aktualisiert: 25.08.2012 12:04 Uhr
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SCHWEINFURT/HAMMELBURG
Rettungsübung nahe an der Realität
Katastrophenschutzeinheiten trainierten in Bonnland
60 Helfer vom Technischem Hilfswerk (THW), der Freiwilligen Feuerwehr und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) aus der Stadt Schweinfurt haben auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg den Ernstfall geprobt. Dabei wurden Einsätze geprobt und auch das Verlegen kompletter Einsatzzüge und der Aufbau autarker Versorgungsstrukturen geübt.
Dazu sammelten sich zunächst die Helfer der einzelnen Organisationen in ihren Unterkünften und bereiteten Fahrzeuge und Equipment für den Marsch nach Hammelburg ins Übungsdorf Bonnland vor. Feldbetten, Duschzelte und Verpflegung mussten verladen werden, die Feuerwehr sattelte einen Einsatzleitcontainer auf. Ein Vorauskommando von THW und Feuerwehr hatte bereits vor Ort erkundet, wo das Camp für die Einsatzkräfte aufgebaut werden kann.
Ein Abstecher zum Digitalfunk
Bevor die Übungen losgingen, wurden die Teilnehmer ins Thema Digitalfunk eingewiesen. Denn die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Schweinfurt hatte kürzlich ein Abkommen mit dem Freistaat Bayern unterzeichnet, ab 2014 mit dem erweiterten Probebetrieb des Digitalfunks zu beginnen.
Noch vor Einbruch der Dunkelheit begann der Übungsbetrieb im seit 1956 von der Bundeswehr als Ortskampfbahn genutzten Dorf. Neben kleineren Brand- und Hilfeleistungseinsätzen musste bei Dunkelheit eine nicht näher bekannte Einsatzstelle mit Hilfe von Koordinaten gefunden werden. Dort galten mehrere Personen als verschüttet und mussten unter Einsatz von Beleuchtungs- und schwerem Bergungsgerät gerettet werden.
Am nächsten Übungstag war das Szenario ein anderes: In einigen Gebäuden brannte es, Menschen waren nach Unfällen eingeklemmt und am Dorfbrunnen wurde ein verdächtiges Päckchen gefunden das unter Schutzanzügen und dem Einsatz besonderer Messtechnik untersucht und geborgen wurde. Das Technische Hilfswerk brachte bei den Einsatzszenarien teilweise schweres Gerät zum Einsatz, wie die neue Betonkettensäge oder ein Kernbohrungsgerät. Dieses Equipment wird bei größeren Unglücksfällen – nach Gebäudeeinstürzen, oder Erdbeben – eingesetzt, um Menschen aus Trümmern befreien zu können. Für die Suche nach verschütteten Personen setzt die Fachgruppe Ortung des THW Schweinfurt spezielle Sonden ein und arbeitet eng mit Rettungshundestaffeln zusammen.
Was zählt ist die Struktur
Ab Mittag arbeiteten die Einheiten in gemeinsamen Übungslagen. Hier lag ein Schwerpunkt darauf, innerhalb kurzer Zeit an der Einsatzstelle eine Führungsstruktur aufzubauen, um die verschiedenen Fachdienste gezielt einzusetzen. Unterstützung gab es von Kräften des Arbeiter-Samariter-Bundes, welche die medizinische Betreuung der geretteten Opfer sicherstellten und eine Sanitätseinsatzleitung mit dazugehöriger Technik betrieben.
Am Ende der eineinhalb Tage dauernden Übungsabläufe blickten Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Thiemer und THW-Zugführer Harald Lotter zufrieden auf den Verlauf zurück. Die örtlichen Rahmenbedingungen seien für die Übungen ideal, sagte Harald Lotter. Neben den Gebäuden und der Infrastruktur, die der Realität entsprächen, könne man hier die Selbstversorgung trainieren, denn Feldbetten, Duschzelte und Verpflegung – alles muss organisiert und mitgebracht werden.
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