publiziert: 03.02.2012 13:48 Uhr
aktualisiert: 04.01.2013 12:34 Uhr
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Schweinfurt: Abzug der US-Armee wirft viele Fragen auf

Landrat Harald Leitherer sieht für den Landkreis Probleme und Chancen zugleich

Die US-Armee wird in zwei bis drei Jahren Schweinfurt und sein Umland nach fast 70-jähriger Präsenz verlassen haben. Nun stellt sich die Frage: Was passiert mit den acht Liegenschaften?

  • Foto: Stadt Schweinfurt
    Die Conn-Kaserne mit Flugplatz (im Vordergrund): Sie ist mit 203 Hektar die größte dicht bebaute Liegenschaft der US-Armee aus Landkreisgelände bei Geldersheim. Für Landrat Harald Leitherer ist das Areal eine große Herausforderung nach dem beschlossenen Abzug der US-Armee, es biete aber auch Chancen für Industrieansiedlungen.
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Wenn die Amerikaner weg sind, werden acht Liegenschaften verwaist sein mit Flächen zwischen acht Hektar (Yorktown Village im Stadtgebiet) und 2534 Hektar (Brönnhof im Landkreis) – und noch weiß niemand genau, wie sie dann genutzt werden könnten.

Die flächenmäßig größten Areale liegen im Landkreis Schweinfurt: die „Training Area Pfändhausen/Maßbach“ (Brönnhof) nördlich von Schweinfurt mit über zweieinhalbtausend Hektar und 104 Gebäuden drauf, und die Conn-Kaserne bei Geldersheim, 203 Hektar groß, mit 260 Gebäuden bebaut, Flugplatz, Lager- und Wartungshallen, Einkaufszentrum sowie einer relativ neuen Recycling- und Sondermüllanlage.

Schon wegen der großen Flächen, die einer Umnutzung harren, sei der Landkreis Schweinfurt in einer ganz anderen Lage als die Stadt, sagt Landrat Harald Leitherer. Und: „Ich bedauere die Entscheidung der Amerikaner sehr.“ Das Positive an der Entscheidung des Pentagon sei, dass der Abzug nicht in kurzer Frist, sondern schleichend stattfinden wird – auf zwei, drei Jahre gestreckt.

Liegenschaften der US-Armee in Schweinfurt
  
Liegenschaften der US-Armee in Schweinfurt

Für die kleine Gemeinde Geldersheim werde eine leere Conn-Kaserne, die schon seit den 1930er Jahren besteht, ein Problem darstellen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die im Auftrag des Bundes derzeit schon Grundstücken mit eine Gesamtfläche von über 300 000 Hektar und 48 000 Wohnungen verwaltet, wird sich dann auch mit der „Konversion“ (Umwandlung) des militärischen Conn-Geländes befassen müssen, auf dem sicher auch mit Altlasten zu rechnen ist.

Leitherer sieht neben dem Problem, das ein Leerstand zunächst bedeuten wird, aber auch Chancen. Das Areal dort könnte für Firmenansiedlungen interessant sein. Ausdrücklich weist der Landrat auf die unmittelbare Nähe zur Autobahn A 71 hin. Den Abschied des US-Militärs werden aber auch viele private Vermieter zu spüren bekommen, die oft Zwei- und Dreifamilienhäuser gebaut hätten. Rund 900 Wohnungen und Häuser haben Amerikaner vor allem in den umliegenden Dörfern gemietet: in Geldersheim, Nieder- und Oberwerrn, Dittelbrunn, Maßbach, Poppenhausen vor allem.

Völlig ungeklärt ist bislang auch, was aus den rund 600 Zivilbeschäftigten werden soll. Die aus ihren Reihen zu erwartende Arbeitslosigkeit werde auch deshalb umso problematischer sein, als viele von ihnen über 50 Jahre alt seien. Nach den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit sind Erwerbslose dann allein wegen ihres Alters kaum mehr zu vermitteln, die Quoten sind sehr gering.

„Das habe ich letzte Woche schon im Jobcenter angesprochen, als das Abzugsszenario immer wahrscheinlicher geworden ist“, so Leitherer, „wir werden da eine Menge Arbeit bekommen.“ Auch mit dem Vorsitzenden der Betriebsvertretung der Zivilbeschäftigten, Michael Dörfer, habe er schon Gespräche geführt.

Ein weiterer positiver Aspekt der Standortschließung fällt dem Landrat auch noch ein: „Es ist ein alter Wunsch in Dittelbrunn und Niederwerrn, dass die Heeresstraße für den zivilen Verkehr benutzt werden kann.“ Das werde sich dann sicher machen lassen. Mit den Bürgermeistern wird man sehen, „wie wir das hinbekommen.“ Bisher ist die Heeresstraße allein den US-Panzern vorbehalten. Die sind dann ja weg.

Von unserem Redaktionsmitglied Stefan Sauer
    
    

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»Alle 14 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

Mexx (104 Kommentare) am 05.02.2012 13:01

Die Armi

Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen unsere Netiquette oder die AGB verstößt. Die Multimedia-Redaktion.
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Windrose45 (134 Kommentare) am 06.02.2012 10:03

@nessi39

Nobody ist perfekt. Und dies kann man bei ihnen schreiben.
Sie tun jemanden angreifen was sie selbst nicht sind. PERFEKT.
Sie schreiben wegen Schreibfehler und zu gleichen Zeit haben sie nicht richtig gelesen.
Oder haben sie den Kommentar von MEXX nicht verstanden ?

Zu ihrer Information, es sind nicht die Amis gemeint in diesen Artikel .
Er meinte durchaus die Russen und diese Menschen die nichts und rein garnichts in die Rentenkasse einzahlen und ne gute Rente beziehen nun.
Mit denn Zähnen das stimmt durchaus sehr gut, warum waren sie damals von der Kassen getragen worden. Ganz bestimmt nicht das solche kommen die nie eingezahlt haben dann sie bezahlt bekommen. Und der wo eingezahlt hat noch teuerer sie bezahlen muss weil die Töpfe leer sind. Davon schrieb mexx, nicht von Amis und nichts von Mexikaner.
Und das jemand stirbt und da durch seine rente nicht haben kann ist bestimmt nicht richtig. Schlimm ist es nun mal wenn einer über 30 Jahren arbeiten tut Jahre lang Angst haben muss ob er Rente haben kann. Und dann kommen welche her und sagen ich habe das Recht auf Rente obwohl er nichts eingezahlt hat.
Bitte nicht Menschen angreifen wenn man selbst nicht recht lesen kann oder mag.
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nessi69 (32 Kommentare) am 06.02.2012 18:02

@ Windrose

Ahhhhhh... Sie haben Recht.... ups... sorry Mexx... zwinkern
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nessi69 (32 Kommentare) am 05.02.2012 21:48

ARMY

Wenn ich deine Rechtschreibung sehe merkt man, dass bei dir viel schief gelaufen ist. Wir zahlen bestimmt nicht fuer die Zaehne. Und stell dir mal vor es zahlen einige in die Rentenkasse und haben nichts davon. Ich kannte eine, die ist Mexikanerin ihr Mann Amerikaner, er ist in der ARMY. Da sie Mexikanerin war und in der PX gearbeitet hat musste sie Steuern zahlen. Also in UNSERE Rentenkasse etc. einzahlen fuer die drei Jahre wo sie dort gearbeitet hat... ich glaube du musst dich erst mal genauer informieren und einen Rechtschreibkurs belegen bevor du hier mit negativen Geschmarr eigentlich nur zeigst das du intellektuell nicht der Hellste bist...
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doeshoemernitgewissgekoenn (1007 Kommentare) am 04.02.2012 21:35

Bei aller Freude über die Rückgewinnung militärisch okkupierten Geländes

kann von einer Wende hin zu einer Politik des Friedenschaffens ohne Waffen nicht die Rede sein.

Aktuell droht ein neuer großer Krieg, falls die neoliberalen Weltenherrscher Syrien und Iran angreifen. Wir werden in diesem Fall mit hineingezogen werden. Unseren Kindern können wir dann nicht sagen, wir hätten davon nichts wissen können.

Deshalb: Gratulation an Bamberg und Schweinfurt zu ihren neuen Entfaltungsmöglichkeiten! Bitte vergeßt über eurer Freude aber nicht, denen eure Gefolgschaft zu verweigern, die Krieg als ein legitimes Mittel der Politik wieder hoffähig machen wollen.
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