen wollen. Wobei Ihnen dies bei W. Dünninger nicht gelingen dürfte - schön so! Hier gibt es immer noch ein Recht auf freie Meinungsäußerung, das Sie selbst auch nutzen! Im Übrigen versucht der Handel bereits seit vielen Jahren Lebkuchen und anderes, früher typisches Weihnachtsgebäck möglichst Anfang August auf den Markt zu werfen, um die Bedürfnisse schlichtweg zu wecken. Der Kunde muss in Schwung gebracht werden, damit er sich dann spätestens im Oktober weihnachtsgeschäftkonform verhält. Ich kann mich noch gut an eine engagierte Filialleiterin eines HL-Marktes in einer unterfränkischen Kleinstadt erinnern, die sich 1998 unter großen Druck ihrer Handelskette fühlte, weil sich sich weigerte, bereits in der zweiten Augusthälfte, Lebkuchen in die Regale zu stellen. Leider sind wir Verbraucher inzwischen so manipuliert, dass es die meisten nicht mal mehr merken. |
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