aktualisiert: 24.07.2009 17:17 Uhr
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GEROLZHOFEN
Stummfilm-Revue: Als die Bilder laufen lernten
Grundschüler ließen die Goldenen Zwanziger wieder aufleben
Konrektor Manfred Glock strahlte. Die etwa 70 Schüler der Grundschule Gerolzhofen auch. Sie hatten allen Grund dazu, denn die Stummfilm-Revue, die sie in der Stadthalle präsentierten, war ein Erfolg. Die vielen Proben, die Zeit und die Kraft, die sie investiert hatten, haben sich ausgezahlt. Das Publikum war begeistert und applaudierte lange. Kommentare lauteten: „Einmalig“, „Ganz toll“ oder , „Das haben sie gut gemacht“.
Manfred Glock, der künstlerische Gesamtleiter, hatte die Schüler motiviert. Sie waren voller Elan bei der Sache, hatten Spaß daran, sich zu verkleiden und in eine andere Rolle zu schlüpfen. Sie sangen und spielten mit Freude, so dass der Funke sehr schnell aufs Publikum übersprang. Der Mix aus Gesang, Tanz und Film kam an, war unterhaltsam und kurzweilig. Er ließ die 20er Jahre für zweieinhalb Stunden wieder aufleben.
Alte Gassenhauer der 20er und 30er Jahre erklangen, wie „Ich brauche keine Millionen“, „Mein kleiner grüner Kaktus“, „Ein Freund, ein guter Freund“. Zur Pistole griff Rektor Wolfgang Michalzik bei dem Lied „Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche“. In Nebelschwaden gehüllt tanzten die Mädchen den „Dämmerkränzchen-Tanz“ zu Musik aus dem Musical „Chicago“. Eine reizende Inszenierung, die das Flair dieser Zeit gut rüber brachte. Al Capones Bande machte die Bühne unsicher beim „Gangster-Tanz“, einer Nummer mit viel Esprit.
Nichts an Komik hatten die Stummfilme „Dog Shy“ (1926) und „Limousine Love“ (1928) mit Charley Chase eingebüßt. Die Zuschauer lachten wahrscheinlich an den gleichen Stellen, wie die Kinogänger früher. Die Musik, ein unverzichtbarer Bestandteil des Stummfilms wurde live von Professor Christoph Wünsch von der Hochschule für Musik auf dem Klavier gespielt. Er hatte sie eigens für diesen Anlass komponiert.
Conferenciers mit Charme
Eine besondere Note verliehen der Uraufführung die Conferenciers Fabian Bender (Klasse 2d) und Annika Pillhofer (4d). Sie gingen in ihren Rollen auf. Mit viel Charme und Humor kündigten sie die Nummern an, leiteten eloquent und gekonnt von einem zum anderen Thema über, und sie gaben einen Einblick in die Goldenen Zwanziger. Einer Zeit, in der die Röcke der Damen kürzer wurden, die langen Haare fielen, Bubikopf und Rauchen en vogue wurden, die Häuser immer höher und die Menschen nach dem Ersten Weltkrieg das Leben wieder genossen.
„Eine fürchterliche Vorstellung – Emanzipation. Für uns Männer begannen schlechte Zeiten. Wir haben es damals nur nicht begriffen“, sagte Fabian Bender, der mit seinem schicken Zylinderhut eine gute Figur machte. Das galt auch für seine Partnerin. Beide lieferten sich amüsante Schlagabtausche.
Die Stummfilm-Revue ist eine Gemeinschaftsproduktion der Kinder und Lehrer der Grundschule Gerolzhofen, Lehramtsstudenten der Uni Würzburg und Professor Christoph Wünsch von der Hochschule für Musik Würzburg. Sie ist nach der Oper „Hänsel und Gretel“ (2007) das zweite Projekt dieser Einrichtungen.
Die Mitwirkenden: Die Chorkinder, die Gesangssolisten Dana Sperling (4a), Jessica Dülk (3a) und Alexander Kraus (4c), Lehrerin Kathrin Neußer (Liedbegleitung am Keyboard), Lehrerin Katja Schwarz (Tanz- und Chor-Choreografie), Elke Hilbert (Kostüme), die Lehrerinnen Maria Ernst, Christel Herold, Sigrun Lenk, Katja Schwarz, Silvie Zorko und Andrea Börner (Requisiten), Alexander Kraus und Monika Fitz (Perkussion), der Elternbeirat (Bewirtung). Die Aufführung unterstützten: die Firmen Zink, Mediagraphixx (beide Gerolzhofen), Steinigke (Waldbüttelbrunn).
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