publiziert: 13.06.2011 16:47 Uhr
aktualisiert: 13.06.2011 17:19 Uhr
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Sachs Franken Classic: Mit Glamour und Schwiegermuttersitz

Sachs Franken Classic: Tour durch den Landkreis und große Show am Schweinfurter Marktplatz
  • Flott: Der Porsche 914, Baujahr 1970, von ZF-Manager Peter Ottenbruch und seiner Frau Monika.
  • Ist die Süß: Die Isetta war zwar nicht an der Rallye beteiligt, sie zog aber am Schweinfurter Marktplatz die Blicke auf sich.
  • Konzentration in Garstadt: Automobilwelten prallen aufeinander – und an Stil macht den Oldies keiner was vor.
  • Teilwertungsprüfung in Hain: Auf einem rasanten Rundkurs geht es dreimal im großen Bogen um die Kirche.
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Es ist ein eiliger Geist, der an diesem frühen Pfingstsonntag-Nachmittag am Main herrscht: Im Minutentakt fahren Oldtimer der zwölften ZF Sachs Franken Classic Tour in Garstadt ein, müssen eine Leistungsprüfung an deren Lichtschranke ablegen: Innerhalb einer vorgegebenen Sekundenzeit zehn Meter zurückfahren und wieder anfahren, für die glamourösen Schnauferl wie deren Fahrer keine leichte Übung. Der Moderator erläutert den zahlreichen Zuschauern die Modelle - mal trudelt ein alter Mercedes 219 ein. Mal ein Lancia Stratos aus den 1970ern, mit seinerzeit futuristischem Sport-Design, aufklappbarer Heck- und Frontpartie, genannt „die Nähmaschine“. Oder ein auf Hochglanz polierter Wolga, aus sowjetischer Nobel-Produktion mit Schweinfurter Nummernschild.

    
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Sachs Franken Classic I
Schweinfurt
12.06.2011
    
    
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Sachs Franken Classic II
Bergrheinfeld/Grafenrheinfeld
12.06.2011
    
    
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Sachs Franken Classic III
Garstadt
12.06.2011
    
    
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Sachs Franken Classic IV
Hain
12.06.2011
    

Auch in Schweinfurt machte die Oldtimer-Karawane nach Abstechern in den Landkreis am Pfingstsonntag auf dem Marktplatz Station. Wegen der Bauarbeiten in der Oberen Straße gab es heuer aber nicht die traditionelle Rundfahrt, dafür aber einen City-Sprint. Aufgabe für die 160 Oldtimer-Piloten: Eine rund 100 Meter lange Strecke zwischen Rückert-Denkmal und Rathaus in möglichst sechs Sekunden durchfahren.

Kein leichtes Unterfangen, wie sich zeigen sollte, wenngleich die meisten Fahrer im Bereich zwischen 5:30 und 6:40 Sekunden landeten. Mit 6:02 Sekunden dürfte – allerdings ohne Gewähr – Hans Boeck aus Dachau seinen Bentley, Baujahr 1929, fast punktgenau durch die abgesperrte, aber zwischen 14 und 16 Uhr zwei Stunden lang dicht belagerte City-Sprintstrecke chauffiert haben.

Die Autos fuhren den Marktplatz über die Rückertstraße an, wo die Zuschauer – trotz besten Wetters etwas weniger als in den Vorjahren – die Blechkarossen aus den guten alten Zeiten hautnah betrachten konnten. Dabei kam es auch zu vielen Gesprächen mit den Fahrer und Beifahrer- innen.

Für Kurzweil sorgte Johannes Deinlein, Vorsitzender des Auto-Motorsport-Clubs Hammelburg und selbst stolzer Besitzer eines VW Käfer Cabriolet aus dem Jahr 1952. Deinlein beließ es bei der Vorstellung der Fahrzeuge nicht bei den technischen Daten wie Hubraum, Pferdestärken oder Nockenwelle, sondern streute immer wieder auch Anekdoten und Kalauer ein, wie den: „Wer sieht besser aus, ich oder das Auto mit dem gleichen Baujahr 1939“.

Die Zuschauer wissen jetzt mit dem Begriff Schwiegermuttersitz umzugehen, den man beispielsweise im Ford A-Roadster aus dem Jahr 1930 bewundern konnte. Birgit Fratz aus Schweinfurt saß in diesem Auto auf dem Beifahrersitz.

Beim Mercedes 190 Sl von Peter Schmidt-Gebhardt aus Rückersdorf erfuhren die Oldtimer-Freunde, dass die 1959 ermordete Frankfurter Prostituierte Rosemarie Nitribitt mit einem solchen Fahrzeug auf Kundenfang gewesen ist. Der Volvo 123 (Baujahr 1966) von Bernhard Jensch aus Wieselburg war der Nachfolger des legendären Buckel-Volvo. Hier durfte der Witz vom Schwedenstahl (im Gegensatz zum Diebstahl) nicht fehlen.

Mit seinem Jaguar MK II (Baujahr 1967) war Dietmar Schulz aus Kronach zum bereits zehnten Mal Teilnehmer der Rallye. Aufgeklärt wurde auch über das „H“ in den Kennzeichen. Es steht für Historisch, kommt erst für 30 Jahre alte Fahrzeuge in Frage, hat aber für die Besitzer der Oldtimer den Vorteil geringerer Steuern und Versicherungen, klärte Deinlein auf.

Schließlich noch ein Absatz zu einigen Schweinfurter Oldtimern. Für Christian Füller aus Grafenrheinfeld, unterwegs mit einem Leyland Midget, Baujahr 1967, blieb die Uhr beim City-Sprint bei 6:37 Sekunden stehen. 6:95 Sekunden benötigte ZF-Sachs-Manager Dr. Peter Ottenbruch. Er saß – seine Frau Monika daneben – am Lenker eines Porsche 914-6, Baujahr 1970, mit 230 PS und einer Spitze von 240 Km/h.

Mit der Startnummer 65 waren im Mercedes 219, Baujahr 1958, Stadtrat Matthias Ritzmann und als Beifahrer Jürgen Belschner, beide aus Schweinfurt, mit dabei.

Deinlein benötigte angesichts der hohen Teilnehmerzahl immer wieder auch Pausen. Die füllte die Swing@Sax Big Band, deren Musiker sämtlich Beschäftigte der Firma ZF Sachs sind. Ihre großteils jazzigen Musikstücke kamen gut an.

ONLINE-TIPP

Viele weitere Fotos unter schweinfurt.mainpost.de

Von Uwe Eichler und Hannes Helferich
    
    

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